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für diejenigen J. bereitgestellt, die einen Berufs-
wechsel vornehmen wollten. Auch das Reich hatte
1926 eine einmalige Rezchszunglehrerſilfe in Höhe
von 6 Millionen RM bewilligt, die jedoch 1927 nicht
wieder erneuert wurde, weil das Reich die J.not als
eine Länderangelegenheit betrachtet wissen wollte.
Auch verschiedene Gemeinde- u. Kommunalver-
waltungen führten eine planmäßige J.hilfe durch.
Alle wirtschafti. Hilfsmaßnahmen haben auch
nicht annähernd vermocht, die J.not bis heute
wirksam zu überwinden. Die Lage des /,a7/.
Lehrernachwuchses insbes. fordert eine durch-
greifende Verstärkung der öffentl. Hilfsmaß-
nahmen u. deren Streng parität. Durchführung.
111. Selbsthilfe: Um eine Verbindung der
]. mit Schule u. Beruf wenigstens mittelbar auf-
recht zu erhalten u. der Seelischen Not wirk-
Sam zu begegnen, entwickelte die Selbsthilfe
der J. mit amtl. Förderung u. Unterstützung
durchdie Gesamtlehrerschaft ein formenreiches
System prakt. J.bildungsarbeit: Arbeitsgemein-
Schaften zur ].fortbildung, Berutstage, Beruts-
wochen u. J.freizeiten. -- Die Adezisgemern-
Schaften, Soweitsie amtl. Charakterangenommen
u. nicht freie elast. Arbeitsgruppen darstellen,
füßen auf den ministeriellen Richtlinien vom
6.1.7.11L 1920. Sie Sollen Sich von unten her
Selbst aufbauen u. in Leitung u. Verwaltung, in
der Gestaltung des Lehrplanes u. der Arbeits-
weise das Prinzip der Selbstverantwortung U.
Selbsttätigkeit weitgehendst verwirklichen. Die
Arbeitsgemeinschaften erstrecken Sich im all-
gi meinen über den Kreis eines Schulaufsichts-
bezirkes. Als Lehrende wirken vorwiegend
Schulpraktiker. Der Arbeitsinhalt wird durch
die päd. Theorie u. Praxis bestimmt. Vorträge u.
Aussprachen, BeSichtigungen 1. Wanderungen,
Unterrichtsbe-uche u. -verzuche wechseln ab.
Nach regelmäßiger erfolgreichir ziähr. Teil-
nahme an den Arbeitsgemeinschaften kann der
T. in der Form eines «Abschlusses»> (schrittl.
Arbeiten mit Besprechung) den theoret. Teil
der 2. Lehrerprüfung erledigen. Bei Späterer
Einberufung in den Schuldienst kann er nach
1 Jahr «Praxis» u. nach erfolgter Besichtigung
9
.-
Junglehrer(in)].

Seiner Klasse u. Schlußbesprechung vor einer
Seit dem 1. IV. 1929 besteht diese Möglich-
keit nicht mehr; auch die ]. Sind an die Be-
Stimmungen der neuen «Ordnung der 2.Prüfung,
für das Lehramt an Volksschulen in Preußen»
gebunden. Schon nach ertolgreichem theoret.
Abschluß steht dem ]. der Weg zur Mittelschul-
lehrerprüfung, zur Hil!sschullehrerprüfung zur
Zlinden- u. Taubstummen-Lehrerausbildung u.
zur Universität offen. Die J].fortbildung im den
andern deutschen Ländern entwickelte sich viel-
fach in ähnl. Formen.
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Suchen den J. in Seiner Ganzheit nach Körper,
Seele u. Geist zu erfassen u. Ihn in Tagen u.
Wochen froher Gemeinschaftsarbeit in lebens-
volle Berührung zu bringen mit den Grund-
fragen Seines Lebens u. Berufes. Apezu/Stiage
Sind eine Art «päd. Wochenendes», Einkehr-
tage für den Großstadt-J. Deuf/Swochen u. Prei
zeiten (5. d.) erstrecken Sich über 8 oder 14 Lage
u. führen |]. mit älteren Lehrern zur Gemein-
Schaftsarbeit ZuSammen.
