Jugendalter
Planänderungen haben die alten
Erziehungsgrundsätze, d. Zwangs-
und Autoritätssystem der „Ratio“
im wesgentlichen nicht angetastet.
- L.: Ratio studiorum et Institu-
tiones Scholasticae 8.4.118.Pacht-
ler, 4 Bde., 1887.-94.
Ingendalter im psychologischen
Sinne ist die Zeit etwa zwischen
dem 12. und 20. Lj., gekennzeich-
net durch das Auftreten der ?u-
bertät (8. d.), ihre Vorbereitungs-
und FVolgeerscheinungen. Die 1.
Phase des J.8 (bis zum Lintritt
der Pubertät) bilden die „Zlegel-
jahre“ mit dem veränderten Ver-
halten gegenüber der Welt der Er-
wachsgenen, dem einsetzenden Ich-
und Selbständigkeitsgefühl (bzw.
der negativen Phase beiMädchen,
g. Mädchenerziehung), der Beto-
nung des Kraftgefühls usw. Mit
den: Zevinn der Pubertät (2. Pha-
SC) Setzen Zweifel an Sich und der
Welt, innere Kämpfe, Starke sec-
lische Schwankungen ein; das Ge-
Schlechtsleben tritt Stärker hervor,
das Soziale Bedürfnis wendet Sich
einzelnen Personen zu (Liebe,

Freundschaſt, Führertum) oder -
wird abzelöst durch ein Sich-
zurückziehen in das eigene Innere.
Erst die 3. Phase (etwa vom 17.
L]. ab) führt zur beginnenden
IKonsolidierung der Sexualität,
der Weltanschauung (metaphy-
Sische oder religiöse Tendenzen),
der Arbeit (Werk, Pflicht), der
Sozialität (Einordnung, Freund-
Schaften). Sowohl die zeitlichen
(irenzen wie der Verlauf diezer
Entwicklung Sind verschieden je
nach Geschlecht, Volkgrasse, Be-
völkerungsklasse, Milieu (Stadt--

Land). Nach Spranger (8. d.) ist
die Erlebnisform des J.3 zu ver-
Stehen 1. aus der Entdeckung des
Ichs, 2. aus der allmählichen Ent-
Stehung eines Lebensplanes; 3. aus
Jugendbewegung

dem Hineinwachsen in die ein-
zelnen Lebensgebiete. Die außer-
dem vorhandene starke indivi-
duelle Verschiedenheit rechtſer-
tigt die Aufstellung von T'ypen (8.
d.). Hingichtlich des Entwick-
lungsrhythmus müsse man unter-
Scheiden zwischen Sstoßweisen
Durchbrüchen, Stillem Wachstum
und zielbewußter, stetiger Arbeit
an Sich gelber, hingichtlich der
1l'orm des Gefühlsverlaufs zwischen
niichternen und schwungyvollen,
empfänglichen und gestaltenden,
Schwermütigen und heiteren Na-
turen. Die znhaltliche Lrlebmis-
richtung lasse 8 Grundtypen (8.
Lebensformen) hervortreten: den
naturhaft-vitaten Iörpermen-
Schen, den ästhetischen Schwär-
mer, den Problematiker, den Be-
rufsfreudigen, den Tatendursti-
gen, den Liebevollen, den ethi-
Schen Enthusiasten und den reli-
giögen Typ. - 1..: Ch. Bühler, D.
veelenleben d. Jugendlichen *29;
W. Hofſmann, D. Reifezeit * 30;
11. Schlemmer, DY, Seele d. jungen
Mengchen, 27; 1. Spranger, P8y-
chologie d. 3.8 31; O. Tumlirz,
1. Reifejahre 1 * 27, 11 24.
Jugendämter, Linrichtungen der
Länder zum Zwecke der Jugend-
wohlfahrtspflege (s. d.), vorge-
Schrieben durch dasReichsjugen