Nietzsche
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Normative Pädagogik

In der Sorge um echte Kultur
und Bildung kritigierte N. das
deutsche Gymnagialwesen, dem
er Intellektualismus, Sprach-
verhunzung und Vermassgung
der Bildung vorwarf, Erspottete
über den „„Bildungsphilister“
mit der „„Geniemaske“, aber
„mit eingeengter trockner Scele
und nüchternen Bedürfnissen“.
Kr Ichntoe den Historismus ab,
rechtfertigte aber die Ge-
gehichtswisscnschaft, wo diese
in Handeln und bheroische
Haltung einmündet (monumen-
tale Geschüchtsschreibung). Die
Erziehung müsse den gan-
zen Meonschen erfasgen, nicht
nur geinen Intellekt. Vorbild für
eine 8olche Gesamtprägnng
könne der Vollgrieche sein, d. h.
der an Leib und Seele wohlge-
formte, heroische Mensch. Diese
Erziehung am Griechentum sei
allerdings nicht auf dem Wege
über die klagssischen Sprachen
und überhaupt nicht für Ju-
gendliche erreichbar. Sie gehe
bestenfalls vor 8ich in der Be-
rührung mit der Kunst und vor
allem mit der Musik. Die KEr-
ziehung, wie Sie N. als Zukunfts-
bild gieht, Soll durch Ausglese,
Züchtung und Prägung einen
rasxiSch hochwertigen, adligen
und kämpferischen Menschen
hervorbringen, der das Leben
mib neuem Sinn erfüllt und
eine vollendete Kultur verwirk-
licht,
Von den in besonderem Maße
die WFrzichung betreffenden
Schriften N.8 Scien genannt:
Veber die Zukunft ungerer Bil-
dungsanstalten, 1872, und die
Unzeitgemäßen Betrachtungen,
1878--76. Die Werke wurden
hg. uv. a. von A. Baeumtler,
11 Bde. (ICTA.), 1930ff. Kine
kritische Ausgabe ergscheint geit
1934. -- L.: A. Baecumler, N.
der Philosoph und Politiker,
19342; H. Härtle, N. und der
Nationalsozialismus, 1939*.
Nordamerika ->Verocinigte Stag-
ten von Amerika,
Normaisehrift, deutsche, die
dem Schreibunterricht der deut-
gehen Schulen zugrunde liegende
Schreibschrift. Sie wurde durch
Rund-Erl. d. REM. vom 1.9.
1941 vorgeschricben und bildet
künftig die allein zu lehrende
Schrift. Entwickelt aus der
vütterlinform der 80g. „Jateini-
Schen“ Schrift unter Mitwir-
kung der Unterrichtsverwal-
tungen und des NS.-Lehrerbun«
des, will die N. den Aneprüchen
an Brauchbarkeit und Schön-
heit ebenso entsprechen, wie 8ic
die Grundlage für eine persön-
liche, der Anlage des Schreiben-
den entsprechende Schreibkul-
tur bilden goll.
Normalwortmethode, im 19. Jh.
(zuerst von Krämer und Vogel)
verwendete analytische Mo-
thode des -+ Legennterrichts,
die statt vom Kinzellaut, von
bestimmten, bes. geeigneten
Wörtern (Normalwörtern) 4aus-
ging und die isolierten Laute
erst später gewann. Sie wollte
das Lesen an Hand ginnvoller
Inhalte Ichren und berührt Sich
darin mit modernen Bestrebun-
gen.
Normative Pädagogik nennt man
die ältere philogophische Erzie-
hungslehre (bes. des 19. Jhs.),
gofern Sie den Anspruch erhob,
die Erziehung und darüber hin-
aus das Leben nach ihren Nor-
men zu gestalten. Sie wurde
überwunden vor allem durcb.
LV. -+ Krieck, der ihr die Kin«
Sicht gegenüberstellte, daß er-
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