Jurist.
Nicht der ist ein guter J., der umfassend
in den Vorschriften, Erlassen u. Entschei-
dungen Sich auskennt, Sondern der ein 92-
Sundes Empfinden für die tatSächl. Gegeben-
heiten in Sich trägt u. der in verständiger
Würdigung aller Besonderheiten des Falles,
nicht aber mit rückSichtsloSer Anwendung
von Begriffen die rechtl. Entscheidung findet.
Der Gesetzgeber hat nicht für alle Verwick-
lungen des Lebens Schlechrthin richtige Lö-
Jurist--Kabisch.

IZ18
weisung in den verschiedensten Rechtssystemen
u. deren Geschichte. Besondere Beachtung wird
jetzt der Kriminalistik, Kriminalpsychologie u.
gericht]. Medizin Sowie dem Stratvollzug ge-
Schenkt. Seit der StaatSumwälzung Sucht man
auch dem polit. Denken u. Urteilen durch Ver-
mittlung gründl. Kenntnisse in dem allgem.
Staats-, VertasSungs-, Verwaltungs-, Völkerrecht
eine Solide Grundlage zu geben. Wirtschatfts-
politik u. Finanzwissenschalt Sind in den Be-
reich der Vorlesungen u. Übungen einbezogen.
Man legt Jetzt auch wieder mehr Gewicht auf
Die Zahl der Studierenden der Rechts- u. Staatswissenschaf“en an den reichsdeutschen Univergitäten.
























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Studierende |N SSS NS GSI LS GB| PEI GS SNGE/ SSS (GEP B | 1 (&
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- -“ |“ -“ SI“ -“'D “ -'> “ -'> - I - I | 7 Z = iz
männl. j10218 9752 (18721 1704 1765516 862,18469| 18211119 904119 782| -=- 21224 121953 20497 | 134915633! 9971376
weibl. 47; 31; 617| 581| 5350| 4731 4381| 3511| 609| 604! -- | 826 | 71037 | 10338 612 228| 167| 51
Zusammen | 10265 /9803 |193: 3 (182053|17335j18950/18 722/20 513/20 386/22 982|22 050 !|22 990 2/21 555 3114 103/5861/1164 427
Vom Hundert der Gesamtzahl der Studierenden: ? 19,51 ? 18,59. 3 17,61.
Sungen geben können, Sondern damit rechnen
müssen, daſß Seim Wille verständig erforscht,
daß er nicht durch blindes Festhalten an dem
vielleicht mißglückten Wortlaut falsch gedeutet,
unter Umständen in das Gegenteil verkehrt
wird. Daß die Ausbildung der J.en ehedem nicht
restlos zuiriedenstellte, zeigt die Tatsache, daß
mancher unserer Jugendrichter mit Seiner Auf-
gabe wenig anzuiangen wußte, u. daß jene von
Ihnen, die ganz einfach, ohne ängstlich nach
Vorschriften zu Suchen, Sich auf Verständnis
Hilfsbereitschatft einstellten, geradezu Ver-
wunderung erregten. Die RechtswisSsenschaft
hatte im Laufe der Zeit den Zusammenhang mit
den übrigen Wissenschaften z. T. verloren u. Sich
in dieser Vereinsamung immer mehr auf die
Erlernung u. Anwendung von Vorschriften um-

gestellt. Jetzt erstrebt man zunächst eine Ver-
tetung der jurist. Fachausbildung durch Unter-,
K
Kabisch, Richard.
Evang. Theologe u. Pädagoge, geb. am 21.V.
1868 zu Kemnitz bei Greifswald, besuchte das Gvm-
nasium Greifswald 1877-1885, die Universitäten
Greifswald u. Bonn1888: Lehrbefähigung: Deutsch,
Geschichte, Theologie; 1889 Lizentiat; 1891 Ze-
ZoinSchulrektorm Altenkirchen; 1893 Semrarlelrer
in Berlin, (1897) Dramburg, (1899 Oranienburg ;
1903 Semimardircktor m Ltersen, Prenzlau ;
RE GTEFUNGS- 1. Schulrat im DüsSeldorf u. Brom-:
bers; 8. IX. 1914 Offizier-Stellvertreter, fel am
30. X. 1914 bei BixSchote (Flandern.
L;el der Erziehung ist ihm die EriöSung vom
Ich durch den Willen zur Tat ü. den Willen zum
Laigden, Erwachen aus der Zeit zur Ewigkeit.
Die Menschen Sollen Gottes Söhne werden. In
philoSsoph. Schulung -- freilich auch das vor-
wiegend nach der Seite Ger log. Gewandtheit,
Sehr zögernd noch in der Richtung aut jene WiS-
Sensgebiete, die unter dem Gesichtspunkt der
Pädagogik neu autblühen. Und doch Sind hier
die eigentl. Grundlagen tür die richtige Ausbil-
dung der J.en gegeben. Diese Umgestaltung der
Ausbildung ist jedoch noch weit entfernt davon,
in allen Ländern anerkannt u. durchgeführt zu
Sein. Siebegegnet einem heftigen Streit zwischen
den Praktikern u. den Theoretikern. Erstere ver-
langen von der Universität eine Ausbildung, die
als Ziel die Belähigung zur Arl;eit im Leben hat;
letztere Jehnen das ab u. erklären geradezu, es
Sel micht Aufgabe der Universität, der Praxis
ausgebildete Kräfte zur V ertügung zu Stellen.
Über Rechtsstudium, Prüfungen u. das Lr-
gebnis der augenblickl. Reformbestrebunzen
vgl. Art. Rechtsstugium. F. Ri.
der Jugend iSt die 3tache GeSinnung zu wecken:
: die menschliche, die christliche (d.
die sittliche), die Staatsbürgerliche, das iSt die
1. zugleich
wahre Soziale Erzienung. Sie pflegt den Fami-
„Hensinn, den Gemeinsinn, den Staatssinn. Den
Eltern erteilt K.Weisungen für die Erziehung der
Kinder von der Wiege bis zum reitenden Alter.
"Bloße Hauserziehung ist unsozial. Bildung ist
1910 die Fähigkeit des Mensc hen, in dem Kreis, tür
' den er zeboren iSt, die Menschenbestimmung
; ZU erfüllen u. Seinen LebensSkreis geISUg zu DC-
' herrschen. KoedaukationlehntK.im allgemeinen
ab. Hauptbildungsstätte ist die V olksschule ;
'Sie ISt auch die Vorbereitungsschule für die
' höheren Schulen ; Sie Soll auch. Handarbeit trei-
ben. «Jagt mir die Grammatik aus der Volks-
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