Mittelalter
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Mittelalter

Geistlichen ausgeübt. Untoer-
richts- und Umgangssprache
war das Latein. Der ILehr-
gtoff bestand außer der lat.
Sprache und einigen Klementen
des Kirchenglaubens aus weni-
gen Sachkenntnissen, die aus
den klaggischen Autoren ge-
gehöpft wurden und gich in der
Systematik jahrhundertelangan
die Vorm der 7 „artes liberales“
(> Künzgzte) anlehnten. Die
8pätere IKntwicklung zeigt wei-
ter die Entstehung des Studium
generale, eines privilegierten,
genosgengchaftlichen Schulwe-
gens, aus welchem gpäter die
Univerzgitäten hervorgingen, 80-
wie das philogophisch-theolo-
gische Lehrgebäude der Schola-
gtik.
Dieses offizielle Bildungs-
wesen war der Ausdruck der
von der kath. Kirche geförder-
ten Schnultradition, nicht aber
des tatgächlichen volkhaften
und geschichtlichen Lebens,
Schon die Erziehung des Kleri-
kers vollzog aich nicht allein
auf dem Wege über den Unter-
richt, gondern untor der typen-
züchtenden Prägung des klöster-
lichen Lobens und der kirch-
lichen Weltdeutung. Anderer-
geits kämpften revolutionäre
Geister wie Bckart, CQCuganus
und Paracelsaus jmmer von
neuem für eine ursprüngliche,
volkhafte Glaubens- und Bijl-
dungswelt.
Als die unmittelbare YVort-
getzung der german, Lebens-
form und KYrzichung muß das
Rittertum betrachtet werden.
Hervorgegangen ausdergerman,
Bauernelite, gründete es Sich in
Gesinnmung und Haltung auf die
alte Khrauffasgung, auf das
Treueverhältnigs und die Ge-
folgschaft als Form german, Br-
ziehung und entwickelte ein
dreiteiliges Stufensystem der
Nachwuchserzichung (Knabe,
Junker, Ritter). Erst im Laufe
der Zeit gewannen christliche
Glaubensbestandteile und west-
liches Yormbedürfnis die Ober-
hand. Dancben bildete gich im
aufstrebenden Bürgertumeine
auf das Ideal der Khrbarkeit
und Zuverläsgigkeit gegründete
gtändische Erziehung ans, die
gich in Zunft und Meisterlehre
vollzog (Lehrling, Geselle, Mei-
8ter), aber bald auch städti-
gehe Lateinschulen und deut-
gche Schreibschulen umfaßte.
Die wegentlich mit aus dem
Bürgertum hervorgehendo hu-
manistische Bewegung, die Aus-
dehnung des Schulwesens und
die Gründung von Univergi-
täten durch Landesfürsten und
Städte trugen zur Fortbildung
cines selbständigen, aber von
dem bodenstündigen Volk log-
gelösten Schul- und Bildungs-
betriebes bei. Die zahlreichen
Bewegungen, die gegen die ma.
Geisteshaltung kämpften, wie
die Reformation und die Auf-
klärung bewirkten, daß die
ma. Kultur und Bildung all-
mählich durch andere Formen
ersctzt wurden, konnten aber
nicht hindern, daß ma. Kile-
mente vor allem im Schulleben
noch Jange Zeit herrschend
blieben und bis in die letzten
Jahrhunderte hinein vor allem
im kath. Bildungswesen ihren
Platz behaupteten,
L.: Frnst Krieck, Mensgehcn-
formung, 1939%; Bildungs-
gystleme der Kulturvölker, 1927;
Alfred Rogenberg, Der Mythus
des 20, Jh.s, zuerst 1930,
1941 175--176; 11. Grünewald,

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