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halb der Schule, u. zwar von ihrem natürl.
Kernpunkt, der Familie, bestimmt 1st. Das Bil-
dungsziel der mit Wohlfahrtsschulen verbun-
denen Seminare ist getormt aus Erwägungen,
die vom Tatbestand der Sozialen Not ausgehen.
Die Besonderheit des mit der Wohlfahrtsschule
zusammenhängenden Erzieherinnenlehrgangs
ist die Starke Betonung des Milieus, die Sich
aus der engen Verbindung mit den Belangen
der offenen Fürsorge ergibt, u. die besondere
Lebensnähe der Wohlfahrtsschule zu den Ab-
wegigkeiten u. Fehlentwicklungen im Erfah-
rungsbereich der offenen Fürsorge. In Ziel u.
wesentl. Inhalt treffen Sich beide Typen. Durch.
die verschiedene Struktur, die mit dem Aus-
gangspunkt zusammenhängt, ergänzen Sie Sich
zum Vorteil der kath. AnstaltSserziehung u. be-
reichern außerdem die Entwicklung des Aus-
bildungswesens für die geschlossene Anstalts-
fürsorge im allgemeinen.
Schrifttum: Lehrpläne für Sch., in denen
Kath. Ordensfrauen zu Erzieherinnen außerhalb der
Schule herangebildet werden, hrsg. vom Zentral-
ausschuß für kath. Kinderfürsorge in Deutschland,
zugl. Fachausschuß des Deutschen Caritasverban-
des (1921); J. Beeking, Familien- u. Anstaltserzie-
hung in der Jugendfürsorge, S. 223 &.: Lehrplan
des Sch.s Freiburg 1. Er. (1925); Kath. caritative
Anstaltserziehung, hrsg. von J]. Beeking, S. 388 ft.:
M. Kiene, Ziel u. Weg der Ausbildung der Erzie-
nungssch western für die vorschulpflichtige u. Schul-
pflichtige jugend (1926). M. Kiene.
Seefahrtschulten.
S. Sind Fachschulen (s. d.) zur Ausbildung
von Steuerleuten u. Schiffern für S2eschiffahrt.
Alle Schiffsoffiziere, Steuerleute u. Schiffsführer
-- mag es Sich um Küdstenfahrt, kleine Fahrt
oder große Fahrt handeln -- mügssen das betr.
Betähigungszeugnis durch Besuch einer von der
Zentralbehörde des Landes im Einvernehmen
mit dem Reichsverkehrsminister anerkannten
Seefahrtschule (Stettin, Flensburg, Altona,
Wesermünde, Leer, Wustrow, Eisfleth, Lübeck,
Bremen, Hamburg) erworben haben. Die Dauer
der Lehrgänge Schwankt zwischen 4 u. 60 Wo- :
chen. Aufgenommen werden Seeleute mit aus-
reichender Seefahrtzeit, die abgeschlossene
Volksschulbildung besitzen. Für die Stellen der
Schiffsoffiziere auf großer Fahrt Sind jetzt Schon
immer mehr Bewerber mit Obersekundareife
vorhanden, weshalb die Errichtung einer be-'
Sondern Fachklasse für Solche Anwärter in AUS-,
Sicht genommen ist (höh. S.). -- TVrerrickts-
fächer Sind: Deutsch, Englisch, Mathematik ;
(Rechnen), Physik, Nautik, Wetter- u. Meeres- '
Kunde, Seemannschaft, Signalwesen, Schiffahrts- '

Seefahrtschulen -- Seidenberger -- Selbsterkenntnis.
: Schaffen» (1923).
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wuchses der Schiffsoffiziere der deutschen Han-
delsmarine (s. auch Art. Marinefachschulen).
Schrifttum: Handbuch für dasBerufs- u. Fach-
Schulwesen, hrsg. von A. Kühne, S. 417 ff. (*1929,
hier weitere Literaturangaben). IW. F7auzisket.
Seidenbperger, Johann Baptist.
