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Säuglings ; doch darf die Puderung nie 50 weit
gehen, daß Sie die physiolog. Schweißabsonde-
rungen an größeren Bezirken des Körpers Stört.
Ein Unfug ist das 50 beliebte Braunbrennenlas-
Sen der H. durch die Sonne. Ankleinen Körper-
teilen, wie dem Gesicht, Schadet es nichts (vor-
ausgesetzt, daß kein Sonnenstich auftritt); am
ganzen Körper hat es dagegen durch die Um-'
Stellung der Pigmentierung eine Gewöhnung |
des Körpers an ganz extreme Licht- u. Wärme-
bedingungen zur Folge, die unseremKlima nicht
entsprechen. IW. Sezſgert.

Hebräischer Unterricht.
[H. =Hebräisch.]
1. Geschichtliches: H. ist mit dem Akka-
dischen (auch AssyriSsch-Babylonisch genannt),
Aramäischen, Arabischen u. Athiopischen eine:
der Seit. Schlözer(1781)50g.Semit.Hauptsprachen. :
Als Unterrichtsfach 1st H. erst durch die Hu-'
manisten in das christl. Schulwesen eingeführt
worden. Im christl. Altertum u. Mittelalter.
waren -- wenigstens innerhalb der griech. u.
lat. Kulturwelt--hebr. Sprachkenntnisse Selten.
Origenes, Epiphanius, Hieronymus Sind fast
die einzigen, denen Sie nachgerühmt werden.
Hieronymus hat H. u. Aramäisch durch pri-
vaten Unterricht von Juden gelernt. Das Mittel--
alter kennt vereinzelte Hebraisten. Die erste
einigermaßen Selbständige Schulgrammatik ist.
das 1504 erschienene Werk «De modo legendi:
et intelligendi Hebrael von Konrad Zeilican.
Größer, bedeutender u. grundlegend Sind die
Arbeiten von 7o/. Reuchlin (7 1522) geworden.
Die erste deutsche Schulordnung, welche H.
als eigenes Lehrfach zeigt, ist die von Zwickau
1523. Dreier Sprachen kundig zu Sein, galt als
das humanist. Ideal dieser Zeit. 1530 errichtete
Franz I. das Collegium trilingue in Paris. Am
bedeutendsten war wohl die Schule von Löwen.
Auchinden Jesuitengymnasien fanddasH.eAutf-
nahme. Im 17. u. 18. Jahrh. erlahmte der Eiter.
Neue Triebkräfte kamen aus dem Pietismus u.
der Belebung dersprachwissenschaftl. u. archäo-
log. Studien Seit dem 18. Jahrh. Um 1900 war
H. an deutschen Gymnasien überall auf 2 bis
4 Kurse verteilt, Wahlfach für zukünftige Theo-
logen. Seit dem Ministerialerlaß vom 16. I1.
1923 Ist die Lage für Preußen geändert ; da-
nach 15t es zweifelhaft geworden, ob die Sprach.
Kenntnisse, welche für den Antritt des theolog.
Studiums erforderlich Sind, bereits am Gym-
nasium erworben werden können.
IT. Über die Bedeutung des H.en Sind die
Meinungen Sehr geteilt. Wenn man indes mit
dem Grundsatz Ernst macht, daß nur die Ur-
teile von Sachkundigen wiegen, u. wenn daher
alle diejenigen, welche Selbst nicht H. verstehen
oder nur mangelhaft unterrichtet Sind, Schwei-
gen, So ist eine Einigung zweifellos leichter. :
Es iSt wirklich nicht Schwer, ähnlich wie für.

Hebräischer Unterricht.
1120
Latein u. Griechisch u. die modernen Sprachen,
auch von einem formalen Bildungswert des H.en
zu Sprechen 1. die Ansicht mit guten Gründen
zu belegen. Auch die Gemüts- u. Willensbil-
dung kann gewinnen. Der entscheidende Wert
des H.en aber liegt in der Beziehung auf das
theolog. Fachstudium. Imersten Semester pflegt
Einleitung in die Heilige Schrift gehört zu wer-
den, wofür Sofort die Kenntnis des H.en voraus-
gesetzt wird, u. die folgende alttestamentl. Exe-
gese legt den Urtext zu Grunde. So wenigstens
: an den deutschen Umwvergitäten, deren Fakultä-
' ten in der Methode einig Sind, möglichst auf die
ersten Quellen zurückzugehen. Darin liegt auch
der Hauptgrund gegen den Vorschlag, die Ein-
führung in das H.e an die Hochschule zu ver-
legen. Dazu kommt, daß der akadem. Studien-
plan ohnehin reichlich genug bezetzt 1st. Ferner
lehrt die Erfahrung, daß die Schule für die Er-
lernung elementarer Sprachkenntnisse unver-
gleichlich geeigneter ist als die Universität.
III. In der Methode des hebr. Unterrichts
im einzelnen Sind 2 Extreme zu vermeiden:
übertriebener Drill u. Überbetonung Sprach-
wisSenschatitl. Gesichtspunkte. Das Ziel 1st:
; den Schüler dahin zu bringen, einen bibl. Text
Selbständig übersetzen zu können u. einer 2xe-
get. Vorlesung mit hinreichendem Verständnis
zu folgen. Dazu ist erforderlich : Beherrschung
der Schrift, ein wenigstens die erzählenden
Bücher umfasSender Wortsgchatz u. Sicherheit in
' den Elementen der Grammatik. Man plage also
den Schüler nicht zuviel mit Schwa-Regeln u.ä.,
entwickle aber auch nicht am Anfang Schon
die Semit. Lautgesetze, wie Sie nur jemand ver-
Stehen kann, der Schon den Bau der Sprache
im allgemeinen überblickt u. noch andere Semit.
Dialekte zu würdigen weiß. Man übe vor allem
die geltenden Hauptformen. Dazu Sind Schrift].
Übungen aus dem Deutschen ins H.e, was man
immer auch gegen Soiche Übersetzungen ein-
gewandt hat, erfahrungsmäßig für Schüler u.
Lehrer Sehr nützlich. Der Lehrer muß vor allem
über dem Stoff Stehen. Sprachwissenschaftl.
Studium der histor. Grammatik, die Fähigkeit,
Semit. Archäologie u. Geschichte in den Dienst
des Unterrichts zu Stellen, die Bekanntschaft
mit einer zweiten Semit. Sprache, wofür Sich
dem Theologen mit Rücksicht auf das Neue
Testament u. die Kirchengeschichte bes. das
Aramäische empfehlt, namentlich aber Bibel-
kenntnis bewahren mehr als allerhand äußere
Regein vom Abirren in Nebensächlichkeiten,
behüten vor geistlosem Formalismus u. machen
es dem Lehrer immer leicht, das Schul-H.e im
größeren u. lebendigen Zusammenhang mit an-
dern Fächern zu Sehen u. So die Konzentration
des Unterrichts jederzeitzu gewinnen, die immer
ein Geheimnis des Erfolgs gewesen 1st. Einen
Teil der Schuld an dem viel beklagten M3ß-
ertolg dieses Unterrichts tragen Lehrer, die für

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