1Lagardo
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Landbauschulen

Lagarde, Paul de (ursprünglich:
Bötticher), * 2. 11. 1827 Berlin,
22. 12. 1891 Göttingen,
prachforscher, Kulturpolitiker
u. FYrzicher, Schüler von Grimm
und Rückert, war Orientalist
und Oberlehrer in Berlin und
geit 1869 Prof. in Göttingen.
L. bekämpfte die Auswüchso
der Ziviligation im 19, Jdh., trat
für den äußeren und inneren
Zusammenschluß des deutschen
Volkes und für eine der deut-
gehen Art entsprechende Kul-
tur und Retligiosität ein. Sein
Kampf galt insbesondero den
das deutsche Wesen zerstören-
den Kinflüssen überstaatlicher
Mächte wie Judentum und
kath. Kirche. Im Schulwegen
geißelte er den „Liberalismus
der Bildung“, die Vielwisserei
und die Oberflächlichkeit, die
die spezifisch deutsche Gestalt
der Zivilisation darstelle. Die
Bildung müsse vielmehr den
Mengchen in fortdauernder gei-
stiger Arbeit zu einem tätigen
und verantwortlichen Kämpfer
für ein Volk machen und den
geistigen Wohlstand der Nation
fortwährend vermehren, Daher
gei es ein Irrweg, wenn die
Schule Wisgensgmengen ver-
mittle und Stoffe in den Schüler
hineinpresse. Nicht die Schule
bilde den Menschen, g8ondern
das ginnvoll gestaltete Leben
gelber. Der einzelne mügse zu
dem gemacht werden, wozu er
das Urbild dank geiner „„Volk-«
heit“, Seiner inneren Zugehörig-
keit zu Seinem Volk schon in gich
trage. Das erfordere ständige
Arbeit, Abwehr des Fremden,
Oberflächlichen und Uncechten,
und Besinmung auf die Auf-
gaben, die die Geschichte dem
Volke Stellt. Kin neuer Adel als
Träger der völkischen Idee und
eine neue Nationalkirche als
Ausdruck artgemäßer Gläubig-
keit, mügsse das Ziel sein.
Schr.: Deutsche Schriften,
1892%; Schriften für Deutsch-
land (KTA. Bd. 110). --
L.: A. de Lagarde, P. de 1.., Er-
innerungen aus geinem Leben,
1894; R. Hollmann, IL. als Päd-
agoge, 1915; O.Conrad, P. d. L.,
1928; H. Wittig in Internat,
Ztschr. f. Erziehung, 1942, 1/2.
Lajenspiel > Jugendbühne.
Landbaugehulen, höhere, auch
Seminare für Landwirte ge-
nannt, früher „Höhere Lehr-
anstalten für praktische Land-
wirte“, Vachschulen des Reichs-
nährstandes zur Ausbildung von
Leitern mittlerer oder größerer
landwirtschaftlicher Betriebe u,
von Jlandwirtschaſtlichen Be-
amten. Die h. 1. unterstehen
der Aufsicht des RIED, Sie s8ct-
zen ein Mindestalter von 20 Jah-
ren, das Abschlußzeugnis ciner
mittleren Schule oder einer
Landwirtschaftsschule und eine
38 jührige praktische Tätigkeit
voraus, Ihre Lehrgänge dauern
ein Jahr und schließen mit der
Prüfung für „„staatlich geprüfte
Landwirte“ ab. Die Lehrpläne
der h. L. wurden reichgeinhvit«
lich geordnet durch TJrl. d.
REM. vom 24. 9. 1935. H. 1.
befinden g8ich u. a, in Brühl,
Celle, Ylbing, Haldensleben,
Jena-Zwätzen, Landsberg,Pots-
dam, Quakenbrück, Rostock,
Schleswig, Schweidnitz, Stettin
u. Wolfsanger (Kasscl). -- L.:;
Erzichung und Unterricht in
den Jlandwirtschafſtl. Berufs-
und FVachschulen, hg. vom
REM., 1940; K. Schulz,
Grundbestimmungen f.d.1.1.,
1939.

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