TiiberaJismus
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Tietz

die Anecignung umfangreicher
Wissensmengen und die Behorr-
gchung fremder Sprachen gei
gleichbedeutend mit Bildung
oder Erziehung. Bereits Lagarde
und Nietzsche bekämpften die-
gen „&Q.. der Bildung“ auf das
heftigste. Die Unmöglichkeit,
das Gegamtwissen in einer ein-
zigen Schulgattung zu vermit-
teln, führte zur Zerspaltung der
höheren Schule in mehrere Ty-
pen mit zahlreichen (je nach der
Reihenfolge der Vremdsprachen
unterschiedenen) Untertypen.
An die Stelle der gebundenen
Yrzielung in den alten Tir-
ziehungsordnungen (Pamilie,
Stand, Kirche usf.) trat die Ver-
kündung des Rechtes auf ſreie
VYntfaltung und die Vorherr-
gchaft des Wissens, Die Schule
wurde zu einem sclbständigen
geisrigen Bereich und guchte
diesgen gegenüber politischen,
weltanschaulichen, aber auch
gtaatlichen Ansprüchen abzu-
grenzen. Svinen Höhepunkt
erreichte der L. im Frzichungs-
wesen in der ->+ Schulreform-
bewegung bes, nach dem Welt-
kriege, wo er vielerorts zu einer
völligen Auflögung der erziche-
rischen Zucht führte, Die Päd-
agogik des freien Wachsen-
Jassens, die Vorderung nach
Autonomie oder igengesetz-
lichkeit des erzicherischen Be-
reichs und die pädagogische
Mitieulehre (> Milieu) be-
herrschten großenteils das er-
zieheriszche Denken. Analoge
Ergeheinungen zeigten gich im
kulturellen Leben außerhalb der
Schule, 80 etwa im Bereich des
Schrifttums oder der Presse, wo
bes. der jüdische Kinfluß zu den
bekannten Zersctzunggserschei-
nungen führte. -- Die Ueber-
windung des L. auch auf dem
Gebiete der Bildung und FYr-
ziehung ist cine der Aufgaben
der nationalsozialistigchen Men-
gchenführung und -formung,. ->
Nationalgozialigmug. -- 1,.: 17,
Lohl, Das pädagogische Erbe
des 1.. und das völkische Welt-
bild, 1939?.
Lichtbild, Auch nach der Kin-
führung des Yilms in den Schul-
unterricht bildet das Lichtbild
ein wichtiges Unterrichtsmittel.
Das bereits in den Schulen vor-
handene oder noch neu erschei-
nende Bildmaterial wird von
der Reichsanstalt ſür Vilm und
Bild Jaufend auf geine Ver-
wendbarkeit in den Schulen ge-
prüft. ->+> Jilm,
Lichtwark, Alfred, * 14.11.1852
Hamburg, F 13. 1. 1914 das.,
Kunsterzicher und geit dem
Jahre 1886 Dircktor der Ham-
burger ICGunsthalle, gehörte cit
dem Ausgang des Jhs. zu den
Vührern der Kunsterziehungs-
bewegung. Jr erstrebte die Jr-
ziehung der Jugend, aber auch
der KYrwachsenen zum richtigen
künstlerischen Schen und zu
einem an der Kunst geJäuterten
Gegschmack, Zie] war ihm eine
aus innerer Gestaltungskraft er-
wachsene Volkskunst.
Schr. : Uebungen in der Be-
trachtung von Kunstwerken,
1897, 192218; Aus der Praxis,
1902; Die Grundlagen künst-
Jerischer Billing, 38 Bände,
1901.
Lietz, Hermann, * 28. 4, 1868
Dumgenewitz (Rügen), T 12. 6.
1919 Haubinda (Thür.), Erzie-
hungs- u. Schulreformer, Nach
kurzer Schultätigkeit jim Jena
bei W. Rein, in Abbotgholme
(Engijland) und in Kötzschen-
broda gründete er von 1898 ab

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