Horte
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Humanismus

tritt gelegentlich bei 2- bis 5-
jährigen Kindern hervor, kann
aber durch aufmerksame cr-
zieherische Behandhmg meist
beseitigt werden, Oft werden
fälschlicherweisoe idiotische
Stumme als Hörstumme be-
zeichnet,
Horte > Kinderhorte.
Hortnerin, staatlich geprüfte lir-
zieherin in Kindertagesheimen
(Horten); Sozinler Frauenberuf.
Je H.nen werden in einem
Kindergärtnerinnen- und Hort-
nerinnenseminar ausgebildet,
Staatlich geprüft und gind zu-
gleich > Kindergärtnerin, häu-
fig auch > Jugendleiterin. Die
Ausbildung zur Kindergärtne-
rin und H. getzt den Nachweis
einer hauswirtschaftlichen oder
pflegerischen Tätigkeit, von ei-
nem Jahr 80wie ein Eintritts-
alter von 16% Jahren voraus
und umfaßt zwei Jahre.
Hospitanten (von lat. Gast), äl-
terer Ausdruck für Gäste, die
dem Unterricht beiwohnen (ho-
gpitieren), gelegentlich auch für
+ Gasthörer an Hochschulen,
Humaniora (von lat. mensch-
lich, edel) eigentl. H. Studia,
ältere Bozeichmimg für die Stu-
dien des klassischen Altertums
oder die Yüächer des altsprach-
lichen Unterrichts, meist in Ge-
gengatz zu den „Realien“ oder
zur Berufs- und Zweckbildung
gestellt und dieser übergeordnet.
Humanismus (von Jat. mensch-
Jich, edel), geistige Bewegung
des 14. bis 16. Jhs. mit dem
Ziel, die griech.-römischen Kul-
turwerte wieder zu verlebendi-
gen und auf ihrer Grundlage zu
einer vertieften Geistesbildung
zu führen. Scine Wurzeln hat
der IL. in der nationalen Fr-
neuerungsbewegung auf italie-
nischem Boden im 14, Jh. Mit
der Wende zum 15. Jh. fand er
auch in Deutschland Kingang
und erhielt hier ein eigentümli-
ches Gepräge, das ihn von dem
italienischen H, deutlich unter-
geheidet, Scine Augläufer rei-
chen bis in das 17. Jh. hinein.
Seit dem frühen MA. gehör-
ten antike Kulturbestandteile
zu den abendländischen Bil-
dungs- und Unterrichtsinhalten.
Der dauernden Veräußerlichung
und Aushöhhmg dieser fremden
Bildung suchte man durch im-
mer neuo Reformbewegungen
zu begegnen. In verschiedenen
Wellen wurde daher geit dem
8. Ib. an der Vertiefung der
klasgischen Bildung gearbeitet,
gleichzeitig aber ein innerer Los-
JöSungsprozeß von der kirchlich-
scholastischen Schultradition
angebahnt, Dieser Vorgang fand
reiche Nahrung durch die zu-
nächst in Italien ecinsetzende
humanistische Bewegung (Pe-
trarca, Platonische Akademie in
Vlorenz, V. da Peltre in Man-
tua).
In Deutschland bekämptf-
ter Agricola, Wimpholing,
Reuchlin und TVragmus den
gftarren doktrinären Scholasti-
zigmus der Universitäten und
guchten durch Pflege und Ver-
edelung des altsprachlichen Un-
terrichts das ursprüngliche Kul-
turgut der klassischen Welt wic-
der fruchtbar zu machen. Die
Lateinschulen kehrten zum ci-
ceronianischen Latein zurück,
das gie durch umfangreiches
Anuswendiglernen, durch Nach-
ahmung (Imitatio) und freie Ja-
teinische Rede dem Zögling zur
zweiten Muttersprache machen
wollten (Praterherrenschulen,
Trotzendorf, Neander, Sturm).

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