945
keit Seiner Erziehungsmaßnahmen. -- S. zum
Wahrhbeits-u. Mahnwort u. zur Strafe, ohne jedes
Beben der Erregung.--S. zu klugen, rechtzeitig
einsetzenden erzieher. Wagnissen. -- S. zur
Furcht vor den eigenen Erziehungsrechten ;
keine Furcht 7/77 die eigenen Rechte. -- S. zum
Mut des« Abschieds», wenn eine Erziehungsauf-
gabe vollendet ist.-- S. zur genauen Beobach-
tung allgemein gültiger Gesetze der Erziehungs-
maßnahmen: Entsprechung von Wort u. Sein.
-- Keine Verkörperung Sein wollen der eigenen
Theorien oder objekt. Erziehungsarten. -- Der
Dreiklang des Wungches, der Bitte u. des Be-
fehls bei der Erziehung als Geneigtmachen,
wobei Wungch u. Bitte als method. Größen dem |:
Zögling unsichtbar bleiben. -- Das Opfer der
Nebensachen, um das Wesgentliche zu erreichen
(Strategisch-päd. Gehenlassen u. Warten). --
Mehr Vertrauen zeigen, als der zu Erziehende
an Sich verdient. -- Genaue Kenntnis der Rich-
tungslinien aller von der Vernunft noch nicht
gebändigten Affekte. Diese 17 in 3 Gruppen
verteilten Punkte bilden ein geschlossenes
System der S. des Erzienhers in der 2. Periode.
11. Heranführung des zu Erziehenden
an die 3.: Stellung von sittl. u. Tataufgaben zur
Selbständigen Durchtührung. -- Erziehung zur
Selbständigen Lösung u. Überwindung von
Schwierigkeiten nach dem Vorbild u. der Sinn-
ähnlichkeit mit den vom Erzieher besprochenen
Fällen. -- Erziehung zur Überwindung von
Schlagworten u. zur Selbständigkeit der Mode
gegenüber. -- Erziehung zur krit. Beurteilung
wertweckender Größen.--Erziehung zur Durch-
Schau u. Berichtigung der eigenen Motive. --
Erziehung zur Selbstgestaltung der Ordnung
des äußern u. innern Lebens u. zur Bereitwillig-
keit u. Kraft zur Verantwortung Gott, den ob-
liegenden Pflichten, dem Nebenmenschen, der
Gemeinschaft gegenüber. -- Diese 7 Punkte
Scheinen a//e Beziehungen zwischen «Selbst»
vu. Erziehungsmöglichkeiten zu erschöpfen. Sie
weisen aber auch die Wege, auf denen man
zur S. erzieht. Im Gesamtumfang der Päda-
gogik ist, vom Standpunkt der Fremderziehung
aus, die S8. nicht einfach eine Ergänzung; Sie
iSt ein Werkzeug der Fremderziehung. Vom
Standpunkt der S. aus ist die Bereitwilligkeit,
Sich, je nach Stand, Alter u. Einbeziehung in
eine Gemeinschaft, Erziehungsmaßnahmen zu
fügen, einer der Gegenstände der S. Die Hoch-
Schulerziehung, die Erziehung der Erwach-
Senen haben hier ihre Wurzeln. Sich ihnen,
nach Maßgabe Seiner Einfügung in eine er-
ziehende Gemeinschaft, zu fügen, ist eine For-
derung der 8. zur Gemeinschatt. Die Fremd-
erziehung hört erst auf, wenn man von den Ge-
meinschaften, in die man einverleibt I1st, alles
aufgenommen hat, was man verarbeiten kann.
131. Die Erzgiehungsformen beider Grup-
pen der S. müssen Sich nach allen eben gezeich-
Seminare, pädagogisch-psychologische.

946
neten Zuſalter richten, nicht nur methodisch
u. praktisch, auch Systematisch. Die Verselb-
Ständigung der Form ohne Anschluß an den
Inhalt ist für die Theorie der S. verheerend. --
Die Zusammenhänge der Formen in der S. mit
Charakter u. Temperament, mit dem Volkstum,
dem Lebensgefühl, -stil u. der Kultur der Zeit
kommen, trotzihrer Wichtigkeit, erst an 2.Stelle.
Schrifttum: Zur Anregung dient: L. Kühn,
Schöpferisches Leben (1928); H. Winkler, Die S.
in unserer Zeit (Jena, Phil. Diss. 1922); A. Buse-
mann, Kollektive S. in Kindheit u. Jugend, in:
Ztschr. für päd. Psychologie, Jhrg. 26, S. 561--565
(1925); St. v. Dunin Borkowski, Reifendes Leben
(*1929); J]. Dolch, Selbstbildung u. Selbstschulung
in der Arbeitsschule, in: Die Scholle, Jhrg. 6,
S. 579-589 (1930) SZ &. Durin Borkowskz.
Seminare,
pädagogisch-psychologische.
[S. = Seminar.]
Die Entwicklung der päd.-psycholog. S.e an
den Universitäten geht auf die Herbartschüler
7. Ziller, K. V. Stoy, Zh. Waitz, W. Rein,
O. Willmann zurück, die das besondere Be-
dürfnis empfanden, an der Univ. die Pädagogik
nicht bloß in Vorlesungen, Sondern auch durch
Übungen, Aussprachen uv. möglichst auch durch
Tätigkeit in Übungsschulen oder doch wenig-
Stens Übungsklassen zu fördern. Leipzig (Ziller
u. Stoy), Jena (Rein), Prag (Willmann) waren
denn auch die ersten päd.-psycholog.S.e, denen
dann erst mitderallgem. AnerkennungderPäda-
gogik als Wissenschaft u. als Lehrgegenstand
der Hochschule weitere S.e folgten. Ihre Ar-
beitsweise Iist wie die der andern Univ.-S.e
durch besondere Mitarbeit der Studierenden,
den eigenartigen Aufgaben entsprechend auch
durch Übungen u. Demonstrationen mit Kin-
dern, gekennzeichnet. Die Kinder stehen 2. T.
In geschlossenen S.übungsschulen, z.T. in lose
mit der Univ. verbundenen Übungsklassen,
2. T. in Herbeiholung von Fall zu Fall zur
Verfügung. In der Gegenwart ist die Arbeit der
Dpäd.-psycholog. S.e von besonderer Bedeutung,
einmal wegen der auttretendenReformwünsche,
deren Erörterung über den Rahmen von Vor-
lesungen hinaus u. deren Erprobung in der päd.
Praxis notwendig erscheint, zum andern im
Hinblick auf die Ausgestaltung der Jugend-
kunde als eine der Grundlagen der Pädagogik,
die eine Demonstration am Erziehungsobjekt
nicht entbehren kann.
Nach dem Stand vom Sommersemester 1929
Sind Päd. S.e in Betrieb an den Univ. Berlin,
Bonn, Frankfurt a. M., Graz, Halle, Köln, Mün-
chen - hier außerdem ein Päd.-Katechet. S. --,
Münster, Prag, Tübingen, Wien, Zürich. Die Päd.
S.e jür Studienreferendare im München, Nürn-
berg, Würzburg u. Stuttgart übernehmen die päd.
Ausbildung der Lehrkräfte für höh. Schulen.
Päd. bSycholog. S.e bestehen an der Uniw. Bres-
lau u. an der Techn. Hochschule Aachen. -- Päd.

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