Hildebrand
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Hilfsschulen

Schnepfenthal und zuletzt Leh-
rer an der Militärakademie in
Dresden. Er setzte Sich ſür die
Nutzbarmachung der körper- -
lichen Arbeit in der Schule ein,
Schr.: Ueber die Benutzung
des bei Kindern 8o tätigen Trie-
bes, beschäſftigt zu Sein, 1797.--
L.: A. Teuscher, I. H. G. H.
als Pädagog, 1911,
Hildebrand, Rudolf, * 13. 3.1824
Leipzig, | 28. 10. 1894 das.,
Vörderer der deutschen Sprach-
forschung und des Deutsch-
unterrichts, war Oberlehrer am
Thomasgymnagsinm in Leipzig,
geit 1869 außerordentlicher, Scit
1874 ordentlicher Prof. an der
Univergität Leipzig und Sgeib
dem Jahre 1851 Mitarbeiter an
Grimms Deutschem Wörter-
buch. H. gab zahlreiche maß-
gebende Anregungen zur Neu-
gestalting des deutschen
Sprachunterrichts und grün-
dete diesen auf das gehörte und
gesprochene Wort der Heimat-
Sprache, -- Schr.: Vom deut-
gchen Sprachunterricht, zuersb
1867, 19401; Ges, Aufsätze und
Vorträge, 1890.
Hilfsschulen wurden vereinzelt
geit der Mitte des vorigen Jhs.
(1859 Halle, 1860 Chemnitz,
1874 Gera, 1875 Apolda usf.)
in größerem Umfange seit etwa
1890 eingerichtet. Durch BXrl.
d. REM. vom 17. 4. 1938 wur-
den vorläufiges, durch Rund-
Krl. vom 18. 2. 1942 endgültige
einhoitliche Richtlinien für das
Hilfsschulwesen geschaffen. Die
H. gehören zu den Sonderschu-
len. Sie Sind gelbständige Kin-
richtungen der Volkssschulen.
„Lu ihnen genügen Kinder
ihrer Volksschnulpflicht, die bil-
dungsfähig zind, dem allgemei-
nen Bildungsgang der Volks-
KTA 094/12
gchule aber wegen ihrer Hem-
mungen in der Körperlich-
gecliSchen Gesamtentwicklung
und ihrer Störungen im HEr-
kenntnis-, Gefühls- und Willens-
leben unterrichtlich und erzieh-
Jich nicht zu folgen vermögen.“
Die H. entlasten die Volks-
schnle und dienen damit in-
direckt der besseren Erziehung
der gesunden Jugend, Ihr Ziel
isb es, ihre Schüler „,in das Ge-
moeinschaftsleben unseres Vol-
kes einzuordnen und sie mit
dem für ihren Lebenskreis not-
wendigen Wissen und Können
auszurüsten.“ Die Kinder sol-
len „nach Maßgabe ihrer Kräfte
arbeits- und erwerbsfähige Glie-
der des deutschen Volkes wer-
den.“ Dic H. unterstützen die
erb- und rassenpflegerischen
Maßnahmen des Staates und er-
ziehen die ihnen anvertrauten
Kinder im Rahmen ihrer be-
grenzten Vähigkeiten zu brauch-
baren Gliedern der Volks-
gemeingcehaft,
H. werden überall da errich-
tet, wo in einer Gemeinde min-
destens 25 Kinder vorhanden
Sind, die für den Besuch in
VYrage kommen. Vollausgebaute
Schulen umfassen Unter-, Mit-
tel- und Oberstufe mit in der
Regel je 2 Schuljahren. Die
Veberweigung der Kinder er-
folgt teilweise bereits zu Beginn
der Schulpflicht hzw. nach ein-
bis zweijähriger Wartezeit, teil-
weise nach zweijährigem erfolg-
losgem Volksschulbesuch unter
Heranzichung ausführlicher
beilpädagogischer und amts-
ärztlicher Gutachten. Völlig
bildungsunfähige Kinder wer-
den nicht den H., gondern
öffentlicher oder privater Pür-
S80Orge zugewicgen. Im Jahre

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