Herder, 6.6.
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Hildebrand, R.

nur verhältnigmäßig wenige An-
regungen von ihm empfangen.
Die bedeutendsten, aber erst 8pä-
ter zur Wirksamkeit gekommenen
Schüler Sind die Leipziger 7', Zil-
ter (8. d.), der die Formal- und
die Kulturstufentheorio (8, d.)
in praktisch verwertbarer Weise
ausbaut und anwendet, 1... v.
Strümpell (8, d.), dessen psycho-
logische Fortführung der Päd.
einschließlich Seiner päd. Patho-
logie Bedeutung erlangte, und 1V.
Rein (3. d.) in Jena, der die Her-
bartsche Päd. mit den neueren
Bestrebungen praktisch wie theo-
retisch in Verbindung brachte.
Weniger Beachtung finden hente
Dörpfeld, Stoy und Waitz (8. d.),
die ebenfalls die Lehre Herbarts
vertreten und in charakteristi-
Scher Weise weitergeführt haben.
Vür die Lrziehungslehre blieb im
allgemeinen maßgebend der Aus-
gangspunkt von der Kthik und
Psychologie als ihren „Grund-
wisgenschaften“ (8. d.), die von
manchen Ilerbartianern indes um
Asthetik, Logik, Physiologie, Pa-
thologie u. a. Wisgenschaften ver-
mehrt wurden; für die unterricht-
liche Praxis die Verwendung der
formalen Stufen, die dann teil-
weise in einen Starren Schematis-
mus ausartete. Seit der Jahr-
hundertmitte ſanden diese LKin-
gang in die Volksschule, erst
gegen 1900, bes. durch den Kin-
fluß O. Fricks (s. d.) auch in die
höheren Schulen. - L.: G, Weiß,
Herbart u. Seine Schule, 28.
Herder, 3, G. (1744-1803), Klas-
giker der Lebensphilozuphie (s.
d.), Generalsuperintendent in
Weimar, führender Neuhnmanigt,
(8. d.), will mit dem Bildungs-
ideal der „ZTumanttät“ die Ge-
Samtheit desgen umfasgen, was
„ber des Menschen edle Bildung

zur Vernunft und Freiheit, zu
feineren Sinnen und Trieben, zur
zartesten und sStärksten Gegsund-
heit, zur Erfüllung und Beherr-
Schung der Erde“ zu g8agen ist;
„denn der Mensch hat. kein edle-
res Wort für Seine Bestimmung,
als er gelbst ist...“, Auf die Ge-
Staltung des praktischen Erzie-
hungsgeschehens hat er nur mit-
telbar eingewirkt, als Ephorus der
Weimarischen Schulen, durch
Schriften und Reden über Spra-
che, Kultur und Erziehung und
als Bildungs- und Gesgchichts-
philosoph, der das ganze Men-
Schengeschlecht als „eine durch
Jahrhunderte fortgesetzte Schu-
1e“ zeichnet. - Schr.: Werke, hsg.
v. Suphan, 1877-1913. - 1,.: R.
Lehmann, D. großen Erzieher, 21;
Th. Litt, Kant u. IH., 30.
Heredität (lat, Erblichkeit), s. Ver-
erbung.
Heggen, Sergius (geb. 1887), Prof.
in Prag; Pädagoge, guter Kenner
des außerdeutschen Bildungs-
wegens. - Schr.: Aufsätze über
ausländische Päd.
Heteronomie (grch, Fremdgesetz-
lichkeit), Gegengatz zu Autono-
mie (8. d.).
Henusinger, 3, G. H. (1766-1837),
Lehrer in Schnepfenthal, lange
Zeit wenig beachteter Pädagoge,
der Sich für die Nutzbarmachung
körperlicher Arbeit in der Schule
einsetzte. - Schr.: Über