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Dem entgegen hebt Sie hervor, daß im Seelenleben
als Ganzem u. in den einzelnen komplexen Be-
tätigungen der Seele vielmehr das Einzelne erst
aus dem Ganzen zu begreifen Sei u. daß pSsychische
Elemente ein Abstraktionsprodukt Seien. Den Auf-
takt zur ganzheitspsycholog. Betrachtungsweise
gab Seit Chr. v. Ehrenfels (1891) die Gestalt-P., die
SICh zunächst auf ein Sinnespsycholog. Teilgebiet
beschränkte (Später teilweise allzuviel mit «Gestalt»
erklären wollte [ Koffka]). Ganzheitspsycholog. Ein-
Stellung kennzeichnet heute die e. P. auf den ver-:
Schiedensten Gebieten u. unter verschiedenen Na-
men. Es Sei bes. hingewiesen z. B. auf die Struktur-
P. der Leipziger (Krueger), die e. P. der Gesamt-
persönlichkeit (Tübimger, Marburger) usw.
3. Neben der allgem. P. -- des normalen, ent-
wickelten Durchschnitts-Seelenlebens -- ent-
wickelten Sich die Spezialgebiete der P., die P.
der individuellen Differenzen (IW. Szerz Seit
1901), die Entwicklungs-P. des Menschen im
allgem. in Kindheit u. Jugend, die Tier-P. (s. je-
weils d.), Sowie die engere Fühlungnahme mit '

Psychiatrie auf dem gemeinsamen InteressSen- ; €
gebiet der Psychopathologie. Der Auswertung
der e. P. im Wirtschaftsleben dient die Psycho-
zechnz:k (S. d.). Höchst umstritten ist der wissen- '
Schaft]. Charakter der « Mera-P» (der P. der
okkulten Phänomene). In Zusammenarbeit mit
den andern Arten psycholog. Forschung dient
die e. P. der P. der zerScal. GesamtperSönlichkeit.
Fachberater u. Fachberaterin.
736
Die eigene innere Entwicklung der e. P.
drängte zur Erkenntnis daß, das Seelenleben
aus SICh allein heraus nicht restlos deutbar 5ei
ohne Hinblick auf die objektiven Seins- u. Wert-
gebiete, denen es zugeordnet erscheint. (Vgl.
Schon die Denkpsychologie.) In der Sog. geistes-
wisSenschaftl. P., die von der Sinnbezogerheit
auf die Wertgebiete ausging, fand darum die
e. P. nicht 50 Sehr einen Gegensatz -- wie es
anfangs Schien --, Sondern eine Ergänzung.
111. Der Wert der e. P. für die Pädagogik
liegt in der Vermittlung SyStematischeren u.
wisSSenschaftlich mehr unterbauten WisSens um
das Seelenleben im allgemeinen 1. Speziell das
jugendliche. Dies zumal, wenn e. P. u. andere
psych. Forschungsweisen zusammenwirken.
Schrifttum: a) Zehrbriicher: bes. ]. Fröbesg,
Lehrb. der e. P.1(?**1923), 11 (*1929, reichste An-
: gabe von Lit. u. Ztschr.); unter den vielen kleineren:
7. Lindworsky, E. P. (*1927); A. Müller, P. (1927).
b) Über heutige Richtungen u. (teils eise) Pyroblem-
geSchichte : E. Saupe, Einführung i in die neuere P.
(1 928); K. Bühler, Die Krise "der Psychologie
(1927); Beiträge zur Problemgeschichte der P.
(1929, Bühler-Festschrift); Berichte über die Kon-
gresse für e. P. (1904--1928). c) Über e. Metrhoad:k -
R. Pauli, Psycholog. Praktikum (*1930). Ferner:
P. Luchtenberg, Das E. in der P., in: Ztschr. für
Menschenkunde, Jhrg. 2, H. 1 (1926), S. 39-55.
A. Willeoll.
F
Fachberater u. Fachberaterin.
IT. = Fachberater.)
F.u. F.innen bei den Provinzialschulkollegien
Pyreuſjens gibt es Seit 1924 (vgl. MinErl. vom
27. XL. 1924; UI], gr1gt1). Sie führen die Amts-
bezeichnung « ÜberSiudienrat» u. werden wie
dieser besoldet. Von einzelnen Fällen abgesehen,
in denen eine Berufung zu dieser Behörde er-
loigen kann, verbleiben die F. in ihrer Stellung
an den betr. Lehranstalten. Außer Studienräten
an Staatl. nöheren Lehranstalten werden auch

Philologen aus dem Lehrkörper Städt. höherer
Schulen zu Fn ernannt, letztere im Einverständ-
nis nit der betr. Stadtverw altung (bzw. ihrem :
Schulausschuß oder dem Kuratorium), welche '
für bes. Fachgebiete zugezogen werden. AIs F.
kommen nur Solche Philologen in Betracht,
die Sich durch die wisSsenschaft]l. u. method.
Fachbeherrschung auszeichnen. ES liegt nahe,
daß auch die Städt. Schulverwaltungen „Sich IC-
legentlich an Solche F. mnerhalb ihres Patro-
natsbereiches wenden u. auch die Lehrkräfte
eines Bezirkes privatim Auskunft oder Rat bei
ihnen einholen können.
Schon länger besteht bei den Provinzialschul-
Kollegien eine ähnl. Einrichtung durch plan-
mäßige Zuziehung von fachl. Gutachtern für
die künstlerischen Fächer. Sie werden beauf-
tragt, an bestimmten Anstalten den betr. F aCh-
unterricht zu besuchen 1. zu begutachten, ohne
die Gebhaltserhöhung zu bewilligen hat. Es liegt, ' Jedoch irgend ein Aufsichtsrecht zu erhalten.
in der Art der Aufgaben begründet, daß die!
Zahl Solcher Studienräte als F. begrenzt 1st.
Die endgültige Ernennung vollzieht Sowohl für ,
Staatl. als Städt. angestellte Oberstudienräte der :
AMlinister nach den“ VYorschlägen des Provinzial.
Schulkollegiums.
Die F. "Sollen die Oberschulräte entlasten :
Durch die Einrichtung von F.innen 1st tetzt
| auch die Möglichkeit gegeben, Frauen, die in
leitenden Stellungen u. bei der Schulaufsichts-
' behörde noch verhältnismäßig wenig vertreten
Sind, als Sachrverständige heranzuziehen. Außer
' Gen wisSenschaftl. bzw. künstler. Fächern, wie
"bei den männl. F.n, kommen hierfür auch X34-
durch gutachtl. Außerungen über XNeuerschei- | | delarbeit, Turnen u. Hauswirtschaft in Frage,
nungen, Sammlungen, Lehrmittel, Lehrpläne | ' Sobald geeignete Frauen mit der vollen AUS:
U. 3.5; auch können Sie bei Anstaltsbesichti- bildung. für. das künstler. Lehramt für letztere
gungen durch den zuständigen Oberschulrat | Gebiete zur Verfügung Stehen.

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