Gegchichte der Erzichung
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Gegchichtsunterricht

gica“ (geit 1890), die Ztschr,. ſür
Geschichte der Erzichung und
des Unterrichts (1890---1938),
und Jr. Paulsens gründliche
»„Gegchichte des gelehrten Un-
terrichts“ (zuerst 1885). Die
Geschichtsschreibung richtete
gich jedoch fast ausschlicßlich
auf das Schulwesen bzw. den
Unterricht. Als eino Art Bil-
dungsgeschichte, die über diesen
Rahmen hinausging, gind die
geistesgeschichtlichen Dargtcl-
Jungen W. Diltheys von der
Reformationzzeit bis zum 19.
Ih. aufzufassen. In den ge-
gehichtlichen Arbeiten I. ->
Kriecks dagegen wird vergucht,
die Gegamtheit der erziche-
rischen Kräfte in Wechselwir-
kung mit den Lebensordmungen
geschichtlicher Gemeinschaſten
zu erfſasgen und der Yrzichungs-
geschichte den Charakter einer
umfassenden Darstellung der
völkisch-rassischen Vrzichungs-
und Bildungskräfte zu ver-
Jeihen. ISbenso gibt A, ->
Baeumler in seinen geistes- und
erzichungsgeschichtlichen Stu-
dien eine Analyse der die Ge-
gchichte des deutschen Bil-
dungslebens in den letzten Jahr-
hunderten tragenden völkischen
und gegenvölkischen Kräfte,
TL.: VV, Paulsen, Geschichte
des gelchrien Unterrichts, 2
Bde., 1919--19213; A. Ilcu-
baum, Geschichte des deutschen
Bildungswesens, 1, 1905; 14.
Krieck, Menschenfornmung,
1939%; ders., Bildungssysteme
der Kulturvölker, 1927; A.
Bacumler, Politik und XYrzie-
hung, 1937; ders., Studien zur
deutschen Gieistesgeschichte,
1937; W. Hchlmann, Ge-
Schichte der Erzichungswissen-
gchaft im Aufriß, 1933; H, Wei-
mer, Geschichte der Pädagogik,
194110; 1", Kreppel, Dt. Irzie-
hung in der Gegschichte, 2 Bde.
im Frach.
Geschichtgunterrieht, als beson-
deres Fach des Schuhmter-
richts verhältnismäßig spät ein-
geführt, beschränkte gich jahr-
hunderteJang hauptsächlich auf
die Lektüre griech. und Jat.
Schriftsteller und die biblische
Gegsehichte. Vereinzelt scit dem
17. Ih. auftretend, wurde des
Vach des G.8 in planmäßiger
Weise zeit dem 18. und dem an-
gehenden 19. Ih. ausgebaut und
insbes. auf die neuere Ge-
gehichte ausgedchnt, Da das
Schulwesen von den einzelnen
Ländern verwaltet wurde, war
der G. bis zum Weltkrieg über-
wiegend Territorial- und Dyna-
Stiengeschichte. Die Schul-
reform des Weimarer Zwischen-
reiches versuchte, ihm auf eine
gegsamtdeutsche Geschichtsauf-
fassung zu gründen, blicb jedoch
in der Hauptsache in kultur-
kundlichen Ansätzen sfecken.
Die nationalsozialistische
Neuordnung betrachtet den G.
als Teilaufgabe der politischen
VYrziclung und geht von der
Voraussetzung aus, daß Ge-
Schichte und Politik nur zwei
Blickpunkte für die gleiche
Sache bedeuten. Die Grund-
Jage bildet die Ucberzeugung,
daß die Rassen Träger der Go-
Schichte gind. Bereits die
„Richtlinien ſür die Geschichts-
Ichrbücher“ des Reichsinnen-
ministers vom 20. 7. 19338 ver-
Jangten daher die Hoervor-
hebung des rassiSchen Ge-
gichtspunktes und die Betonung
des völkischen Gedankens ge-
genüber der internationalen Boe-
trachtung, gleichzeitig aber

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