Mathematikunterricht
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Matthias

nissen (Berechnung des Kalen-
ders) dienten. Im Spät-MA,
wurde der M. häufig von 80g.
Rechenmeistern erteilt, die vicl-
ſach nur in loser Verbindung
mit den Schulen standen und
mehr die Erwachgenen unter-
richteten. Mit der Entfaltung
der Naturwissenschaften geit
dem 16. Jh. drang als ein Teil
der „„Realien“ allmählich ein
planmäßiger Rechenunterricht
in den Schulunterricht ein. Be-
tonte das Aufklärungszeitalter
mehr den unmittelbaren prak-
tischen Nutzen des M.s für das
Leben und befruchtete damit
mehr den elementaren Rechen-
unterricht der Volksschulen, 80
entdeckte das 19. Jh. geinen
formalbildenden Wert und be-
trachtete ihn als Mittel der
Denkschulung auch im Unter-
richt der höheren Schule. Von
wegsentlichem Kinfluß auf die
Ausgestaltung des M. der höhe-
ren Schule wurden die Be-
gehJüsse der Meraner Tagung
des „„Deutschen Vereins zur
Vörderung des mathematischen
uw. naturwissenschaftlichen Un-
terrichts“ vom Jahre 1905. Sie
Stellten neue Lehrpläne auf und
wiesen dem M. zwei besondero
Aufgaben zu: Die Schulung des
räumlichen Anschauungsver-
mögens und die Erziehung zum
funktionalen Denken.
Entsprechend seinem erziche-
rischen Wert ist der M. in allen
Klassen der heutigen deutschen
Schule vertreten. Er ist ein
Mittel geistiger Schulung und
Zucht, g8oll aber gleichzeitig
lebensnah und lebensverbunden
bleiben. In der Volksschule
dient er ausschließlich den Be-
dürfnisgen des praktischen Le-
bens, in der höberen Schule dar-
über hinaus der Ergchließung
des Wesensgehaltes mathemati-
gchen Denkens 80wie der mathe-
matischen Gegetzlichkeit. Das
Lehrverfahren geht möglichst
überall von der Anschauung aus
und macht auch von Schau-
bildern reichen Gebrauch, Die
Verknüpfung mit anderen PVä-
chern, bes. mit den Naturwissen-
gchaften und der Erdkunde, bil-
det eine dauernde Aufgabe.
Kbenso stcht der M. im Dienste
des Luftſahrtgedankens (>
Luftfahrt). Durch möglichste
Selbsttätigkeit Soll der Schüler
zur gelbständigen Anwendung
mathematischer Denkformen
geführt werden. Raumanschau-
ung, eigene Messgungen, die Her-
stellung von Maßen, die Durch-
dringung von Geometrie und
Algebra, die Weckung des Ver-
Ständnisses für das Gebiet der
VWunktionen sind wichtige For-
derungen des M.s,
Ztschr.: Ztschr. für mathe-
mat. und naturwiss. Unterricht
(Seit 1870); Untoerrichtsblätter
für Mathematik und Natur-
wissenschaften (scib 1895). ---
L.: Krz. u. Unt., 1938-1942;
Jaensch u. Althoff, Math. Den-
ken u. Scclenform, 1939; Lietz-
mann 1. Graf, IL in Erziehung
u. Unterricht, 2 Bde., 1941;
Lehrbücher von Lictzmann,
Scheffer, Grünholz und Dieden,
Prank, Köhler und Graf, Holz-
müller und v. d. Seipen, Köl-
ling und Löffler, Zoll u. 4a.
Matthias, Adolf, * 1. 6. 1847
Hannover, Y 9. 6. 1917 Düssel-
dorf, Unterrichts- und Schul-
fachmann, war Gymnagialleiter
in Lemgo und Düssgeldorf, geit
1898 Provinzialschulrat in Ko-
blenz, von 1900 bis 1910 Vor-
tragender Rat im preuß, Kultus-

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