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Stitut der Univ.; ausführl. Berichte, in: Ztschr. f.
päd. Psychologie 1922, 1925, 1931), Zürich. Das
Dsycholog. Laboratorium an der Hochschule für
Leibesübungen (Leiter Dr. Z. SzPpS27) versucht,
aus biopsycholog. Einstellung heraus die Er-
kenntnisse pSycholog. Art zusammenzutragen, die
den Unterbau für eine wirklich körperl. Erzie-
hung bedeuten, insbes. die Fragen zu beantworten
nach den Seelischen Mover, die zu den Leibes-
übungen führen, nach der ZDSsyc/. AztmospALäre, in
die der eigentl, Bewegungsablauf eingebettet ist,
u. Schließlich nach dem See//Schen E Fekt. Dazu
kommen die Psychotechn. Abteilung des Instituts
für Philosophie, Pädagogik u. PSychologie an der
Techn. Hochschule Braunschweig, das /7usz22ut für
Psychologie u. Psychotechnig an der Techn. Hoch-
Schule Danzig, das ZusStitut für experimentelle
Psychologie der Univ. Prag, das Laboratoire de
S“Sychologzie de 1 Universite in Genf, das Laboratoire
de pedagogie exp8erimentale in Paris, das Psycholog.
Tnstitut der Kaiserl. Univ. Tokio u. das Pädolog.
Laboratoriumin Chicago.--Vgl. auch Art. Institute.
Außerhalb der Hochschulen Sind größere L.
eingerichtetvon einigen großstädt. Lehrervereinen,
So in Leipzig (Institut für experimentelle Pädagogik
u. Psychologie) Seit 1906 u. München Seit 1913,
ferner das Laboratorium des Deutschen Instituts
für wiss. Pädagogik, Münster 1. W., das JZzstztut
für Fugendkunde in Bremen Seit 1920. Weiter Sind
zu nennen das Zaus der Kinder im Berlin als Ver-
Suchsanstalt für das vorschulpflichtige Alter nach
Montessori-Methoden 4. das /Sraelit. Trstitut für
FugendforsSchung u. Erziehung in Heppenheim.
Vgl. die Arbeit der päd.-psycholog. Institute, Se-
minare Uu. der Versuchsschulen (Ss. jeweils d.).
Schrifttum: Die Angaben für die Hochschul-
einrichtungen Sind den einzelnen Vorlesungsver-
zeichnissen aller deutschsprachigen Hochschulen,
SommersSemester 1929, entnommen. FF. X. 1Ve:gl.
Laienspiel.
L. ist in negativer Abgrenzung das Spiel des
Nicht-Berufsdarstellers.
1.Wesen, Aufgabe u. LöSung:L. geschieht
aus dem in jedem Menschen vorhandenen Spzel-
zrieb(Schiller) heraus. Dabei müssen die zur Dar-
Stellung gelangenden Gehalte für die Person der
Spieler u. Zuschauer wie fürihreStellung zumLe-
bensganzen Wirklichkeitsbedeutung besitzen u.
wesentl. Lebenswerte repräsentieren, also Sym-
bole Sein. In den darzustellenden Figuren u.
Ihren Schicksalen müsgsgen die Spieler mit ihren
innern Wünschen u. Sehnsüchten Sich Selbst
im gültigen Bilde wiederfinden ; Sie müssen
dabei als die aktiv gewordenen Zuschauer deren
Repräsentanten bilden, 50 daß Sich beiGe, Spie-
zer u. Zuschauer, zur volkhaften Spielgemeinde
zu einen vermögen, die durch eben dieses Spiel
Ihre festl. Alltagsüberhöhung erfährt. Zugleich
aber ist beim Eigenspiel der Laien ihre gegen-
über dem Berufsdarsteller Stark eingeschränkte
Spielmächtigkeit (d. i. Spielgestaltungskraft) zu
berücksichtigen. Es ergibt Sich darum die For-
derung, daß nur Spiele eigener (Stegreifstücke)
oder fremder (Dichtwerke) Formung in Frage
Lexikon der Pädagogik der Gegenwart. II.
