1117
Jahr, das an allen anerkannten landwirtschaftl.
Schulen abgeleistet werden kann.
VII. Maidenlehrgänge, JetztFrauenlehr-
jahr genannt, 1jährig, eine Art landwirtschatftl.
Frauenschulen, dienen der Ausbildung zur
wirtschaftl. Tätigkeit als Landtrau u. als Vor-
bereitung fürden BesSuch der wirtschaftl Frauen-
Schule. -- Au/nalhmebedin gungen: MittlereReife.
--- Berechtigung: Eintritt in gie wirtschattl.
Frauenschule, Eintritt ohne Aufnahmeprüfung
indiekindergärtnerinnen-u.Hortnerinnensemi-
nare. S. die Art. Haushaltungsschulen, Haus-
wirtschaftl. Bildung. L. Holtz.
Naut u. Hauterkrankungen.
H. = Haut.!
1. Die Haut ist phySsiologiSch zunächst
als Szznesorgan von Bedeutung. Sie enthält
4 Ärten von verschieden lokabsierten Sinnes-
punkten nebeneinander, wenn auch an den
verschiedenen Stellen der Körperoberflächen
verschieden verteilt: Tastpunkte, Warmpunkte,
Kaltpunkte u. Schmerzpunkte.--Die Tempera-
turempfindung wächst mit der Stärke der Tem-
peraturänderung, der Schnelligkeit ihres Ein-
tritts u. dem Umfang der betroffenen H.fläche.
-- Der Schmerz wird langsamer, aber auch
länger empfunden als Tast- u. Yemperaturreize.
Sodann ist die H. an der Zemperaturregulie-
rung des Körpers beteiligt. Etwa 80%/, von der
gesamten abgegebenenWärme fallen aufdie H.-
oberfläche, 15%/) auf die Schieim-H. der Luft-
wege, der Rest auf die Exkrete usw. Die H.
gibt die Wärme ab durch Strahlung u. Leitung
an die umgebende Luſt Sowie durch das Ver-
dunsten des WassSers auf der H., insbes. bei
Schweißsekretion. Reguliert wird die Wärme-
abgabe zunächst durch den Umtang der H.-
durchblutung: Vermehrung der Blutzufuhr
durch Erweiterung derH.gefäße u. Vermehrung
der Herzschläge Steigert die Wärmeabgabe ;
Verengerung' der Blutgefäße u. HerabSsetzung
der Herzschläge vermindert zie. Darum 1st der
erhitzte Mensch gerötet, der frierende blaß.
Sodann iSt die Schweißsekretion von Wicht1g-
keit; je mehr Schweiß gebildet wird u. zur Ver-
dunstung zur Verfügung steht, um So größer
iSt die Verdunstungskühle. Die Schweißsekre-
tion kann auch durch psych. Einflüsse (Angst-
Schweiß) u. durch Gifte bgeinflußt werden.
Weit überschätzt wird dagegen für gewöhn-
lich die Bedeutung der H. als Azmurgs0rgar.
Der durch die H. aufgenommene Sauerstott ist :
Haut u. Hauterkrankungen.

I11I8
nungen (Leinölverband) u. Erfrierungen (all-
mähl. Erwärmungen durch Reiben, evtl. mit
Schnee) u. entzündl. Blasgen durch Druck
(z. B. an den Füßen ; Sofort öffnen, Flüssigkeit
herausdrücken u. mit Leukoplast bedecken)
zu rechnen. Chem. Reize führen zu akuten u.
chron. Ausschlägen (Ekzeme). Als chem. Reiz-
mittel wären zu nennen Säuren 1. Alkalien,
ferner Jodoform, Quecksilber, Karbol, Senföl,
"Terpentin usw. Auchalkalireiche Seiten gehören
hierher. Sodann ruten einige Pflanzen bei der
Berührung Sehr starke Ekzeme hervor, insbes.
der Gifts5umach (Rhus toxicodendron) u. die bei
uns Sehr häufige japan. Primel (Primula ob-
conica). Schließlich Sind auch noch die Kratz-
ekzeme zu nennen, auf der H. bes. bei Krätze
u. Läusen, an der Schleim-H. des Afters (u. der
Scheide) bei den Sehr verbreiteten Würmern im
Darm. Die Rolle der Bakterien ist nicht völlig
geklärt. Ekzeme gehören in ärztl. Behandlung.
2. Schädigungen durch Stoifwechsel-
Störungen: Insbes. Sind hier die Ekzeme
der Säuglinge u. Kleinkinder zu nennen, die
teils auf eine bestimmte Anlage, teils auf über-
mäßige u. falsche Ernährung zurückgehen. B21
der Vorbeugung ist vor allem auf den regel-
mäßigen Stuhlgang u. auf Einschränkung der
Kuhmilch zu achten. k
3. Schädigungen aufGrundeinerüÜber-
empfindlichkeit des Organismus gegen
bestimmte Substanzen, Seien es nun Arzneil-
mittel wie 2. B. Aspirin u. Pyramidon, Seien es
bestimmte Nahrungsmittel wie Erdbeeren, Fier,
Hühnerfleisch, Spargel usw. Die H.reaktion be-
Steht entweder in den Quaddeln der Nessei-
SUCHht oder in Ausschlägen.
4. Schädigungen aut Grund Speziel-
lerInfektionen der H. mit Pizen oder
Bakterien. Als Beispiele Seien hier nur die Bart-
echte, der Grind, der Furunkel usw. genannt.
5. Schließlich kann die H. auch noch im
Rahmen einer allgem. Erkrankung
ergriffen Sein: H.tuberkulose (Lupus), Syphilis,
Milzbrand, Krebs usw.
III. Die Hautpflege besteht vor allen Din-
' gen in Reinlichkeit. In den Schulen 1ist daran
zu denken, daß viele Kinder, imSbes. natürlich
vom Lande, nicht einmal wisSsen, daß man Sich
den Rücken waschen kann, u. daß die betret-
fenden Handbewegungen erst geübt werden
: müSsSen. Über die Bedeutung des Badens S. Art.
Bad. Ein leichtes Eincremen der H. kann ihre
minimal; auch die Ausscheidung der Kohlen-
- werden. Eine Creme, die ätzende Substanzen
: enthält, ist Selbstverständlich zu verwerfen,
; auch wenn diese Substanzen gut riechen oder
: eine gewünschte Farbe verleihen. Ein reizioser
Säure beträgt nur 195 der GeSamtausscheidung,
doch findet Sie Sich bei Starker Schwoißsekre-
tion vermehrt.
I. An Hautkrankheiten unterscheiden
wir: I. Schädigungen durch äußere
Einwirkungen phySik. oder chem. Na-
"ursachen kann: bes. wichtig iSt das Pudern Ces
tur. Zu den ersteren Sind vor allem Verbren-
Geschmeidigkeit erhöhen, doch muß die Creme
durch Sorgfältiges Waschen täglich entiernt
Puder, wic Vaseno!, kommt dort in Frage, wo
aine Starke Schweißabsonderung Ekzeme ver-

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.