Idealismus
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Imitation

Typusformung setzte er die an
Ideen ansgerichtete Seltbster-
ziehung. Die Bildung erschien
von nun an als der autonome
Bereich des reinen Geigstes, der
in erster Linie im philosophi-
schen Donken wirksam wird,
Die Geschichte wurde zur 'lrä-
gerin der Mengchheitzentwick-
lung durch Erziehung, der Staat
zum Beauftragten und Anwalt
des objektiven DFTrzichungs-
geistes.
Der unpolitigchen Haltung
weiter Kreise des Deutschen 1.
auf der einen Seite stand die
Entdeckung des Volkstums auf
der anderen Seite gegenüber
(Herder, Vichte). Der Idealis-
mus Kants mündete aus in den
Primat der Pflicht, derjenige
des reiferen VYichte in den gei-
Btigen Volksbegriff der „Reden
an die Deutsche Nation“. Der
1. Hegels führte zur Recht-
fertigung des preuß. Staats-
gedankens aus dem objektiven
Geiste. Als Mittel der Frzichung
galten außer der Philosophio
die rein geistigen Klementeo
der Kunst (bei Schiller), des
Griechentums (bei Herder), der
Sprache (bei Yichte, Herder),
der Kinzicht und der Selbstver-
vollkommnung,.
Der Deutsche IT. isb weder
etwas Einheitliches, noch Jäßt
er 8ich scharf von der geistigen
zeil genösgischen Gesamtbewe-
gung trennen. Der schon mit
Krnst Moritz > Arndt be-
ginnende Kampf gegen den I.,
der gich in Lagarde und Nictz-
che fortsetzte und in der
Cegenwart geinen Höhepunkt
in den Arbeiten Baecumlers
und Kriecks findet, wendet
gich vor allem gegen die 'Tren-
nung des objektiven Geistes
von den Iebendigen Voraug-
getzungen volkhaften Menschen-
tums, gegen die Aufspaltung
des Menschen in selbständige
Bereiche des körperlich-vitalen
und des geistigen Lebens, gegen
den Subjektivigmus der Ich-
Ichre, gegen die Portgehritts-
ideologie und schließlich gegen
die Uebersteigerungen des Kpi-
gonentums, -- 1,: W. Kunz,
Gestaltwirklichkeit und Lebons-
gestaltung, 1939; PP. Kreppel,
Deutsche Erziehung i. d. Ge-
schichte, Bd. I1 (im Ersch.).
Idiotie (von griech. Laiv, Nicht-
kenner, Stümper), abnorm ge-
gteigerte Bildungsunfähigkeit,
schwerste Formdesangeborenen
-> Schwachsinns, Kine eigent
Jiche Erziehung der Idioten ist
nicht möglich. An die Stelle
der Vrzichung tritt meisb eino
Unterbringung in einer An-
gftalt,
Hlusion (von lat. tängschen),
Täuschung, Phantasiebild ; psy-
chologisch : die Um- oder Falsch-
deutung eines Sinneseindrucks
im Gegengsatz zu der Sinncs-
täuschung, der überhaupt kein
äußerer Reiz entspricht (Hallu-
zination). Die spielenden Aeuße-
rungen des Kleinkindesalters
gind weitgehend durch T.en be-
glimmt („].8-Spiele“: Motſter-
und Vater-Spiele, Schule spio-
len usf.).
Imbezitlität (von lat. Haltlogig-
keit), Intelligenzdefekt, Schwere
Vorm des -+ Schwachgsinnsg,
meist angeboren, aber auch ge-
legentlich (durch Traumen,
Krankheitsfälle) erworben, Der
Erziehung Imbeziller dienen
besondere Heilanstalten.
Imitation (lat, Nachahmung),
Lernidcal des älteren -> Hnu-
manismus, der eine wesentliche

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