Montanistische Hochschule
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Möger

gespräch. Die Schulung in den
alten Sprachen lehnte er nicht
ab, wollte gie aber zu lebendiger
Redeübung vereinfacht wisgsen.
Er betonte ausdrücklich den er-
zieherisgchen Wert der Leibeg-
übungen. Die Familie hielt er
zur Krziehung für ungeeignet,
gemeingchaftlicheHeranbildung
mehrerer Kinder für wenig er-
giebig. Wahre Menschenbildung
gel nur möglich im Zusammen-
leben des Zöglings mit geinem
Erzieher. -- Schr.: Ksgais u.
Reisotagobuch (IKTA. Bd. 101),
1
Montanistisehe Hochschule
(Berghochschule) zu Leoben
(Steiermark); 1840 gegründete
Hochschule mit den FVachrich-
tungen Bergwesen, Hüttenwe-
gon und Marksgcheidewesgen. Die
Ausbildung erfolgt in gieben bis
zehn Halbjahren und gehließt
mißt der Ingenieurprüfung (Di-
plomingenieurprüfung) ab. Die
M. H. hat auch Promotions-
recht.
Montessori, Maria, * 31. 8. 1870
Chiaravalle, Aerztin in Rom, gab
maßgeblichs Anregungen auf
dem Gebiete der Kleinkinderer-
ziehung, Heilerzichung und der
Erziehung durch Handtätigkeit,
war zunüchst in der Schwach-
ginnigen-Erziehung tätig, grün-
dete i. dJ. 1907 das oerste „„Kin-
derhaus“, wandte ihre Erfah-
rungen aus der Heilerziehung
anf die Erziehung normaler
Kinder an und baute ein Sy-
tem der Sinnesschulung aus,
desgen Grundlagen Handtätig-
keit und planmäßige Uebung
bildeten. Ihre Grundsgsätze fin-
den Anwendung in vielen Kin-
dergärten, werden aber im Aus-
Jande auch auf die Schulerzie-
hung übertragen. Im Unter-
KTA 94/19
Schied zu der Kindergarten-
erziehung Fröbelscher Prägung
durch Spiel und kindgemäße
Betätigungsformen erstrebt M.
mehr eine rationale und zweck-
mäßige Schulung der Kkörper-
lichen und geistigen BKinzel-
fähigkeiten.
Schr. : Selbsttätige Erziehung
im frühen Kindegalter, deutsch
o. J. (1914); M.-Erziehung für
Schulkinder, deutsch 1926.
Monumenta Germaniae Paed-
agogien, wichtigste Quellen-
Sammlung zur Geschichte des
Schul- und Erziehungswegens,
wurde herausgegeben im Auf-
trage der Gesellschaſt für Dcub-
sche Frzicehung und Schul-
geschichte (1890 bis 1938) und
begründet von IC, Kehrbach.
Möger, Justus, * 14. 12. 1720
Osnabrück, | 8. 1. 1794 das.,
Staatgmann und Higstoriker,
Vorläufer der Volksauffasgung
Herders und der Romantik,
war geit 1744 Sekretär der
Ritterschaft und Rechtganwalt
im VYürstbistum Osnabrück, 8pä-
ter Rechtsvertreter des Staates
und geit 1768 Geheimer Re-
ferendar in der Regierung.
In geiner Verwaltungstätig-
keit, in der er lange Zeit maß-
gebenden Linfluß auf die inneres
und äußere Politik des Landes
augübte, ließ er gich leiten von
der Kingicht in die Kigenart des
Landes und Volkes und war be-
müht, in organischer Fortent-
wicklung des Bodenständigen
ein dem deutschen Volkscharak-
ter gemäßes Gemeinwesen zu
entwickeln. In reicher pergön-
licher und gehriftstellerischer
Wirksamkeit kämpfte er gegen
die Vorherrschaft des rationalen
Denkens in der Aufklärung und
gegen die Aufstellung einer all-

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