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tet (Grund-, Einheits-, Volks-, Hilfsschule, För-
derklassensystem, Berufs-, Fachschulen, Mittel-
Schulen, höhere Schulen, Reformanstalten, Ver-
Suchsschulen, Schulversuche, Landerziehungs-
heime , Sledlungs-, Fernschulen, VolkShoch-
Schule, Volksbildung, Elternschule . Prü-
fungs-, Berechtigungswesen . .., Jugendwohl-
fahrtswesen ; Träger, Organisation u. Gesetze,
Ju gendpflege, -bewegung, -fürsorge, Erziehungs-
beratung, Gefängniserziehung. .., Schulgesund-
heitspflege: Schulpflegerin, Schularzt, Erho-
lungs-u. Heilstätten ; Schulorgar:sation : Aufbau
des gesamten Erziehungs- u. Bildungswesens,
Schultypen, Kurs-, Kern-S., Gabelung ...).
Je nach dem Gesichtspunkt der Betrach-
tungsweise einmal des/zazv!iduums u. dann der
Gruppe unterscheidet man heutenoch allgemein
Individuat- u. Sozialbädagogh, die, richtig ver-
Standen, nicht als Sich ausschließende Gegen-
Sätze, Sondern als ergänzende Betrachtungs- u.
Handlungsweisen jeder Erziehung Sich darstel-
len. = Nach dem Alter des Zöglings unter-
Scheidet man eine ZZeorie der Fugendbildung
u. eine Solche der Zrwachsenenerzießung (Er-
wachsenenpädagogik, Andragogik, Volksbit-
dung). -- Entsprechend den einzelnen Schul-
gattungen Spricht man von Volksschul-, Mittel-
Schul-, Gymnasial- (Pädagogik des Aöß. Sciul-
wesSens), Berufsschul-, Hochschulpädagogik.
Nach den Zzzlrichtungen der erziehenden Tätig-
keit (Pflege, Fürsorge, Unterweisung u. Beleh-
rung, Gewöhnung, Inspiration) Spricht man
auch von einer 72eorie der Pflege (Wohlfakrts-
Lädagogik), I heorie des Unterrichts (Didaktik)
u. Fädagogig oder Erziehungsleare i. e. S.
Überall nun, wo alle Faktoren des erzieher.
Verhältnisses (Begegnung u. Auseinanderset-
zung, Anlagen u. Einwirkungen, die Umwelt u.
die Stellungnahme des Menschen dazu) nicht
aus der Regel tallen, überall, wo dieses Verhält-
nis der Auseinandersetzung u. der Entscheidung
zur richtigen Zeit, am geeigneten Ort, auf an-
gemessene Art u. Weise, in den richtigen For-
men, mit zweckgemäßen Mitteln Sich vollziehen
läßt, haben wir den Bereich der Normalpäda-
gogik. -- Sind aber einer oder gar mehrere Fak-
toren (längere Zeit u. von einem gewissen Grade
ab) von der Regel abweichend, 50 haben wir die
Fädagogik der Anomalen, die hier im großen
u. ganzen mit Zeilpädagogih gleichgesetzt wer-
den kann. Fehlt dem Zögling Vater oder Mutter
oder beide, 50 Sprechen wir von Verlassenenpäda-
gogik, die Sich wieder als Lehre von der Wazser-
fürsorge, BeiStandschaft, Vormundschaf? 0.3. dar-
Stellt, Sind bei dem Zögling endogene Faktoren,
Anlagen defekt oder in der Entwicklung ge-
hemmt, 50 Sprechen wir von ZeilpädagogtR8 1.0.3.
ISt Seine Entwicklung durch Schlechte Umwelt
bedroht, So haben wir die Ge/ährdetenpädagogiR.
Hat der Jugendliche bereits Schaden gelitten,
SO verweisen wir ihn auf die Verwarrloster-
Szczeponik.

