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erschütterl. Glauben an das Gute v. Edle im
Menschen u. richtet Sich an diesem Glauben
immer wieder auf. Soziale GeSinnung erleichtert
ihm den Treudienst, hilft ihm über Mißerfolge,
Undank, Zurücksetzung hinweg. Sein E., nicht
Vorsicht oder Strafbestimmungen, wappnen
ihn gegen die zahlreichen Versuchungen im
Umgangmit Unmündigen u.Heranwachsenden.
ES1st die unvergiegbare Quelle der Berufsfreude
u. Hingabe, die alle wirkl. oder vermeintl. An-
Jässe zur Berufsverdrossenbeit überwindet (vgl.
E. Post, Beruf u. Seele, 1924).
I. Ethos u. Lehrerschaft: Soviel ein-
drucksvolle Beispiele für lebendiges Berufs-E.
die Lehrerschaft auch hervorgebracht hat: in
der Standesbewegung muß die Geltung des
E. mehr als bisher richtunggebend werden.
Letzten Endes hängt die Standwerdung davon
ab. Alle Berufenen, bes. Verbände, Fachpresse,
Vorgesetzte haben an einer Standeserziehung
mitzuwirken, die Ll. u. Erz. über Beamten-u. Vor-
Schriftenwesen hinaus zur Freiheit der Selbst-
verantwortung führt. Standesehre u. -Scham
SINd SO zu entwickeln, daß man der L.Schaft
die Schule getrost überlassen kann, chne für
ihren gedelihl. Fortscbritt bangen zu müssen.
So bekommt die Behörde freiere Hand für ihre
größeren Aufgaben, als es die Schlichtung
von Unzuträglichkeiten 1st, die aus menschl.
Schwäche der L. u. Erz. hervorgehen, Seien
es dienstl. Verfehlungen oder mangelnde Ein-
tracht, üble Nachreden u. a. (Ehrenrat!). Stolz
aut den Beruf des Volksbildners u. der Volks-
Schule (von der Grund- bis zur Hochschule !),
werden L. u. Erz. dafür Sorgen, daß ihren An-
Sprüchen auf Wertschätzung ihr äußerer u. in-
nerer Wertgehalt entspricht, u. aus Gründen der
Wahrhaftigkeit von unberechtigtem Geltungs-
bedürfnis abrücken. E. verlangt dauernde Ge-
wisSensschärfung u. begnügt Sich keinesfalls mit
wirtschaftl., rechtl. u.polit. Vertretung. EsSnimmt
SICh nicht zuletzt auch der Not- u. Unrecht-
leidenden des eigenen Standes Sowie der Ge-
fährdeten u. Gefallenen an.
Das E. befruchtet das gesunde Weiterbil-
dungsstreben. Es zielt daraufab, L.u. Erz. ihrer
Aufgabe immer mächtiger zu machen u. davor
zu bewahren, aus Überhebung oder Selbst-
Ettlinger.

täuschung Hand an Dinge zu leger, die Sie:
weder meistern können, noch zu meistern brau-
chen. Erz.-wirken ist Sinnertüllung, Schlichtes u.
u. deShalb Anstrengungen ablehnt,
die vor-:
: versität München zu /Aadbzitie Yer 7
wiegend von äußerem Ansehen bestimmt Sind /
(gl. A. Heinen, Sinn u. Zwecke in der Erziehung,
An der eigenen tachlich-
u. Bildung, 1924).
wisSSenschaftl. Ertüchtigung zu arbeiten, ohne.
in Vergötterung von Methode u. Mode zu ver-:
tallen, 1st Selbstverständlichkeit. Der berutene
Erz. wird Sich namentlich angelegen Sein las--:
Sen, durch Studium, Umgang u. Mitarbeit immer
2
das
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tiefere Einsicht in die Kindes- u. Volksseele zu
gewinnen, um 50 der besten Wege kundig zu
werden, Volksnot zu wenden (QJugendführung,
Erwachsenenbildung).
