PVachlehrersystem
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Vachschulen

der jüngsten Vergangenheit
machte div Gesamtunterrichts-
bewegung (> Gesamtunter-
richt), die indessen nur für den
Anfangsunterricht fruchtbare
Ergebnisse gezeitigt hat.
Fachlehrersystem, Bei dem J'.
wird zum Unterschied vom
-> Klassenlchrersystem der Un-
terricht in den einzelnen Tä-
chern durch hierfür begonders
ausgebildeto Lehrkräfte erteilt,
die dann das von ihnen vertre-
tene Vach gleichzeitig in mehre-
ren Klaggen unterrichten. Ge-
gehichtlich hervorgetreten ist
das YV'. erst mit der Aufnahme
der Realien, der neueren Spra-
chen u. a. Vächer in die bis da-
hin mehr den altsprachlichen
Unterricht pflegenden höheren
Schulen. Als eine Vorstufe des
1'.8 kann man die Rechenmeister
des MA.3, die Gesangslchrer
oder Kantoren und die Kxerzi-
tien- und Sprachmeister der
beginnenden Aufklärung an-
gehen. 1", haben in Doutschland
die höheren Schulen und die
Vachschulen, grundsätzlichauch
die mittloren, Haupt- u. Berufs-
gehulen, innerhalb gewisser
Grenzen aber auch die Volks-
Schulen (lechnische Lehrkräfte).
Kine zu weitgehende Durchfüh-
rung des V'.s beeinträchtigt die
Wirkungsmöglichkeit der UVir-
zicherpergönlichkeit und ist da-
her als erzicherisch bedenklich
anzuschen,
Fachschulen entstanden verein-
zelt Seit dem 18. Jh, als „Real-
gehulen“, in steigendem Um-
fange aber erst im 19. Jh, mit
der wachsenden Industrialigic-
rung. Sie bilden heute einen we-
gentlichen Bestandteil ungeres
Schulwegens und haben die Auf-
gabe, auf der Grundlage einer
gchon vorhandenen praktischen
Berufsausbildung eine Vertic-
fung des praktischen und theo-
retischen beruflichen ICönnens
zu vermitteln oder zu cinem
weiterführenden Beruf vorzu-
bereiten. Gleichzeitig dienen gie
dem Ziel, durch geeignete Aus-
lJese und Ausbildung der Tüch-
tigsten jedem Volksgenossen
den Weg zu einem geinen Yähig-
keiten entsprechenden Beruf
freizumachen und damit eine
planmäßige Berufslenkung und
Vörderung zu ermöglichen.
Die VV. gind freiwillige Schu-
len, die teils staatlichen, teils
kommunalen oder privaten (Be-
triebe, Berufskörperschaſten
usf.) Charakter haben. Im Un-
terschicd zu den > Berufsschu-
Jen (Pflichtfortbildungsschulen)
und den (handwerklichen, kauf-
männischen, haugwirtgchafſtli-
chen) > Berufsfachschulen gect-
zen die 1', eine anugsreichende
praktisgche Berufsaugbildung
voraus. Hinsichtlich der Schnl-
bildung bauen sie grundsätzlich
auf der Volksschulreifſe auf, dio
jedoch durch Vorklassen an den
V., Aufbaulchrgänge an den
Berufsschulen oder Fermmter-
richtslehrgänge der DAV, or-
gänzt wird. Die Aufnahme Setzt
das Bestehen einer Aufnahme-
Prüfung voraus. Die 1. um-
ſassen nach dem Er). d. REM,
vom 29. 10. 1937 mindestens
einen Halbjahreskurs mit ganz-
tägigem Unterricht oder insge-
gamt 600 Unterrichtsstunden.
Die Dauer des Lehrganges
gehwankt zwischen einem und
fünf Halbjahren. Einrichtungen
mit geringerer Lehrgangsdauer
heißen Vachlehrgänge. Die
Untergeheidung zwischen höhe-
ren und niederen VV. iet weggefal-

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