Immanent
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Individuallage

Aufgabe des Unterrichts in der
Nachahmung lat. Redewen-
dungen, Dichtungen und eines
bestimimten Stiles s8ah. Das
Ideal der 1. der ciceronianischen
Rede hat bis in das 18. Jh.
hinein den Unterricht der La-
teinschulen mitbestimmbt.
Immanent (lat.), darinbleibend,
Gegengatz zu transzendent; in
der Philosophie: innerhalb der
Wirklichkeit, oder auch inner-
halb des Bewußtseins bleibend.
Von immanenter (im Gegen-
Satz zu 8SysStematischer) Wie-
derholung spricht man im
Unterricht, wenn der zu wicder-
holende Stoff als Sinnvoller Be-
gtandteil innerhalb eines neuen
Zugsammenhanges wiederkehrt.
-+ Wiederholung,
Impfung, die Immunigierung des
Organismus gegen Krankheits-
keime mit Hilfe von Abwehr-
gtoffen oder durch Aktivierung
der eigenen Schutzstoffe bei
vielen Krankheiten ; als Pocken-
Schutz-1. in Deutschland durch
RG. vom 8. 4. 1874 für jedes
Kind zweimal (im 1. und im
12. LebensjJahre) zwangsmäßig
vorgeschrieben. Der Schulleiter
hat bei der Aufnahme von
Schulneulingen zu prüfen, ob
die erste 1. erfolgt ist, und für
die zweite 1. in jedem Jahr
Listen derjenigen Kinder auf-
zustellen, die im laufenden Ka-
lenderjahr das 12. Lebensjahr
vollenden. Nichtgeimpfte Schü-
Jer müssen der Polizeibehörde
namhaft gemacht werden.
Individualität, der Inbegriff des
individuellen Seins, die Be-
gonderheit, Bigentümlichkeit u.
Linmatigkeit eines Wegens (eines
-+ Individuums), in Anwendung
auf den Menschen gewöhnlich
die bewußte u. eigenartige Ganz-
heit der Pergon, im Gegengatz
zur -+ Pergönlichkeit zunächst
ohne Rücksicht auf Haltung
und charakterliches Verhalten.
Zahlreiche BErzichungsrefor-
men geit J. J. -> Rousscau
gehen von der Forderung aus,
die erzieherischen Mittel und
Maßnahmen, aber auch die er-
zieherisgchen Ziele möglichst
weitgehend der kindlichen I.
anzupassen. Ihre äußerste Aus-
prägung fand die 1.s-Pädagogik
um 1900 in der 80g. Pädagogilk
„vom Kinde aus“ sowie in der
Zeit nach dem 1. Weltkriege in
den Erziehungs- und Reform-
versuchen bes. der „,cxpressioni-
etisSchen Pädagogik“. Unab-
hängig von diesen Uebersteige-
rungen gucht die gegenwärtige
Erziehung in ihren Mitteln und
Wegen vielfach an die 1. des
Kindes bzw. des Jugendlichen
anzuknüpfen. Bes. die Lr-
ziehung in der VYamilie, in der
Yürsorge und unter irgend-
welchen abnormen Bedingungen
(Kriminal-, Heilpädagogik) kann
einer verständigen Individuali-
gierung in ihren Maßnahmen
Schten entraten. Die allgemeine
erzieherische Zielstellung und
vor allem die öffentliche Er-
ziehung unter normalen Um-
gtänden ist von den indivi-
ducllen Bedingungen jedoch in
einem weitgehenden Maße un-
abhängig.
Individuallage nannte Pestalozzi
die Summe der besonderen ge-
Sellschaftlichen und politischen
Bedingungen, in die der ein-
zelne Mensch gestellt ist. Die
Erziehung habe die I. zu berück-
Sichtigen, Ja, für Sie zu bilden.
Diese Forderung bedeutete eine
Neubelebung der Berufs- rnd
Standespädagogik, gleichzeitig
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