Das E. wird jene Vorbildung des Nachwuch-
Ses wollen, die am Sichersten die beruisethische,
Sozialhandelnde Lehrerpersönlichkeit zu bilden
verspricht (vgl. Denkschrift zur Neuordnung der
Volksschullehrerbildung in Preußen, 192 5). Im-
mer muß Sorgsame Auswahl der Bewerber 1e1-
tender Gesichtspunkt sein; hier eröffnet Sich
für die Mitarbeit der zeitigen Lehrerschaft ein
dankbares Feld. Nicht minder i in der Betreuung
der NachwachsSsenden, bis Sie Selber Soweit er-
Starkt Sind, als freie Lehrerpersönlichkeiten den
Geist der Liebe u. der Freiheit auf die Jugend
zu überpflanzen u. ein Geschlecht zu erziehen,
das, mündig geworden, das Werk des deutschen
« Schrifttum: F. Schneider, Lehrer u. Erzieher
(1928); Allgemein gehalten (außer den oben ange-
führten): A. Fischer, Über Beruf, Berufswahl u. Be-
rufsberatung (1918); A. Pieper, Berufs-E. u. prakt.
Berufserziehung (1921); 771 Ges? zt. GeStalt des E.
einführend : L. Kellner, Zur Päd. der Schule u. des
Hauses. Aphorismen (älter, 81912); A. Heinen,
Briefe an einen Land-L. (?1622, grundlegend für
alle L. u. Erz.); -- Unpolit. Randbemerkungen zur
Schulfrage (1920); P. Kaestner, Kraft u. Geist un-
Serer deutschen Volksschule (?1928); E. Post, Vom
Geiste der neuen Volksschule (1922); -- Wie kann
der L. die Lebensbeziehung zur Gemeinde finden?
(1925); -- Land-L. im Landvolk (1927); aus berufs-
eth. Einstellung wird geleitet die vom Soz.-päd. Aus-
Schuß d. Kath.L.verbandeshrsg. Ztschr.«L.u. Volk»
(Volksvereinsverlag, M.-Gladbach). E. Post.
Ettlinger, Max.
Geb. am 31.1.1877 zu Frankfurt 3. M., besuchte
E. die Vorschule am Wöhlerrealgymnasium, dann
das Städt. GymnasSium (das nachmal.Lessinggymn..
Seiner Vaterstadt. Von 1895 ab oblag er philoSsoph.
Studien an den Univergitäten Heidelberg “unter
Kuno Fischer); u. München als Schüler von 77%. L7A63
(bei dem er promovierte) u. G. ?'. Hertling. Phio-
Sophie war ihm nicht nur eine Angelegenheit
gelehrter Forschung, Sondern eme Sache des
Lebens, SO daß er Schon in jungen Jahren durch
Sie den Weg zur kath. Überzeugung fand. Von 1503
biSI91I7 Ww ar E. wisSsenschaft]. Redakteur am «Hoch-
land»; 1914 endlich gelang es ihm nach manchen
Schwierigkeiten, Sich für Philosophie an der Uni-
I915--1918 im
Heeresdienst, wird er 1917 als o. ö. /72/. für Phiio-
Sophie nach Münster i. W. berufen. Seit Mitgrün
dung des Deutschen Instituts für wissenschaft
Pädagogik war er dessen z'SSeHSChaft?!. Let.
/1921--1920, Seit 1926 W7/to/icd des Deutscnt
AusSchuSSes für Erziehung v. Unterricht. Gest. am
12. X. 1929 in Ebenhausen bei München.
Da E. aus dem Kreise um Th. Lipps kam,
galt Sein wisSenschafti. Interesse vor allem Ger
Psychologie u. der Asthetikg, womit er mehr U-
mehr 1.27/080pA.-h7S10r. u. Zad. Gebiete aus
glücklichste zu vereimen wußte:

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