Geb. am 16. I1. 1860 in Mainz, Studierte 5. an
den Univ. Straßburg, Heidelberg u. Gießen, war
Gymnaszal- u. Reallehrer in Gießen, Mainz, Offen-
bach, Wimpfen, Groß-U mstadt, Bingen, Friedberg,
Rektor der höh. Bürgerschule in Dieburg, Dzregtor
der Realschule in Gernsheim u. leitete zeit Ostern
1916 bis zu Seinem Tode am 16. XI. 1923 das hess.
Gymnasium mit Realschule in Bingen.
Die prakt. Berufsarbeit als Lehrer u. Leiter,
die S. Sehr ernst nahm, verbrauchte nicht die
ganze Kraft des begabten Mannes. Seine /44.
Scarzften Sind z.T. der Niederschlag der in prakt.
Unterrichtsarbeit gesammelten Erfahrung, z.T.
Sind Sie Besinnung auf das Grundsätzliche u.
auf das Wesen der gesamten Bildungsarbeit.
Zur ersteren Gruppe zählen Seine Schriften u.
Abhandlungen, die Sich mit Staatsbürgerkunde u.
Staatsbürgerl. Erziehung befassen, ein Gebiet, das
er erstmals 1999 behandelte in Seiner Schrift «Bür-
gerkunde in Lehrproben fürden Unterricht» (?1913
unter dem Titel: Deutsche Bürgerkunde). 1921 er-
Schien die durch die Staatsumwälzung notwendig
gewordene «Deutsche Bürgerkunden Lehrproben,
dargestellt nach dem jetzigen Stande. Ausgabe
für den Volksstaat Hessen». Seine «Staatsbürgerl.
Erziehung im Geschichtsunterricht an höh. Schu-
len» (1912) wurde von der Vereinigung für Staats-
bürgerl. Bildung u. Erziehung mit dem I. Preis
ausgezeichnet. «Kleine Bürgerkunde in Systemat.
Aufbau» (1914). In diese Gruppe gehört auch die
Sammlung der bedeutendsten Reden des Frank-
furter Parlaments, die S. auf Einladung des Her-
ausgebers F. Wychgram als Lektüre zur Staats-
bürgerl. Belehrung unter dem Titel «Die Frank-
furter Nationalversammlung 1848/49 u. unser Ver-
hältnis zu Osterreich» 1915 herausgab, ebenso die
1921 erschienene Schrift: «Die Behandlung der
RVerf. in der Schule», -- Zur 2. Gruppe zählen die
Schriften, die Sich mit der Ideenwelt u. den An-
Schauungen O. Willmanns befassen. S. war einer
der ersten, die die Bedeutung des Willmannschen
Schrifttums erkannten u. nachdrücklich darauf
hinwiesen : «Grundlinien idealer Weltanschauung,
aus O. Willmanns Geschichte des Idealismus u.
Seiner Didaktik zusammengestellt» (1902); «O.
Willmann u. Seine Bildungslehre» (1906); «O. Will-
mann, eine Einführung in Sein päd. u. philosoph.
+. Weiler.
Selbsterkenntnis,.
Die S. als erziehl. Größe 1ist eine Angelegenheit
des Erziehers Sowohl als des zu Erziehenden.
I. Die S8. des Erziehers im Strengen Sinn
beginnt nicht, wie man meist annimmt, mit der
Kunde, Schiffsmaschinenkunde, Küsten- u. Han- | theoret. Ausbildung, ist auch nicht gleichlau-
delsgeographie, Gesetzeskunde u. Gesundheits- |
piege, die Sich auf 30--32 Wochenstunden ver- |
teilen. Die 8. Sind von großer Wichtigkeit für |
fend mit den erzieher. Aufgaben u. Leistungen
der Anfänge. Die S. jener ersten Zeiten, not-
wendig als Grundlage u. Vorbedingung, ist nicht
die Heranbildung eines leistungsfähigen Nach- | eigentlich 442. S. im .wisSenschaftl. Sinn. Diese

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