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Bearbeitung zu entwerten u. zu erproben, ist
die Aufgabe der wisSenschaftl. HP. u. ihrer me-
dizinisch-psycholog. Grundwissenschaften. Die
HP. Steht erst im Beginn dieser Arbeit. Die
Analyse des Schwachsinns darf nicht mit der
Aufstellung von -- mit groden « Zesis» abge-
grenzten -- S/7u/ellzgenzstufen» Genüge finden.
Der an Sich fruchtbare Gedanke des «psycholog.
Profils» bedarf eindringl. Vertiefung u. ist in
pSychopatholog. Elementar- wie Strukturfor-
Schung fruchtbar zu machen. Die Typenfor-
Schung darf Sich nicht mit der Abgrenzung
nach unanalysierten mit groben Mitteln gefun-
denen Leistungskomplexen beruhigen, Sondern
bat die zu Grunde liegenden pSsychopatholog.
Grundgeschehnisse aufzudecken. Nur 80 kann
es gelingen, eine «kausal» vorgehende u. wirK-
Same päd. Methodik auszubauen.
Unter Solcher Einstellung wird auch die
Frage nach dem Verzälinis von umschriebener
Störung u. allgem. Schwäche besondere Berück-
Sichtigung finden. Die Arbeiten über «partielle
Idiotien» (Xzeger u. Reichardt), psych. Taub-
heit (Zeller), kongemtale Wortblindheit, Hör-
Stummheit haben die Bedeutung umschriebener
Ausfälle für den allgem. Geisteszustand, auch
bei an Sich relativ unberührter «Intelligenz»,
nachgewiesen. Aber auch bei gegebener all-
gem. Schwäche bleibt der umschriebene AUS-
fall noch von eigener Bedeutung. So unter-
Scheiden Sich etwa Schwachsinnige von im
Groben gleicher «Intelligenzstufe» durch um-
Schriebene Fehlleistungen im Sprechen, Lesen,
Schreiben, Zeichnen usw. voneinander. Hier
Sind Untersuchungen über die Hemmung der
Entwicklung oder den Ausfall bestimmterWerk-
zeuge des Geistes u. die Bedeutung dieses
Mangels für den allgem. «Grad der Intelligenz»
von erhebl. Wert. Schon der mit dieser wissen-
Schatftl. Einstellung verbundene Zwang zur prä-
ziSen Fragestellung bedeutet einen großen Ge-
winn für die AP.
Nicht nur praktische, Sondern auch wissen-
Schaftliche -- als Solche aber für die Entwick-
lung der gesamten HP. höchst bedeutungsvolle
-- Notwendigkeiten fordern die Ausdehnung
HilfswisSenschaften, pädagogisSche.


der H.erziehung über das heute übliche Alter
hinaus. Im ZZ. &zndergarten werden unerSetz- |
liche Reobachtungen über die Sprachentwick-:
lung, das Verhalten im Spiel, über die Gestal-.
tung des Trieblebens, die Entwicklung der
werden u. zu entsprechenden päd.-method. Fol-
gerungen führen. Analoges gilt von der Be-
obachtung der Pubertäts-u. Nachpubertätsjahre
bei den H.entwachsenen.
Schrifttum: Zu I.: F. Frenzel, Handb. des H.
wisSsens(4 Tle., *1925/26); Archiv für H.praxis. Eine
Schriftenreihe, hrsg. von H. Schmidt u. F. Lichten-
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1164
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Lesch, Bericht über den 3. Kongreß für Heilpäda-
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Richtlinien zum H.lehrplan (1924); K. Bartsch, H.-
praxis (1927); Handbuch der H.praxis, hrsg. von
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Gedankenausdruck in der H. (?1925); W. Hische,
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ung des Hilfsschülers (1927); Dreßler, Die berufs-
gehemmten H.kinder in der Hilfsberufsschule, in:
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J]. Bappert, Zur Berufsfähigkeit der Hilfsschüler
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des Hilfsschülers, in: Vierteljlahrsschr. für wissen-
Schaftl. Päd., Jhrg. 3, H. 4, S. 617-626 (1927).
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wesens in Deutschland (Diss. 1927); A. Wiegand,
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gesSetze. Gesetzl. Bestimmungen usw. betr. das
Gesamtgebiet der SchwachSsimnigenversorgung
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210; A. Henze, Bericht über den X. Verbandstag
der H.n Deutschlands zu Hannover 1924(1925); --
Bericht über den XI. Verbandstagder H.n Deutsch-
lands zu München 1926 11927); A. Fuchs, Das
Sonderschulwesen in Berlin (1927); Deutsche H.n
in Wort u. Bild, hrsg. von A. Wehrhahn (1913).
Zu I11.: Der(die,; H.lehrer (in). Prüfungsbestim-
MUNSEN, SOwie Sonstige amtl. Bestimmungen betr.
H.n (1927); Denkschrift des Verbandes der H.n
Westfalens zur Unterbringung der Hilfsschüler im
' Berufs- u. Erwerbsleben (1928.
Zu IV.: F. Frenzel, Die HP. (/? 1922); A. Fuchs,
Schwachsmnige Kinder, ihre Sittl-relig., intellekt.
u. wirtschaftl. Rettung. Versuch einer HP./*1922".
1. X. Egenberger. 11. 4. IVWiegard.
LIT. Zz. ZeoSch. IV. IZ. 755277771.
HilfsSwisSenschaften, pädagogische.
„W. = WisScenSchaft, HW. = Hilfswissenschaft.
1. Begriiliches: Wenn ein W.sgegenstand
SO besSchafien 1st, daß er andere voraussetzt, auf
Sie tundiert ist, dann ist auch Seine Erkennt-
nis aufdieder Fundamente gebaut. Die so heran-
gezogenen W.en nennt man HW.en oder auch
Grund-W.en. Einen tfesten Sinn hat der Ter-
minus in der Geschichts-W., wo er Paläographie,
Chronologie, Siegelkunde, Urkundgenlehre usw.
bezeichret. Die Hilte besteht darin, daß erst
dasWissen um Schwierig zu erforSchende Einzel-
von A. Griesinger, H. 1 (1926); F. RösSel, Der Hilfs- | heiten die Quelle als Ganzes verständlich macht.

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