1229 Volksschullehrer u.
im Volksmund (1906); -- Volksliedstudien (1917);
Jahrbuch für Volksliedforschung, hrsg. von ]. Meier
(Seit 1928). Zur MärckherforSchung :].u. W. Grimm,
Anmerkungen zu den Kinder- u. Hausmärchen,
hrsg. von J]. Bolte u. G. Polioka (4 Bde., 1913/30);
A. Aarne, Leitfaden der vergl. Märchenunter-
Ssuchung (1909); -- Verzeichnis der Märchentypen
(1910); Handwörterbuch des deutschen Märchens,
hrsg. unter Mitw. von J. Bolte u. von L. Mackensen
(1931 ff.). Zum Volksglauben : Handwörterbuch des
deutschen Aberglaubens, hrsg. von H. Bächtold-
Stäubli, unter bes. Mitwirkung von E. Hoffmann-
Krayer (1927 ff.; bis 1931 3 Bde. abgeschlossen).
F. Böhm, V. u. Schule, in: Päd. Zentralblatt,
Jhrg. 8, H. 2 (1928); K. Plenzat, Volkskundl. Vor-
bildung der Lehrer, ebd. ; Die Landschule, hrsg.
von der Päd. Akademie in Elbing (1927); K. Reu-
Schel, Das deutsche Volkstum im Unterricht an
höh. Schulen (1917); F. Lüers, Volkstumskunde
im Unterricht der höh. Lehranstalten (1924); E.
Fehrle, Heimatkunde u.V. in der Schule (*1923);
als Sammlung volkskundl. Lesestoffes empfehlens-
wert: O. Meisinger, Bilder aus der V.(*1922). Orien-
tierende Literatur zu den verschiedenen Einzelge-
bieten wie Mundarten, Sagen, Märchen, Volkslied,
Sprichwörter, Rätsel, Namen, Sitte u. Brauch, Volks-
glauben, Volkskunst usw. findet Sich in den einlei-
tend genannten einführenden Werken. 3. Anzig.
Volksschullehrer u. Volksschullehrerin.
[V.= Volksschullehrer.]
1. Begriff: V., worunter, wenn nicht anders
bemerkt, auch V.innen zu verstehen Sind, heißen
die Personen, welche nach Vor- u. Ausbildung
u. Anstellung die Aufgabe haben, den volks-
Schulpflichtigen Kindern den Volksschulunter-
richt, d. 1. Lesen, Schreiben, Rechnen, Reli-
gion, Erd- u. Naturkunde, Geschichte usw., zu
erteilen. Dieser Aufgabe gemäß werden daher
auch die Hilfsschul-, Blinden-, Taubstummen-
u. Krüppellehrer zu den V.n gezählt. Die
rechtl. Stellung der V. ist zwar innerhalb der
I8 deutschen Länder vielfach verschieden,
doch lassen Sich auch einheitl. BeStimmungen
finden. Im Zusammenhang mit der vertieften
Auffassung vom Wesen der Volksschule als
grundlegender Volkserziehungs- u. Volksbil-
dungsstätte hat der V. als Vo/ks/ekrer in Seinem
Wirkungskreis innerhalb Schule u. Gemeinde
neben der eigentl. Unterrichtsarbeit wichtige
SO21alpäd. Erzieherfunktionen zu erfüllen. «Der
V. muß ein Bildner Sein, der in unmittelbarer
Berührung mit dem Volke geistiges Leben zu
wecken u. zu gestalten vermag.»
DU. Vor- u. Ausbildung: Mit wenigen Aus-
nähmen haben die deutschen Länder die Aus-
bildung der V. gemäß Art. 143, Abs. 2 RVert.
nach den Grundsätzen der höh. Bildung neu-
geordnet (s. die Art. Lehrerbildung, Päd. Aka-
demien). Die Ausbildung Schließt mit einer SOg.
I. Prüfung ab, dann folgt der Vorbereitungs-
dienst mit einer Dauer von 1--4 Jahren in den
verschiedenen Ländern, mitunter nebst einer
SOg. Lehrerfortbildung. Die 2. Prüfung, auch

Volksschullehrerin, 1230
Dienst- oder Staatsprüfung usw. genannt, gibt
erst das Recht zur eigentl. Anstellung. -- Lehrer
an Hilfsschulen, Taubstummen-, Blinden- usw.
-anstalten müssen besondere Lehrgänge u. Prü-
fungen mitmachen (s. Art. Lehrerprüfungen).
III. Anstellung: Nach der einstweiligen
oder probeweisen erfolgt die feste, endgültige
Anstellung. Diese geschieht grundsätzlich auf
Lebenszeit, doch nicht bei verheirateten V.-
innen. -- Bei der Anstellung arbeiten vielfach
obere u. niedere Schulbehörden u. Schulorgane
(Anstellungsgemeinden) mit; auf das religiöse
Bekenntnis der zu unterrichtenden Schüler wird
bei der Anstellung eines V.s in fast allen Län-
dern weitgehende Rücksicht genommen.
IV. Beamtencharakter: Die Frage, ob
die V. Staats- oder Gemeindebeamte Sind, ist
nicht allgemein geklärt. In manchen Ländern
Sind Sie unmittelbare, in andern mittelbare
Staatsbeamte; in wieder andern haben Sie nach
Art. 143, Abs. 3 RVert. die Rechte u. Pflichten
der Staatsbeamten. Da die Anstellung u.die Be-
Soldung vielfach von mehreren Stellen ausgeht,
bildeten Sich drei verschiedene Theorien über
den Beamtencharakter des V.s, die Sich auf
das Aufsichtsrecht, die Anstellung oder die
Besoldung Stützen. -- Zwar haben die V. das
Recht der freien Meinungsäußerung u. polit. Be-
tätigung, aber es Sind ihnen in der Praxis durch
das Ges. zum Schutze der Republik Sowie durch
die dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen
der Länder u. die Verwaltungsspruchpraxis der
Schulbehörden engere Grenzen gezogen.
V. Nebenämter u. Nebenbeschäftigun-
gen: Wenn Solche mit Vergütungen verbunden
Sind, 1st in der Regel die Genehmigung der
vorgesgetzten Behörde nötig. Zum Betrieb eines
Gewerbes Sowie zum Eintritt in den Vorstand,
Verwaltungs- oder Anfsichtsrat einer auf Er-
werb gerichteten Gesellschaft bedürfen V. Stets
der Staatl. Genehmigung. Auch die Erwerbs-
tätigkeit der Ehefrau des V.s unterliegt be-
Stimmten Vorschriften der Länder. -- Den
Organ:stendienst können V. in manchen Län-
dern mit, in andern ohne besondere Erlaubnis
übernehmen ; ja es kommt noch vor, daß diese
Nebenbeschäftigung nicht ohne Einfluß auf
Anstellung u. Versetzung 1st. =- Geschenke,
Orden, Titel usw. dürften V. nur mit Erlaubnis
der Behörde annehmen.
VI. Verehelichung: V. u. V.innen müssen
den vorgesetzten Behörden die Lingehung einer
Ehe anzeigen. Die Verheiratung Soll zwar an
der Anstellung der V.in nichts ändern, doch
wird 2. Z. durch Entlassung widerrufl. V.innen
uv. Abfindung unwiderrufil. V.innen bei Ein-
gehung einer Ehe die Zahl der verheirateten
V innen Stark zurückgedrängt.
VII. Versetzung, Beförderung u. Be-
Strafung: Im dienstl. Interesse kann der V.
auf eine andere Stelle versetzt werden, desgl.

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