Vrzieher
unabhängig davon heute der U.
unmittelbar oder mittelbar eben-
falls als e. U. angesechen, insoſern
er nicht der bloßen Wissengver-
mehrung dient, sondern immer
den strukturellen Einbau und die
innere Verarbeitung des Bildungs-
gutes postuliert, insofern er also
„bildend“ ist. - 1.: T. Ziller,
Grundlegung zur Lehre vom e, U.
2 1884; G. Kerschensteiner, Theo-
rie d. Bildung *? 28; 18%. Spranger,
Kultur u. Erziehung * 28.
Erzieher, als Solche gelten im er-
ter Linie die Eltern (Reichsver-
ſassung, Art. 120), Sodann die
Lehrer, Sofern man damit die Be-
Sonderheit gerade Ihrer erziehe-
riechen (nicht nur unterweisen-
den) Aufgabe betonen will. 8. Er-
ziehung.
örziehung, im weiteren Sinne die
Stetige, absichtslose und überall
als Grundfunktion menschlichen
Gemeinschaftslebens gich voll-
ziehende Kinwirkung aller Men-
Schen aufeinander (80 2.13. Krieck,
8. 4.); im engeren, hier allein inter-
esSierenden Sinne die Summe der
Sorgenden, wertgebundenen Akte,
durch die eine verantwortliche
Erzieherschaft (s. d., Eltern, Leh-
rer) auf die zu Krziehenden (meist
diejüngere Generation) gestalten-
den Einfluß nimmt. Der erziehe-
riche At Steht im Gegensatz zu
kontemplativen, bloß anschauend
verweilenden Akten (z. B. des Ir-
kennens) und unterscheidet Sich
von diesen vor allem durch die im
erziehendenBewußtsein angelegte
vorge, die Sich in verantwortungs-
treuem, planvollem,liebevoll hin-
gebendem Tun äußert. Ingofern
1. tätiges Eingreifen bedeutet, ist
Sie (auch im Falle extrem „nega-
tiver 17,“, s. d.) mehr als bloßes
»„Wachsenlassen“ (s, eXxXpressio-
nistigeche Päd.) der kindlichen
D1

Erziehung
Seele. Erzieherische Autorität (8.
d.) findet in dieser gorgenden
„Vührung“ (8. d.) ihre innerste
Rechtfertigung. Die EK. richtet
Sich mit Notwendigkeit auf den
Zögling, d. h. den zu erziehenden
jungen Menschen; 8ie Sucht die
Angelegtheiten seiner Seele zu
höchster Entfaltung zu bringen, ist
also in diesem Sinne „ſumant-
Stich“ (8. d., z. B. nicht jengeits-
gerichtet) und muß von der wirk-
lichen Seelischen Verfassung des
zu Krzichenden ausgehen (8. 2. B.
Grundaxiom des Bildungspro-
zesses). Diese humanist. Grund-
richtung ist kein Subjektinsmus
(s. d.), der alle Wertmaßstäbe aus
dem zufälligen Sosgein des Zög-
lings nähme, und kein Indimidug-
lismus (8. d.), der zu einer abge-
SchlosSenen, gemeinschalttsfrem-
den Bildung führen würde. Die
erste Deutung hat dem päd. „ExX-
presSionismus“, die zweite zeit-
weilig dem Neuhumanismus (8.
d.) nahegelegen. Ziel der X. iSt
der Zustand der Pildung (s. d.),
d. h. Erzielung und Sicherung
höchster Wertentfaltung des Jun-
gen Mensgchen. Sie ist nicht nur
Prägung einer wertvollen indivi-
duellen Gestalt, Sondern anch
Hinführung zu Wetrterlebnis,
-empfänglichkeit und -verwirk-
lichung, Dieges Ziel erfährt Se