347
vor Übersetzungen in moderne Verhältnisse ge-
warnt werden (gegen 4. Ya/kotzy). Es entspricht
dem kindl. Erleben u.ist auch erzieherisch wert-
voll, wenn die Kinder ihrem M.erlebnis in freier
Weise gestaltend Ausdruck geben, in mündl.
u. Schriftl. Erzählen, in zeichnerischer u. plast.
Formung, auch in ungezwungenem M.spiel aus
dem Stegreit. Die Einübung im Druck erschie-
nener M.spiele u. der Versuch Z. FZeywargs,
vor der Aufführung durch die Klasse gemeinsam
ein ausgebautes M.spiel erarbeiten zu lassen,
zerstören jedoch leicht den M.charakter. M.-
Spiele in Theater u. Film werden im allgemeinen
dem M. ebensowenig gerecht wie dem Kinde.--
Bei aller M.behandlung in Familie, Kinder-
garten u. Schule kommt es daraut an, daß das
Kind den Wert der Volks- u. Kunst-M. in Ge-
halt u. Form tief erlebt, u. daß dieses Erlebnis
durch nichts getrübt wird ; es Soll Vorstufe u.
Grundlage zu weiterer Iiterar. Erziehung Sein.
Schrifttum: F.v.d. Leyen, Das M. (*1925);
W. A. Berendsohn, Grundformen volkstüml. Er-
zählerkunst in den Kinder- u. Haus-M. der Brüder
Grimm (1922); W. Wenk, Das Volks-M. als Bil-
dungsgut (1929, grundlegend zu Teil I u. 11); Ch.
Bühler, Das M. u. die Phantasie des Kindes (*1929);
A. Rumpf, Kind u. Buch (21929); E. Müller, Psycho-
logie des deutschen Volks-M.s (1928); A. Jalkotzy,
M. u. Gegenwart (1930); A. Kunzfeld, Vom M.-
erzählen u. M.illustrieren (1926); E. Heywang, Das
M. in der Landschule (1928); W. Ledermann, Das
M. in Schule u. Haus (*1926, für die Praxis des
M.erzählens bes. wertvoll). -- M.Sammtiungen für
die Hand des Lehrers : Empfehlenswerte Neuaus-
gaben der Grimmschen « Kinder- u. Haus-M.» Sind
erschienen bei Reclam (3 Bde.), Elwert, Marburg
(3 Bde., mit Bildern von O. Übbelohde), Diederichs,
Jena (2 Bde., Jubiläumsausgabe, hrsg. von F. v.d.
Leyen). =- M.ausgabern u. M.Sammlungen für Kin-
der : Grimm, Kinder-M. (Thienemann, Stuttgart);
Grimm, M. (Auer, Donauwörth); Bechstein, M.-
buch(Hendel, Leipzig); Andersen, M.(Auer, Donau-
wörth); Hauft, M. (ebd.); Kiesgen, Ausgewählte
M. deutscher Dichter (Bachem, Köln); Mit Moritz
Schwind ins M.land (Kögel, München ; gut bebil-
dert) u. a. =- M.bändchen (vorzüglich als Klassen-
lektüre geeignet) in den Sammlungen : Deutsches
Gut(Fredebeulu. Koenen, Essen); Deutsche Gaben
(Kamp, Bochum); Erbgut deutschen Schrifttums
(Hausen, Saarlouis); Münchener Jugendschriften
(Butzon & Bercker, Kevelaer); Schaffsteins Blaue
Bändchen (Köln) u. 2. W. Hansen.
Marineiachschulen.
M. entsprechen in Ziel, Zweck u. Bedeutung
den Heeresfachschulen (s. d ).
I. MarinefachSchulen für Verwaltung
u. Wirtschaft bereiten für den Beamtenberutf
UV. das freie Wirtschaftsleben vor. Die Zaupt-
Stufe umtaßt die Klassen XII--VII u. einen
Wiederholungslehrgang. AbschlußprüfungIbe-
rechtigt zum Eintritt in Beamtenstellen der alten
Besoldungsgruppe I--V, Die Oderstufe, die die
Klassen VI--I1 umfaßt, Schließt mit der Ab-
Marinefachschulen.
