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'des, in dem es den einzelnen Gliedern des Volkes
möglich 1st, in einem den jeweiligen wirtschaftl.,
Sozialen u. kulturellen Verhältnissen entsprechen-
den Maße die Sozialökonom., phys. u. psych. Be-
dürfnisse zu befriedigen.
Ist innerhalb der Volks-W. ein Selbständiges
Teilgebiet, die J.-W., berechtigt? Die Fort-
Schritte der PSychologie u. Pädagogik haben
immer deutlicher die vom Erwachsenen ver-
Schiedene Eigenart des Jugendlichen erkennen
lassen. Er Steht noch mitten in der körperl.
Entwicklung, die beim Erwachsenen Schon ab-
geschlossen 1ist. Er kann daher leichter Schaden
nehmen u. bedarf infolgedessen eines größeren
Maßes von Fürsorge als der Erwachsene. In
psych. Hinsicht bedarf er bei der Entfaltung
Seiner geistigen Anlagen einer leitenden u. hel-
fenden Hand. Erst recht deutlich wird der
ÜUnterschied in Sozialer u. wirtSchaft]l. Hinsicht.
Nun 1ist aber das Individualisierungsprinzip
oberstes Gesetz jederW.spflege. Esdürfen daher
die Hilfsmaßnahmen für ErwachsSene u. Jugend-
liche in Art u. Maß nicht gleichartig Sein. Somit
muß also innerhalb der Volks-W. ein Komplex
von Maßnahmen vorhanden Sein, deren Ziel aus-
Schließlich die J.-W. ist, u. den wir in Seiner Ge-
Samtheit als J.-W. bezeichnen. Sie ist in den
letzten Jahrzehnten zu einem hervorragend wich-
tgen Teilgebiet der Volks-W.Sbestrebungen ge-
worden, dem ausreligiös-ethischen, S0z1al-kultu-
rellen, wirtschaftl. u.polit. Erwägungen geradein
der Gegenwart besondere Bedeutung zukommt.
Auf dem Gebiet der J].-W. beobachten wir
eine große Mannigfaltigkeit u. Zersplitterung
hinsichtlich der Träger, derverschiedenen Welt-
anschauungen u. Richtungen, der gesetzl. Be-
Stimmungen usw. Diese Tatsache 1ist historiSch
bedingt. Man Sah die J.-W. nicht als Ganzes,
Sondern die einzelnen Notstände als 1Ssolierte
Erscheinungen, denen gegenüber man Jeweils
iSohierte Abhilfsmaßnahmen traf. Neuerdings
Sucht man die Nachteile durch planmäßige Zu-
SammenfasSung zu beseitigen. Dieses Streben
macht Sich in rechtl. u. organisator. Hinsicht be-
merkbar: Vereinheitlichung der Gesetzgebung
(RIWG.) u. Schaffung von Zentralstellen für alle
J.bestrebungen in den F.ämern.
Die generelle Aufgabe der *.-IV. besteht in
der heilenden bzw. vorbeugenden Tätigkeit
gegenüber den Schäden, die den Nachwuchs
bedrohen. Die vorbeugende Tätigkeit bezeich-
net man als F.A//ege, die vorwiegend heilende
als F.fürsor.ge (Ss. jeweils d.). Diese theoretisch
glatte Grenzziehung läßt Sich in der Praxis er-
Klärlicherweise nicht immer durchführen. Ge-
meinsamist jedoch der ].pflege u. ].fürsorge, daß
Sie Veranstaltungen von Erwachsenen Sind. Da-
n 1 ? S ' : . . -- .
eben besteht eine von der J. Selbst ausgehende Stehen, Sowie als Wanderlehrer für die Erteilung
u. von ihr getragene gesellschaftl. Strömung, die
wir als F.dewegung (S. d.) bezeichnen. Alle drei '
Sind Ausmündungen der J.-W.sbestrebungen.
LexiKkdn der Pädagogik der Gegenwart. I.
Junglehrer(in).

NENN
I314
Schrifttum; J. Beeking, GrundrißderKinder-u.
