Lehrer
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Lehrerbildung

pädagogische Vorbildung. Eine
Art Lehrstand bildeten bereits
die „Humanisten“ des 15. und
16. Jhs. Kin eigentlicher Be-
rufsstand des L.s mit begson-
derer Ausbildung entstand je-
doch erst allmählich etwa geit
dem 18. Jh., und zwar für die
Volksschulen im Anschluß an
die Gründung von Lehrergsemi-
naren (Gotha 1698, Berlin1748),
für die höheren Schulen zu-
nächst in PVorm des auf der
Univerzität ausgebildeten hu-
manistischen „Philologen“, der
dann geit dem 19. Jh. auch eino
gehulpraktische Ausbildung er-
hielt (praktisches Jahr). Ueber
die heutige Ausbildung >
Lehrerbildung.
Boschränkte gich in der Ver-
gangenheit die Tätigkeit des
L.38 meist auf die Untorrichts-
tätigkeit als Solche, 80 erhielt er
(vor allem geit dem 19, dh.)
immer mehr die Aufgabe, als
Erzieher zu wirken. Die Gegen-
wart fordert daher, daß der 1,
mit der Beherrschung des Lohr-
gtoffes und Lehrverfahrens cine
besondere Eignung für den Er-
zieherberuf verbinde. Dazu ge-
hört auf der einen Seite Ver-
Ständnis und Liebe für die ihm
anvertraute Jugend, auf der
anderen Seite die Vähigkeit, die
Jugend zu führen, ihren Blick
auf die großen Aufgaben in
Volk und Gegschichte zu lenken
und gie für diese Aufgaben zu
begeistern. Die eigentlich er-
zieherische Wirkung liegt nicht
80 sehr in der Übertragung von
Wissen und Können, als vicel-
mehr in der prägenden Kraft
einer vorgelcbten Haltung. In
der Gegenwart gehen die L.
immer häufiger aus der 11J.
hervor und haben gich zu
einem "Peil bereits vor der
Berufsausbildung als Jugend-
führer, Landjahrerziceher usf.
bewährt.
L.: Wohlrabe, Der I. in der
Literatur, 19053: 1%. Reicke, L.
und Unterrichtgwesen in der
deutschen Vergangenheit, 1924*?;
Nelis, Völkisches Erziehertum
(im Erscheinen); v. Leers und
Hansen, Der deutsche Lehrer
als Kulturschöpfer, 1939; R.
Murtfeld, Der Weg der preuß.
Volksschullchrerschaft zum
Dienst am deutschen Volke,
1934; IK. Lohmann, Die Gestalt
des L.3 im dt. Schrifttum, 1942.
Lehreraustausch zwischen deut-
gchen und ausländischen Leh-
rern, zu unterscheiden von der
Besetzung von Lehrerstellen an
deutschen Auslandsschulen, ge-
hört zu den Aufgaben des Deut-
gchen Akademischen Anstausch-
dienstes, der kurzfristigen (e-
riennustausch) und Jangſristigen
Anstansch vermittelt, Aus-
tauschlager innerhalb des Rei-
ches werden von der Reichswal-«
tung des NSLB. Seit dem Jahro
1937 alljährlich in den Sommer-
ferien veranstaltet, um die r-
ziecher der verschiedenen (iaue
einander nahezubringen. Kbenso
führt der NSLB. Austausch-
Jager zwischen deutschen Wr-
zichern und der Toürzicher-
schaft der mit Deutschland be-
fſreundeten Nationen (z. B. Ge-
meinschaftslager deuts«ch-bul-
garischer oder deutsch-rumäni-
gcher Erzicher) durch.
Lehrerbildung, für Volks-
gchullchrer Staatlich geregelt
geit dem 18. JIh., erfolgte bis in
die Zeit nach dem 1, Weltkriege
an Lehrerseminaren, die auf der
Volksschule aufbauten und mit-
gamt den dreijährigen Vor-

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