Phantasie
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Philanthropismus

weiblichen Lehrkräfte ist ge-
wöhnlich um 2 Stunden ge-
ringer als die der männlichen.
Phanftagie (griech. Vorstellung,
Bild, Erscheinung), freie, durch
Wirklichkeit oder Denknormen
nicht eingeengte Beoewußtseins-
(meist Vorstellungs-) Tätigkeit,
die nach K. Groos vor allem
in zwei Sonderformen vor-
kommt: als Illugion, d. h. als
gestaltendo Umdeutung von
Wahrnehmungen, und als Kom-
bination, d. h. neuartige Ver-
bindung von Erinnerungen. Das
Kindesalter ist nicht durch
Phantagiereichtum an gich aus-
gezeichnet, 8ondern durch vor-
wiegende Ilugionen. Erst im
Laufe der Entwicklung tritt die
Kombination stärker hervor. --
L.: M. Lobgien, Ueber die Ph.
des Kindes, 1910.
Phasengerechte Erziehung, 1or-
derung der neueren Pädagogik,
Maßnahmen und Inhalte der
Erziehung der jeweiligen Ent-
wicklungsstufe (Phase) des ICin-
des und des Jugendlichen anzu-
pas8en; Schon früher erhoben
von Rougsscau, Fröbel u. 4,,
aber erst durch die jugendkund-
liche Vorschung der letzten Zeit,
z. B. von O0. Kroh, exakt be-
gründet. Die ph. IS. ist heute
ein 8clbstverständlicher Grund-
gatz der Leibeserzichung, der
Schullehrpläne usf.
Philanthropigmus (von griech,
menschenfreundlich, human),
aus den Ideen der Aufklärung
und Rousscaus erwachsene und
von Basedow begründete Be-
wegung desausgehenden18.3h8.,
die eine Reform des Schul- und
Erzichungswesens im natur-
und vernunftgemäßen Sinne
herbeiführen wollte, Im Gegen-
Satz zu dem scholastischen In-
tellektualigmus forderten die
Philanthropisten eine Erziehung
des ganzen Mengchen (eingchl.
der Willens-, Gemüts- u. Körper-
kräfte), Statt der Vorherrschaft
des Lateindrilles die Erwerbung
gemeinnütziger Kenntnisse mit
Hilfe einer natur- und kind-
gemäßen Methode, statt der
Alleinherrschaſft der Kirche die
Verweltlichung und Verstaat-
lichung des Schnlweseng, Leibes-
erziehung und Handarbeit wur-
den betont, die Schulerzichung
auf das natürliche Interesse des
Schülers, anf Wetteifer und
Spiel gegründet. Die heimarti-
gen Schulen (z. B. Bascdows
Gründung in Dessau) wurden
Philanthropine genannt. Neben
Bascdow wirkten im Sinne der
philanthropistischen Ideen: der
Herausgeber des „„Revisions-
werks“ und Kinderschriftsteller
J. H. Campe, der Systematiker
der philanthropistischen Ge-
danken IL. C. Trapp, der geniale
Praktiker €. G. Salzmann in
Schnepfenthal, der Leibeserzie-
her Guts Muths u. a. Durch die
Betonung des Nütbtzlichkeits-
Prinzips, aber auch durch Män-
gel und Fehlgriffe Seiner Ver-
treter gerict der Ph. in Gegen-
gatz zum Neuhumanismus und
wurde wegen der DPlattheit
geiner Krziehungsziele mit Recht
vielfach angefeindet (80 bes.
von > Niethammer in der
Schrift „Der Streit des Ph.
und Humanismus“). Den volk-
logen und weltbürgerlichen
Standpunkt teilte er mit den
Sonstigen Ötrömungen Seiner
Zeit.
L.; BV. Panlsen, Geschichte
des gelehrten Unterrichts, 1919
bis 19213; A. Pinloche, Ge-
Schichte des Ph., deutsch 19142;

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