348
Schlußprüfung II ab, die zum Eintritt in Be-
amtenstellen des gehobenen mittleren Dienstes
(Eingangsgruppe : alte Gruppe VI]) berechtigt.
Der Unterricht beginnt im 4. Dienstjahr. Der
Wiederholungslehrgang u. Klasse I Sowie die
Abschlußprütungen können erst im 12. Dienst-
jahr erledigt werden. Die C/zzerrichtsfächer Sind
dieselben wie in den Heeresfachschulen tür Ver-
waltung u. Wirtschaft. Die wöchentl. Stunden-
zahl in den einzelnen Fächern ist jedoch eine
andere, da mit Rücksicht auf die Marinever-
hältnisse an Stelle des Klassenunterrichts ein
lehrgangmäßiger Unterricht stattfindet.
I. Marinefachschulen für Gewerbe u.
Technik umfassen: Die Gewerbeschule zur Aus-
bildung zum Selbständigen Handwerksmeister
u. zurAblegungder Meisterprüfung; die Sezrzebs-
fachschule für Kraft- u. Keparaturbetriebe bildet
mit Abschlußprüfung I zum Betriebstechniker
aus ; die Aößere Betriebsfachschule für Kraft- u.
KReparaturbetriebe vermittelt eine Ausbildung
zum Betriebsleiter u. Betriebsbeamten. Reife-
prüfung (Abschlußprüfung 11); der erfolgreiche
Besuch der Seemaschzin?stenschule berechtigt zur
Ablegung der Prüfung zum Seemaschinisten
2. K1, der der Seefahrtschule zur Ablegung der
Prüfung zum Steuermann auf kleiner Fahrt.
Die Schüler der M. für Gewerbe u. Technik
besuchen zuerst die Klassen XII--X der M. für
Verwaltung u. Wirtschaft. Hier erhalten Sie
Unterricht in den allgemeinbildenden Fächern,
der in den M. für Gewerbe u. Technik fort-
gesetzt wird. In den M. für Gewerbe u. Technik
kommen als Hauptfächer hinzu techn. u. naut.
Fächer Sowie handwerksmäßige Ausbildung je
nach den einzelnenSchulabteilungen. Abschluß-
prüfungen erst im 12. Dienstjahr.
Der Unterricht wird von geeigneten haupt-
u. nebenamtl. Lehrkräften erteilt. Die fachl.
Aufsicht führt bei jedem StationsSkommando
ein fachmännisch vorgebildeter Siationsunter-
richtsleiter. Zentralstelle für Schulfachmänn. An-
gelegenheiten ist die /uspektion des Bildungs-
wesSens der Marine in Kiel. -- Der Unterricht in
M. mit ihrem neuartigen Lehrplan (allgemein-
bildende Schule mit starkem wirtschaftl. Ein-
Schlag), ihrem besondern Schülerkreis, die Ein-
gliederung in die militär. Organisation, die bei
fahrenden Verbänden bes. Schwierig Iist, Stellen
an den Lehrer außergewöhnl. Anforderungen.
Die Abschlußprüfungen, in denen Vertreter des
Reiches, der Länder, der Stadt- u. Landgemein-
den, der Kaufmannschaft u. des Gewerbes teil-
nehmen, zeigen in Steigendem Maße die Be-
deutung dieser Schulen bes. durch die Betonung
der staatsbürgerl. u. wirtschattl. Faktoren.
Schrifttum: Amtl. Lehrplan u. Prüfungsord-
nung der M. für Verwaltung u. Wirtschaft von 1928;
desgl. der M. für Gewerbe u. Technik von 1930; Auf
dem Weg zu einer naut. Hochschule, in: Ztschr. für

Hochschulpäd., ſJhrg.6, S.10--12(1915). 3. Speer.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.