Humboldt
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Hüttenschulen

griff IC. Sodann zu einem goläufi-
gen Schlagwort, das Schließlich
insbes. die Ansicht von der
Gleichheit aller Menschen und
die uneingeschränkte Wert-
gehätzung auch des Minderwer-
tigen und Fntarteten umfaßte
und endlich viclfach nur als
Deckmante)fürmachtpolitische
Ziele diente.
Humboldt, Wilhelm von, * 22.7.
1767 Potsdam, T 8.4. 1835 Tegel
b. Berlin, Sprachphilosoph, be-
deutendster Vertreter der neu-
humanistischen Bildungsideo,
erzogen vom Campe, befreundet
mit Schiller und Goethe, war
8cit 1801 preuß. Gegandter in
Rom, 18009--10 eiter despreuß.
Bildungswegens im Innenmini-
gterinm und Schöpfer der Uni-
versität, Berlin, später Gesand-
ter in Wien, Vrankfurt und Lon-
don, 1819 Innenminister und
Iebte Seitdem hauptgächlich sei-
nen Vorgsehungen, insbes. aus-
gedehnten Sprachstudien,
H. beeinflußte maßgebend die
Umgestaltung des preuß. höhe-
ren Schulweseng einschl. der
Cymnagiallehrerbildung im Sin-
ne des gsprachlich-ästhetischen
Bildungsideals des -> Neuhn-
manismus. Bildung bestand für
ihn in der harmonischen Ynt-
faltung der menschlichen Kräfte
zu einem Ganzen, zu einer unit-
vergalen, totalen und indivi-
duellen Kinheit, die in größter
Preiheit und unabhängiger Aus-
einandersetzung mit dem Leben
gich selbst zu vollendetem Men-
Sgchentum, zur Humanität stei-
gere. Seine zuerst mehr ästlc-
tisch-individualistiscchen Bil-
dungsgedanken wandelten sich
im Laufe geiner Entwicklung zu
einer objektiveren, an Vätigkeit
und Gemeinschaft geläuterten
Auffassung vom Menschen. Seine
Absicht war schließlich die Kin-
leitung einer gegamtdeutschen
Neuordnung des Schulwegens
und die Schaffung einer neuen
nationalen Bildung. Immer
aber blieb ihm die Bildung eine
gelbstzweckliche u. eigengesctz-
liche Yorm des Geistes.
Schr. : Gesammelte Schriften,
hg. v. d. Akademie der Wissen-
3zchaften, 15 Bde., 1904---18, --
1L..: I. Spranger, W. v. H. und
die Humanitätsidee, 1930?; W.
v. H. und die Reform des Bil-
dungswesens, 1910; A, Bacum-
Jer, Politik und Erziehung, 1937.
Hutten, Ulrich von, * 21.4. 1488
Burg Steckelberg bei TVulda,
+ 29.8.1523 auf der Insel Ufnau
(Züricher Sce), hnmanistischer
Reichsritter, Mitverfasser der
Kpistolae obscurorum virorum
(Dunkelmännerbriefe), einer Sa-
tire auf die ma. Schulwissen-
gehaft und Bildung, wirkte an
der Frhebung der Reichsritter-
Schaft mit, kämpfte in zahlrei-
ehen Schriften gegen den Un-
geist der Scholastik, trat für
Luther und die Reformation
ein, wandte gsich gegen den
Papst und die kath. Kirche und
erstrebte einen Neuaufbau des
Reiches unabhängig von der
rümischen Kirche,
Schr.: Schriften, hg. von
Pöcking, 1859-70. -- 1.,: CG. DV,
Meyer, HM.s letzte Tage, 1871;
1. Röhr, U. v. JI., 1986;
1". v. Unruh, I., der Vorkämp-
ſer eines deutschen Aufbruchs,
1935.
HNüttensgehnulen, staatliche VWach-
gehulen zur Ausbildung von Bo-
tricbsbeamten und -leitern der
Hüttenindustrie, z.B. für Kisen-
hütten, Gießereien, Glaghütten
und ehemische Vabriken. Die

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