Deutschunterricht
punkt der Kernfächer (s. d.) und
teilt ihm die Aufgabo zu, eine
Sichere Beherrschung der Mutter-
Sprache und eine „Jjebendige Er-
ſasgung der Bildungswerte, die
aus der Sprache gelbst, aus Lite-
ratur und Kunst und aus den
Kräften des lebendigen Volks-
jums entspringen“, zu erstreben.
Diesem allgemeinen Zweck ord-
nen Sich die folgenden Sonderauj-
gaben unter: 1. die Sprecherzie-
ſung einschließlich der Übungs
der chriſtlichen Ausdrucksform
in Aufsatz und Niederschrift;
3, dio Sprachlehre, die eine klare
Vorstellung vom Wegen und Anf-
bau der Muttersprache vermit-
teln Soll und in Verbindung mit,
Sprachgeschichte und Stilisti-
Scher
und organische Wachstum der
Sprache als einer lebendigen Kul-
turänßerung einführt; 3. der Zatc-
raturunterricht, der die volkliche
Bildung vertieft „durch Kindrin-
zen in Gehalt und Vorm der gro-
Jen Meisterwerke“ und durch die
pergönliche Ausgeinandersetzung
mit den wichtigsten literarischen
Schöpfungen von der Volksdich-
tung „bis zu den höchsten, dem
Schüler zugänglichen Oſfenbarun-
gen des Genius“, von den heute
noch lebendigen Sehriftwerken
frühester Entwicklung bis zur
aktuellen Gegenwart; 4. die
Volkskunde, Kunstbetrachtuni,
Poetik usw.
Der D., kann dieze Aufgaben nur
unter der Vorausgetzung be-
Stimmter didaklischer Maßnahl-
men bewältigen: 1. die «urbeits-
unterrichtliche (s. d.) Ausgestal-
tung verhindert. eine bloß mecha-
niSche Aufnahme des deutschen
Bildungsgutes und Sichert nach
Möglichkeit eine innere, hefruch-
tende und wirklich bildende, eige-
Schulung in das Sinnvolle
“9
(Y.
:


Dewey, John
noe Auseinandersetzung des Schü-
lers mit dem Stoff; 2. die psycho-
logisch-jugendkundliche Orientie-
rung paßt die Kulturgüter der
reistigen Entwicklung und jewei-
igen Aufnahmebereitschaft des
Jugendlichen in Auswahl und
Bearbeitungsform nach Möglich-
keit an; 3. die IConzentration (8.
d.), d. h. die innere Verbindung
mit anderen Fächern, vergucht
unter Vermeidung aller Zersplitte-
rung und Aufspaltung mit Hilfe
Staatsbürgerlicher, geschichtlicher
und philosophischer Vertiefung
die verschiedenartigen kulturellen
Gebilde aus dem Geiste des deut-
Schen Volkstums verstehen zu
Jehren (s. Deutschkunde) und für
die Ausgestaltung der persön-
lichen Bildung wie ſür die Spätere
Arbeit im Dienste der volklichen
Gemeinschaft ſruchtbar zu ma-
chen. 8. Dilthey, Kunsterzie-
hung, Kulturkunde, Staatsbür-
gerliche Erziehung, Höhere Schu-
Je. -“ 1..: A. Matthiae, Geschich-
te d. deutschen Unterrichts,
: 07; R. Hildebrand, Vom deut-
Schen Sprachunterricht in d,.
vchule 1* 30; W. Hofstaetter,
Deutschkunde*29; W. Schneider,
Deutscher Stil- u. Aufsatzunter-
richt * 29; Handbuch d. Arbeits-
unterrichts ſf. höhere Schulen,
Heſt 4,25; 8. Engelmann, Metho-
dik d. deutsch