Jugendstrafrecht
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Jugendstrafvollzug

gestellt. -- L.: Handb. d. g. J.
(Seit 1936); I. Stiefel, Jugend-
wohlfahrt und Jd., 1939?; 17.
Hoffmann, Das J.-Gesgotz,
1940.
Jugendstrafrecht bezicht gich
zunächst auf Jugendliche vom
14. bis zum 18. Lebengjahr,
gegebenonfalls auch auf Minder-
jährige bis zum 21. Lebensjahr.
Kinder unter 14 Jahren werden
nicht strafrechtlich belangt. Die
Grundlage des 3.8 bildete bis-
Jang das Jdugendgerichtsgesctz
vom 16, 2. 1923. Ls läßt die
Bestrafung von Jugendlichen
nur zu, wenn der Jugendliche
fähig ist, „das Ungesetzliche
der Tat einzuschen und geinen
Willen dieser Kingsicht gemäß
zu bestimmen“. Im Rahlynen
der nat.-802z. Neuordnung des
3.3 wurde eine Reihe von Lin-
zelregelungen getroffen, die das
J. Seinen besonderen Aufgaben
anpassen. Neben eigentlichen
Strafen ist die Anordnung er-
zieherischer MaßregeIn und
endlich die Anwendung beson-
derer Zuchtmittel wie -> Ju-
gendarroest (VO. vom 4.10.1940)
vorgescehen. Kine besondere
Vorm der Strafe ist die unbe-
stimmte Verurteilhmg (VO. vom
10. 9. 1941), bei der die Dauer
dor Preiheitsstrafe im Augen-
blick der Verurteilung noch
oſffengelassen wird. Sie kann
mindestens 9 Monate und höch-
stons 4 Jahre Gefängnis betra-
gen. Bine Sonderregelung zum
Schutze gegen jugendliche
Schwerverbrecher wurde durch
VO. vom 4. 10. 1939 getroffen,
wonach Jugendliche mit den für
Erwachsene geltenden Maß-
regeln und Strafen belegt wer-
den können, wenn 8ie eine bes.
verwerſlichs vwverbrecherische
Geginnung zeigen oder der
Schutz des Volkes eine Solche
Bestrafung erforderlich macht.
Die Jugendstrafsachen werden
bei der Staatsanwaltschaft ge-
wöhnlich durch einen Jugend-
gftantganwalt wahrgenommen,
Dieger arbeitet in ständiger
Yühlung mit dem Vormund-
gehaftsgericht und dem Jugend-
amt. Das Jugendamt stellt im
Verein mit der NSV. die Ju-
gendgerichtshilfe, die das Ver-
ſahren vorbereitet, nnd unter-
gtützt. -- L.: Handb. d. g. J.
(Seit 1936); G. Klemer, d. und
HJ., 1941.
Jugendstrafvollzug wird als
Sondervollzug in Jugendgefäng-
nisgen durchgeführt. Die recht-
liche Grundlage bildet gegen-
wärtig die Allgemeine Ver-
fügung des Reichsjnstizmini-
Sters vom 22. 1. 1937 in der
Vassung vom 16.7. 1941. Der J.
erstreckt Sich auf Verurteilte
vom 14. bis zum 21. Lebensjahr,
wenn die Vollzugsdauer minde-
tens einen Monat dauert. Bei
kürzeren Strafen tritt an die
Stelle des d.s der Kurzvollzug,
Der J. bat die Aufgabe, neben
der Bestrafung, ja durch die
Strafe eine erzichvrische Beein-
finggung zu gewährlveisten, 80
daß der bestrafte Jugendliche
der Volksgemeinschaft zurück-
gewonnen wird. Das geschicht
praktisch in der Yorm, daß in
den Jdugendgefängnissen eine
Sonderung von Vrstbogstraften
und Vorbestraften vorgenom-
men wird, unverbesserliche Ju-
gendliche aber den Anstalten
für vorbestrafte Krwachsenec
zugewiesgen werden. Die Ju-
gendlichen werden in strenger
Zucht gehalten und gollen ler-
nen, hart gegen Sich seclbsb zu

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