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dagogik, jedoch zugleich nach Selbständigkeit |
dieser als einer eigenen, nicht mit Erziehungs-
philosophie zu verwechselnden Wissenschatt,
u. zwar im Sinn einer /aedagogia perenn:s. Für
Sie gilt ihm als bes. wichtig deren Erfassung in
ihrem Gesamtumfang, einschließlich der von
ihm als unentbehrlich u. weithin ausschlag-
gebend erkannten Ausdehnung der Pädagogik
auf die akadem. Stufe, unter dem Ausdruck
Hochschulpädagogik (8. d.). Dazu trat noch bes.
Interesse für die Methodik der Pädagogikge-
Schichte, einschließlich Verwertung der Ge-
Schichte der Staatsverfassungen, u. für Heil-
pädagogik. Als ein hauptsächl. Schlüssel zum
Verständnis u. richtigen Betrieb der Pädagogik
überhaupt u. der Hochschulpädagogik insbes.
erscheint ihm die Besinnung auf den Wert der
Logik für die Pädagogik, einschließlich des Ver-
hältnisses zwiSchen reiner u. angewandter WIs-
Senschaft. -- Nach Vertretung der Hochschul-
pädagogik in verschiedenen Abhandlungen u.
Aufsätzen Seit 1893 u. mit Hilfe vieler Gleich-
Strebender wurde das neue Gebiet ausgebaut u.
durch einen Verband für Hochschulpäda gogiſ
gefördert. Aus diesem ging 1910 die Gesellschaft
für Hochschulbädagogik hervor mit der Zisc?r.
für Hockschultpädagogik (Seit 1910).
1920 habilitierte Sich S. an der Univ. Greifs-
wald für Pädagogik, erhielt 1922 einen Lehrauf-
trag für Hochschulpädagogik, den ersten dieses
Spezialfaches überhaupt, u. wurde 1927 zum nicht-
beamt. ao. Prof. ernannt.
Aus Seinem vielfachen Sc/2/t/11m Seien erwähnt:
Die oberen Stufen des Jugendalters (1907); Ein-
leitung in die akadem. Pädagogik (1907); Die Aus-
bildung des Künstlers (1907); Philosoph. Propä-
deutik in neuester Literatur (1917); Methodik des
Studiums(1918); Die Bildung des Politikers (1919);
Logik u. Pädagogik (1920); Logik mit päd. An-
wendungen , 1: Elementarlehre (1927; 11. Me-
thodenlehre 1. V.); Zur Geschichtsforschung u.
Geschichtsschreibung der Hochschulpädagogik,
in: Lehrproben u. Lehrgänge, H. 68 (1901); Die
Bestandstücke des Unterrichts, in: Jahrb. des
Vereins f. wissenschaftl. Pädagogik, Bd. 48 (1916);
BrentanosLogik u.ihre päd.Folgen, in: Monatshefte
für päd. Reform (Sonderheft 1918); Pädagogisches,
Speziell Heilpäd. in Staatsverfassungen u.-gesetzen,
in: Preuß. Lehrerzeitung 1924, Nr. 96/97; Die
Heilpädagogik als Leitgedanke der Kriminalistik,
in: Vierteljahrsschr. für wiss. Päd., Jhrg. 1 (1925);
Pädagogisches zum Solidarismus, ebd., Jhrg. 4
(1928). Die Redaktion der ZZschr. für Hochsciutl-
Zädagogik führt 5. Seit ihrem Beginn, mit zahl-
reichen eigenen Beiträgen (2. B.: Merkblatt für Stu-
dierende der Päd., in: Jhrg. 20, 1929). 3. Spzeley.
Schmitt, Jakob.
Dr. theol., Päbstl. Hausprälat u. Domgapitular
in Freiburg i. Br., geb. am 10. IX. 1834 in Tauber-
bischofsheim, wurde S. nach Beendigung der
theolog. Studien 1857 in Rom zum Priester ge-
weiht ; Repetitor für Dogmatik u. Katechetik am
Priesterseminar in St. Peter bei Freiburg bis 1886.
Schmitt Schmutz u. Schund.

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In Seltenem Maß verstand er es, in die Tiefen
der Glaubenswahrheiten forschend einzudrin-
gen u. zugleich in einer dem Mann aus dem
Volk u. dem Kind in der Schule faßl. Weise
davon zu Sprechen. Das befähigte ihn zum kate-
chet., homilet. u. aszet. Schriftsteller.
Anleitung zur Erteilung des Erstkommunikan-
tenunterrichts (1865, *? 1911); Erklärung des klei-
nen Deharbeschen Katechismus (1867, 1*ig911); Er-
klärung des mittleren Deharbeschen Katechismus
(1870/76, 1 1903).
Die hohen Auflageziffern Seiner katechet.
Werke zeugen für den tiefgehenden Einfluß, den
S. in den letzten 3 Jahrzehnten des 19. Jahrh.s
aufdie katechet. Praxis ausgeübt hat. Mit Recht
wurde er «Deutschlands katechet. Lehrmeister»
genannt. Dieser Einfluß ließ nach, als mit Be-
ginn des 20. Jahrh.s die von München aus-
gehende katechet. Bewegung einsetzte. Als an
Stelle des Deharbeschen Katechismus neue
Katechismusbearbeitungen traten, war den ka-
techet. Werken S.s, die doch mehr Katechismus-
kommentare als eigentl. Katechesen waren, die
Grundlage entzogen. -- Viel benutzt waren 8.8
1877 u. 1881, 1. Jhrg. *19t14, 2. Jhrg. 190g).
Hochgeschätzt waren auch Seine aszet. Auf-
Sätze, die er in der Linzer Quartalschrift ver-
öffentlichte,u.diespäterinBuchformerschienen.
1886 zum Domkapitular gewählt, Siedelte S.
nach Freiburg über, wo er bis zu Seinem Tod
am 17. IX. 1915 unermüdlich u. erfolgreich in
der Kirchenregierung tätig war.
Schrifttum: W. Burger, in: Katechet. Blätter,
S. 210--216 (1916); J. Schmitt, Des Priesters Heili-
gung, hrsg. von W. Burger (1918). MW. Burger.
Schmutz u. Schund.
1. Eine einheitl. Begriffsbestimmung von
Schmutz u. Schund ist unmöglich u. aus diesem
Grunde bei der Schaffung des Schundliteratur-
gesetzes unterblieben, weil diese Erscheinung
viel zu mannigfaltig u. fuktuierend 1st, als daß
man Sie fein Säuberlich in eine Begriffszreihe
einregistrieren könnte, aber auch, weil man Sich
über die mehr oder minder große Schädlichkeit
der beiden Arten nicht einig ist. Dazu ist die
Beurteilung, ob eine Schrift oder ein Film oder
ein Theaterstück als Schmutz u. Schund zu
bewerten Sind, vielfach Weltanschauungssache.
Doch gibt es hier eine gewisse Grenze, jen-
Seits deren jeder Meinungsstreit aufhört. Die
Pornographie z. B. wird von jedem anstän-
digen Menschen abgelehnt. Leider 1ist aber ge-
rade bei der Be- oder Verurteilung des reinen
Schmutzes, dem manchmal gewisse küngstler.
Eigenschaften nicht abzusprechen Sind, die
Volksmeinung nicht einheitlich. Und doch ist
dieser Schmutz Schon zur Sozialpatholog. Er-
Scheinung geworden. Er ist bes. ausgeprägt in
den «Magazinen», dazu in den Zeitschriften,

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