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Münchener Katechet. Kurs (1911); Theorie des
Lehrverfahrens in den neuesten volksschuldidakt.
Strömungen, in: Christl. Schule (1913); Organi-
Sation der päd. Forschung u. päd.-wisSsenschaftl.
Berufsbildung, in: Pharus (1913); Christl. Sozial-
pädagogik, ebd. (1914); Vom Geist der Kleinkinder-
anstaltserziehung im Vergangenheit u. Gegenwart,
ebd. (1918); Erziehender Unterricht, Erziehungs-
Schule, Method. Einheit, J. B. v. Hirscher, Vives,
in: Roloffs Lexikon der Päd. (1913/17); Zur Ent-
Stehungsgeschichte des altbayr. Schulrechts, in:
Festgabe Al. Knöpfler (1917); Die Grundlagen des
Schulwesens, in: M.Meinertz u. H.Sacher, Deutsch-
land u. der Katholizismus 1 (1918); Studien zum
Erziehungsbegriff, in: Pharus (1917); Moralbe-
gründung u. Beweggründe des sittl. Handelns, in:
8. Jahrb. des Vereins für christl. Erziehungswissen-
Schaft (1917); Staatsbürgerl. Erziehung in der Fort-
bildungsschule, in: Beiheft IT zu Christl. Schule
(1917); Grundfragen u. Grundlagen christl. Er-
ziehungswissenschaft, in: 13./14. Jahrb. des Ver-
eins für christl. Erziehungswissenschaft (1922);
Christl., welt]. u. antichrist]. Moralpädagogik, ebd.,
15. Jahrb. (1923); Kleinkindererziehung, Die Hoch-
Schulen, ebd., 9./10. Jahrb. (1919); Begriff des er-
ziehl. Unterrichts u. Seine Auswirkung auf den Lehr-
plan ; Fühlungnahme der relig. Unterweisung mit
den welt]. Unterrichtsfächern, ebd., 18. Jahrb.
(1926); Bildung, Bildungsgut u.Bildungswert, ebd.,
19. Jahrb. (1928); Die Glaubenslehre in der Tat-
Schule, in: G. Götzel, Religion u. Leben (*1922),
H. 4 der Rel.-päd. Zeitfragen, hrsg. von J. G.; Alte
u. neue Unterrichtsstilistik, Das Firmalter, in: K.
Schrems, 2. Katechet. Kongreß, München (1928).
Wie Schon aus dem Schrifttum hervorgeht,
iSt G. in der neuzeitl. relig.-päd. Reformbewe-
gung von besonderer Bedeutung geworden. AIs
führender Kopt des früheren Münchener, Jetzt
Deutschen Katechetenvereins (s. Art. Vereine,
päd.) bildete er Seit Jahren das Erbe der von
Weber u. Stieglitz begründeten Münchener Kate-
chet. Methode weiter. Der von ursprüngl. Ein-
Seitigkeiten bereinigte Grundgedanke der the-
mat. Katechese mit ihren wesentl. Merkmalen
der method. Einheit u. der psychol., bereits in
der Bildungslehre von O. Willmann betonten
didakt. Stufenfolge: Anschauen, Erkennen, Tun
wird von ihm mit Variationen für die verschie-
denen Teilgebiete u. Altersstufen festgehalten
u. in Richtung des neuzeitl. Arbeitsschulprin-
Z1PS zu vertleien verSucht, um durch die Spon-
tanelität des relig. Wissenserwerbes auch die
freudige relig. Tat in besonderer Weise zu be-
leben. Aufgeschlossen für die Erkenntnisse neu-
zeitl. Pädagogik , PSychologie u. Philosophie,
zeichnet G. das Bestreben aus, diese neuen Er-
gebnisse Systematisch in Seine Pädagogik ein-
zubauen. Er findet, unbeschadet mancher Un-
ausgeglichenheiten, jene glückl. Synthese, die
von den Problemstellungen der erzieherischen
Praxisu. Erfahrung aus zum System drängt, aber
GraPnologle.

auch aus SySstematisch geklärtem Erziehungs-'
denken der erzieherischen Praxis dienen kann.
H. Brunnengräaber.
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Graphologie.
I. Allgemeines: G., ein Teilgebiet der Phy-
Siognomik (s. d.), ist die Fähigkeit u. Kunst,
von der Handschrift auf die leib-Seelische Struk-
tur des Menschen zu Schließen.
Früher eine Art Geheimwissenschaft, die nur
gelegentlich betrieben u. auf überlieferten Er-
fahrungstatsachen gegründet war, Steht 5ie Seit
einigen Jahren im Brennpunkt des a//gem. In-
teresses u. iSt ebenso Gegenstand der zw2SSe7z-
Schaftl. Begründung u. Ausbeutung geworden.
Die Anregung ging vornehmlich von ZL. Klages
aus, der die ersten wisSenschaft]. Bearbeitungen,
bes. nach der charakterolog. Seite hin, mit
großem Erfolg unternahm, nachdem 4/7c207,
FH. H. Busse, Langenbruch u. Preyer empirisch
vorgearbeitet hatten. X&. Sauder vertiefte vor
allem die Kenntnis des Schreibmechanismus.
Für die Beurteilung einer Handschrift kommen
bes. in Frage: das Maß der Schreibbildung,
Formniveau, Ebenmaß, Schreibtempo, Bin-
dungen, Regelmäßigkeit, Größe, Höhe, Weite,
Druckstärke, Neigungswinkel, Zutaten u. Ver-
einfachungen usw.
II. CharakterologiSches: Zur Beobach-
tung einer Handschrift in Schreibtechn. Hin-
Sicht gehört große Erfahrung. IhreVerwendung
als Ausdrucksmittel in der Charakterologie 1st
aber bes. Schwierig, da Analyse u. Beurteilung
eines Charaktersan Sich Schon eine SehrSchwere
Aufgabe bedeutet. Klages Stellt bei den Schrift-
expertisen (-deutungen) zunächst die wesent-
lichsten, auffallendsten, immer wiederkehren-
den Eigentümlichkeiten der Schrift (Dominan-
ten) fest u. bringt diese unter gegenseitiger
Abwägung mit bestimmten Charakterzügen in
Verbindung, wodurch er nach u. nach zu einem
Gesamtbild der Persönlichkeit kommt. Manche
Beurteilungen von Schrifteigentümlichkeiten
leuchten unmittelbar ein; für einige mag eine
noch nicht erklärbare Erfahrung Sprechen; an-
dere erscheinen willkürlich u. kritikbedürtftig.
DI. Anwendung: 1. Vorwiegend vergler-
chend findet die G. in der RechtspflegeVerwen-
dung. (Bei Fälschung von Dokumenten oder
ÜUnterschriften, zur Ermittlung anonymer Brief-
Schreiber, Erpresser, HeiratsSschwindler u. a.)
2. Von theoret. Bedeutung ist die G. in der
GeschichtswisSenschaft (Biographie, Hagio-
graphie, Pathographie).
3. In eharakterolog. Hinsicht wird die Schrift
im prakt. Leben ausgewertet bei Beurteilung
von Stellungsuchenden, bei Vertrauensposten,
bei Heiratskandidaten u. ä. Hier vermag Sie in
der Hand des krit. Sachverständigen Hervor-
ragendes zu leisten. Viele treibt es, Sich ihr
Charakterbild auch aus der Handschrift etwa
SO wie das Schicksal aus den Handlinien «wahr-
Sagen» zu lassen. Von manchen berufsmäßigen
- Graphologen wird auch vor Prophetie, Vorher-

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