Laienspiel.

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kommen, die 1. von wesentl. u. wirkendem
Symbolgehalt Sind, 2. in ihrer Ausdrücksform
dem Spielgestaltungsvermögen der Ausführen-
den entsprechen. Die rechte Erfüllung dieser
beiden Voraussetzungen Scheidet dasL. zugleich
von den beiden Spielweisen des Jzl/ettantenr-
fheaters wie des Gefühligen Fugendspzrels.
Das L. echter Prägung anerkennt die Not-
wendigkeit zur Objektivierung der Erlebnisse
im Spielausdruck, da s9 allein die Besonder-
heit von «Spiel» gegenüber der privaten Le-
bensäußerung (Brief, Gespräch, Tagebuch)
oder einer andern Darstellungsart (Rede, Vor-
trag) erfüllt wird. Zugleich findet es die aus
Seiner geringeren Spielmächtigkeit notwendige
Einschränkung Seiner Spielgegenstände: Es
übt die Formung des Zypzenspzels gegenüber
dem Charakterspiel des Berufstheaters. Beim
Typenspiel bestehen die Figuren des Stückes
auseinem oder wenigen Grundzügen, deren Ent-
Sprechung in der Person des Darstellers diesem
die Spielgestaltung ermöglicht, wobei aus der
jeweiligen Besonderheit der Individualität des
Darstellers dieser Grundzug Seine Ausführung
ins einzelne erfährt. Beim Charakterspiel da-
gegen bestehen die Figuren des Stückes aus
einem vielfältigen, unwiederholbaren, einmali-
gen Geflecht Solcher Grundzüge, das vom Dar-
Steller in jedem Spielaugenblick als Ganzes aus-
geprägt u. durchgehalten Sein will, wozu die
Kraft des L.ers nicht hinreicht.
Innerhalb dieser Grundvoraussetzungen u.
Einschränkungen erstrebt, pädagogisch gese-
hen, das L. in Analogie zu den Schöpfungen der
Sprach-, bild-, bewegungsgestaltenden Kräfte
des Menschen die Verwirklichung Seiner eigen-
Schöptferischen Spze/gestaltenden Kräfte. Diese
u. damit die «Spiele» Sind in Ausmaß u. Rich-
tung verschieden u. bestimmt 1. von der per-
Sönl. Zedensgraft u. Aufgeschlossenheit des
einzelnen, 2. von der jeweiligen Besonderheit
Seines Zedensortes, der begriffen ist als der
Schnittpunkt der 3 Wirklichkeiten von Zedes-
alter (Kind, Schüler, Jugendlicher, Erwachse-
ner), Ledensraum (Dorf, Kleinstadt, Großstadt,
Industrie), Zedenskreis (Familie, Nachbarschaft,
Stand, Landschaft, Volk, Kirche).
Über die hieraus Sich ergebenden besondern
Gattungen der Spielgegenstände, über die Arten
der Spielgestaltungen u. die jeweiligen Spielfüh-
rungsfragen vgl. des Referenten Ausführungen im
«Taschenbuch für L.er», hrsg. von R. Beitl (1929,
Einleitung u.Vorsätze der einzelnen Kapitel) u. in:
Das L.buch. hrsg. v. J. Gentges, R. Leibrandt, R.
Mirbt u. B. Sasowski (1929) Sowie die Werkhefte
der Ztschr. Das Volksspiel, Blätter für L. u. Volks-
tum (früher Die Blätter für Laien-u. Fugendspieler),
zu Schulspiel ferner den Art. Theater.
Die Formung der hierbei gegebenen Spiel-
gegenstände kann nach der sprachschöpteri-
Schen Seite entweder von den Spielenden Selbst
erfolgen (Stegreifspiel) oder vom Dichter ge-
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