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Zädagogik, die meistens Anstalispädagogiſ er-
heischt. Verletzt der Verwahrloste im Straf-
mündigkeitsalter mit einem gewissen Grad von
Einsicht die Rechtsordnung, so treten die &772-
mänal- u. Strafanstaltspädagogrg in ihre Rechte.
Die Untersuchung der einzelnen Tatsachen u.
Forderungen innerhalb des S.s führt zur jewei-
ligen Darstellung u. Bewertung des tatsächlich
Bestehenden (in Deutschland u. Seinen Teilen,
im Ausland [Auslandspädagoger]: Krit. Betrach-
tung der Erziehungswirklichkeit. .., lebende Pä-
dagogen, Pädagogiker, ihre S.e u. Theorien ..
päd. Gesellschaften u. Institute). Aus dem krit.
Rückblick auf Erziehungspraxis u. «theorie ver-
Schiedener Völker u. Zeiten ergibt Sich die /82-
dagogig der eimzelnen Völker, die vergleichende
ErziehungswisSenSchaft u. die Geschichte der
Erziehung u. der ErzießungswisSenschaft, die in
echt histor. Kinstellung eine verstehende Ent-
wicklungsgeschichte der Praxis u. der Theorie
der Erziehung versucht.
In der Fülle einer So verschledenartigen, aber
doch durch den einenden Bezug auf das päd. Ver-
hältnis Sich zu einem Ring ordnenden Materie,
die Selbst bei einem einheitl. Prinzip, nach ver-
SchiedenenGesichtspunkten, von verschiedenen
Richtungen ganz abgesehen, in verschiedene
Einteilungen, die sich ihrerseits wieder über-
Schneiden u. kreuzen, gebracht werden kann,
besteht die ganze Pädagogik, die «nur e?7e, zwar
langsam aber kontinuierlich Sich fortentwik-
kelnde Pädagogia perennis» Sein kann.
Die vorstehende gedankl. Ganzordnung u. Glie-
derung lag bereits vor dem Wiesbadener päd.
Kongreß der Stoffsammlung u. -gliederung für
dieses Lexikon zugrunde u. befand Sich in der Hand
Sämtl. Mitarbeiter. Die einzelnen Stichworte, auf
die hier wegen ihrer Häufigkeit nicht verwiesen
werden kann, Sind durchweg in eigenen Artikeln
behandelt. -- S. auch Art. Bestandstücke.
Schrifttum: J. Göttler, S. der Pädagogik im
Umriß (* 1927); G. Grunwald, Philosoph. Pädagogik
(1917); K. Krieg, Lehrbuch der Pädagogik (2 Bde.,
* 1922/23, bearb. v. G. Grunwald), bislang die besten
zusammenfassenden Werke vom kath. Standpunkt,
mit guten Literaturnachweisen. -- W. Rein, Pä-
dagogik in Systemat. Darstellung (3 Bde., *1911/12,
1 *1927); G. Clostermann, Die Grundlagen der
formalen Erziehungstheorie (1925); O. Willmann,
Didaktik als Bildungslehre (* 1923); G. Kerschen-
Steiner, Theorie der Bildung (*1928) usw. S. auch
Schrifttum zu Art. Pädagogik. I. Spieler.
Szcezeponik, Thomas.
Ged. am 4. XIL, 1860 in Peiskretscham (Tost-
Gleiwitz), gest. am 30. 1. 1927; nach Absolvierung
des kath. Lehrerseminars Zeirer in Tarnau, 1883
bis 1895 in Kattowitz; 1895 Rektor in Myslowitz,
I91o Ä'reisschutlrat der InSpektionsbezirke Nikolai
u. Kattowitz bis zur Teilung Oberschlesiens. Als
poln. Staatsbürger wurde er durch Vertrauen der
deutschen Bevöikerung in Polnisch-Schlesien 1922
in den Schles. Sejm u. in den Senat gewählt.

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