Körporbautypeon
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Körperbehinderte

gehichtsunterrichts) nach die-
gem Prinzip geordnet,
Körperbautypen, Auf dorGrund-
lage älterer Typeneinteilungen
wie der Typen C. Sigauds (La
forme humaine, 1914) und der
volkstümlichen Huterschen
Lehre von den Naturellen des
Empfindungs-, Ernährungs- u.
Bewegungsmenschen unter-
Schied der Marburger P3sychia-
ter Ernst Kretschmer in seinem
Buche über „Körperbau und
Charakter“ (zuerst 1921) zwi-
8chen den drei Haupttypen des
„Leptosomen“ (von griech,
dünnleibig, dünngliedrig), des
Schmalgliedrigen und Sechlan-
ken, des „„Athletikers“* (von
griech. Wettkämpfer), des
muskulögen und breitschultri-
gen Mensgchen, und des „Pyk-
nikers“* (von griech. dicht,
dick, stark), des zur Yülle und
Breite neigenden Körperbau-
typs. Methodisch von den bei-
den von Kmil Kraepelin unter-
gehiedenen Vormenkreisen gei-
gtiger Erkrankungen: Schizo-
Phrenie und manisch-depressi-
ves Irresein ausgehend, fand er
bei den Pyknikern vorwiegend
zyklothyme (kreismütige) Pem-
peramentseigenschaften wie
Stimmungserregbarkeit, Aus-
drucksbedürfnis und Beweg-
lichkeit, bei den Leptosomen
und Athletikern dagegen haupt-
gächlich schizothyme (spalt-
ginnige) Züge wie Unemptfind-
lichkeit oder Ueberempfind-
lichkeit, Zurückbaltung, Aus-
drucksarmut, aber Geradlinig-
keit und Beharrungskraft,
Dem Athletiker Schrieb in
der Volgezeit W. Enke „,„vis-
kö86“ (lat. zähflüssgige) Tem-
peramentscigenart zu, d. h.
Langsamkeit und Schwere in
der Entstehung affektiver Er-
regungen.
Die K. erfahren im Laufe des
individuellen Lebens gewisse
Veränderungen in dem Grad
ibrer Ausprägung, doch gelten
völlige Umwandlungen. Auch
im Kindegalter lassen Sich be-
reits gelegentlich verschiedene
K. untergscheiden. Die HErfor-
gehung der XK. ist eine Aufgabe
cebenso der > Konstitutionsg-
lehre wie der -> Rassenkunde,
die beide den engen Zusammen-
hang zwischen Körperbautypus
und Sseelischer LKigenart be-
tonen,
L.: K. Kretschmer, Körper-
bau und Charakter, 194013 u.14;
H. VV. K. Günther, Rasgen-
kunde des deutschen Volkes,
193921038.--113. T84.; L, F. Clauß,
Rasse und Seele, 194177,
Körperbehinderte, infolge von
Verstümmelung, Lähmung oder
Mißwuchs in ihrer Bewegungs-
fähigkeit mehr oder minder be-
einträchtigte Menschen (Krüp-
pel). 1906 kamen in Denutsch-
Jand auf 1000 Kinwohner 1,48
K.; 90 v. H. der Gebrechen wa-
ren erworben, 10 v. H. ererbt.
Die Schulpflicht von Kkörper-
behinderten Kindern kann auf
Grund des Grundschulgesebzes
vom 28. 4. 1920 aufgehoben
werden. Verkrüppelungen von
Schulkindern mügsgen durch
den Lehrer dem zuständigen
Jugendamt mitgeteilt werden.
Im Deutschen Reich ist nach
dem Vorgange Preußens (Ges.
vom 6. 5. 1920) die K.-FVürgorge
für Jugendliche bis zum 18.
Jahro staatlich organisiert, In
Heil- und Pflegeanstalten be-
Stechen für Körperbehinderte
Kinder einzelne Schulen, die zu
den - Sonderschulen gerech-

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