IV. OrganiSationen: In Spannung zu den
großen Lehrerverbänden haben wiederholt ].grup-
pen versucht, zurErkämpfung ihrer wirtschaftl. Not-
forderungen interkonfessionelle J.organisationen
zu bilden, diesSich ausschließlich aufwirtschatftl. In-
teressgenvertretung beschränkten. Sie haben keine
Allgemeinverbreitung gefunden u. keinen Dauer-
bestand behaupten können. Im Gegensatz zu ihnen
entwickelte Sich der Aal. /.dund des Deuwutschen
Reiches zu einem Arbeitsmittelpunkt der Kath. J.-
Selbsthilfe. In organ. Verbindung mit dem Kath.
Lehrerverband stehend, ist er hervorgegangen aus
einem Sozial u. kulturell orientierten Zirkel kath. J.u.
Seminaristen in Paderborn u. reicht bis 1909 zurück.
Unter denWirkungen der Nachkriegszeit verschob
Sich die Grundlage des Bundes in der Richtung
einer Hilfs- u. Notgemeinschaft. Er umfaßt heute
in allen Teilen des Reiches etwa 100 Gruppen, die in
mehr oder weniger gebundener Form kath. J. Sam-
meln. Aufgaben des Bundes Sind: Vertiefung der
Persönlichkeitsbildung aus den Kräften des kath.
Glaubens heraus; wirtschaftl. u. geistige Selbst-
hilfe im Geiste lebendiger Caritas; Überwindung
der Berufsentfremdung des J.s durch lebensvolle
Bildungsarbeit in Gruppen u. Arbeitsgemeinschaf-
ten; Vertiefung Sozialer Haltung u. Verantwortung
durch Dienst am Volk. BundesgesSchäftsstelle :
Rinkerode bei Münster i. W. Werkblatt des Bundes
ist «Der junge Lehrer» (Beilage zur «Päd. Post»,
Bochum".
V. Für die Junglehrerin trifft das unter
1. IL. II]. vom «].> Gesagte in vollem Umtang
zu. Die wirtschaftl. Lage der kath. J1.in 1st
noch ungünstiger. Es wird voraussichtlich
bis 1936 dauern, ehe der Überschuß unter-
gebracht 1Sst.
Organisation: Die kath. J.innen Sind Seit
1919 zusammengeschlossen als Jugendgruppe des
.. ; . . . . ..“ " .. ! 7 D ' - 2% "vg 7: » -
PrütungsKkommuissSion dieBefähnigung zurondgül- vereins Kath, deutscher [ehrerinnen im Puna der
tigen Anstellung im Volksschuldienst erwerben. 7“ Eau men. Set 1927 50Cer
T < ' Lehramtsbewerberinnen ein Teil des Vereims kath.
deutscher Lehrerinnen u. jedes Bundesmitglied
Vollmitglied des Vereins. Der Bund umfaßt etwa
70 Gruppen mit insgesamt ca. 4000 Mitgl. Bundes-
geschäftsstelle : Krefeld, Marktstr. 231. Das Werk-
blatt des Bundes ist «Die junge Lehrerin» Beilage
zur Wochenschrift des Vereins kath. deutscher Leh-
rerinnen, Schöningh, Paderborn .
Schrifttum: F. Schneider, Fremdberufstätig-
keit u. päd. GeisteShaltung.1927 ; F. Wilhelm, Fritz
Wilde, der ]. 1925; F. Walter, Der ]. 1926; W.
| Bannert, Vonden Enterbten der Schule, Ein J.-Bre-
. . . . . vier (1927; ]. Jürgens, Im Kampfmitdem SchickSsal
Die weiteren Formen der Berufsverbindung
-- hpterufstage, Berufswochen 1. Freizeiten =
(19283: Roamer, Wanderpapiere eines J].S 1928.
I-IV. 2. Pergmann. VN. JI. May.

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