].fürsorge(1929); H. Weber, Das kommunale |.amt
21927); - J.fürsorge im Deutschen Reich (1923);
K. Blaum, Die ].-W.(1921); J. Esser, Organisations-
formen in der privaten ].hilfe (1927). ZZ. Weber.
Junglehrer(in).
[]. = Junglehrer.]
Das Wort «J.», in Seinem erweiterten Sinne
die CharakteriSgierung der Jungmannschaft des
Lehrerberufsstandes, iSt in Seinem Begriffsinhalt
in der Nachkriegszeit entscheidend geprägt
durch die tieigreitende wirtschatftl., berufl. u.
SeelisSche NotderVoiksschul-Lehramtsanwärter,
die durch mehrjähr. Stellenlosigkeit der Schule
u. ihrem Beruf entfremdet wurden.
I. Notstand: Durch den Verlust der großen
Gebietsteile im Osten mußten Tausende von
Lehrernderabgetretenen Provinzen in preuß.Schul-
Stellen untergebracht werden. Die |.not ist darum
eine Spezif. preuß. Not. -- Auch Bayern, Württem-
berg, Hessen u. Baden haben gewisse Unter-
bringungsschwierigkeiten. Den andern Ländern
iSt das J].problem nach Seiner wirtschaftl. Seite hin
unbekannt. -- Durch den Sog. «Stellenabbau» im
Rahmen des allgem. Beamtenabbaues wurden etwa
8000 Lehrer- u. Lehrerinnenstellen abgebaut. Der
rapideGeburtenrückgangder Nachkriegszeitführte
zu einer Starken Verminderung der Schulstellen.
Da es Sich bei den aus dem Osten vertriebenen
Sog. Fliüchtlingslehrern der großen Überzahl nach
um kath. Lehreru. Lehrerimnen handelte, gestaitete
SICh die Unterbringung der &a27/t. F.im Schuldienzt
bes. Schwierig. Die Wartezeit der kath. J. beträgt
durchschnittlich 8-10 Jahre. Die Gesamtzahl der
Stellenloszen Lehrer u. Lehrerimnen betrug am
15. XI. 1929: 10998 evang. Bewerber, 1263 evang.
Bewerberinnen, 4131 kath. Bewerber u. 2810 kath.
Bewerberinnen. In ailen mögl. Beschäftigungs- u.
Arbeitsformen des erwerbstätigen Lebens Suchen
die J]. ihren Lebensunterhalt. Die Folgen dieses
Zustandes für die Gefährdung der päd. Geistes-
haltung der zukünftigen Lehrer durch jahrelange
mechan. Fremdtätigkeit, auch die ernsten Gefahren
für die Zukunftsentwicklung u. LeistungShöhe
unser2zr Schule drängen Sich von Seibst auf.
II. Offentl. Nilfsmaßnahmen zur Linde-
rung dieserNotlageergntt derStaaterstSeit 1924.
Durch den preuß. MinErl. vom 12. XII. 1924
wurde das System der FotbildungszuSchitsse ein-
geführt, wonach den ältesten Jahrgängen der J.
Zuschüsse in Höhe bis zu 100 RM monatlich bei
Verpflichtung zur planmäßigen Berufsfortbildung
durch Unterrichtsbesuche u. Teilnahmean Arbeits-
gemeinschaften gewährt werden. Bei der Krit. Zu-
Spitzung der Xotlage in den folgenden Jahren be-
willigte der preuß. Landtag im März 1927 größere
Mittel zur 3./7/7507.20. Die Beträge für Fortbildungs-
zuSschüsse wurden wesentlich erhöht. Als beson-
dere Notmaßnahme wurden 3000 H7//sZ7ehrerstellen
eingerichtet u.dafür 5,4 Millionen RM ausgeworfen.
Der MmErl. vom 1. IV. 1927 ordnete an, daß an
Schulen, wo mehr Klassen als Schulstellen be-
des Rel.-U. Hilfslehrer mit einem Monatsgehaltvon
1530 RM inzwischen erhöht auf 165 RM) eingestellt
werden Sollten. Außerdem wurden 2 Millionen RM
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