Bassenscoclenkunde
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Ratke


bers und Higelke, Ragssenpoli-
tische Unterrichtspraxis, 1940;
A. Kydt, Rassenpolitische Er-
ziehung in der Volksschule,
19413.
Rassenseelenkunde (Rassen-
psychologie), Teilgebiet der
Rassenkunde mitder besonderen
Aufgabe, das dern einzelnen Ras-
gen eigentümliche Seclenleben
zu erforschen. Die hauptsächlich
in Deutschland entwickelte R.
richtet sich vorwiegend auf die
Hauptrassen des deutschen Vol-
kes, beschreibt diese hingicht-
lich ihrer Scelischen Yinzelmerk-
male, ihrer Gegamthaltung
(ihres „„Dageingstiles“), ihrer
Lebensform und ihrer Wert-
ordnungen und ist bestrebt, die
empirisch festgestellten sceli-
gehen Kigentümlichkeiten nun
auch als Rasgenmerkmale, d. h,.
als erbfeste Ligenschaſten aus-
zuweisen. Wertvolle Hilfe lei-
tet ihr dabei die Vererbungs-
wisgenschaft (-> Vererbung),
voran die -+ BFrbeharakter-
kunde. Kin wichtiges Teilziel
bildet die Erforschung des Zu-
gammenhanges zwischen Leib
und Scelo.
L.: B. Petermann, Das Pro-
blem der Rasgengeele, 1935;
1. Keiter, Rassenpsychologie,
1941.
Ratichiug, latinigierte Namens-
form von + Ratke.
RationalisSmus (von lat. Ver-
nunſt), weltanschaulich-philoso-
phische Richtung, die im Gegen-
Satz zum > Kmpirismug in der
menschlichen Vernunft die erste
Quelle der Erkenntnis gicht.
Der R. entstand vorwiegend geit
dem 17. Jh., herrgchte vor allem
in der Aufklärung vor, be-
stimmte aber das geistige Leben
bis in die Gegenwart hinein in
mancherlei Formen. In der Er-
ziehung führte er u. 8, zu der
Veberbetonung der Verstandes-
bildung bzw. der „formalen
Bildung“, trug vielfach zur
Auflögrung der gewachsenen
Lebensordnungen als Grund-
voraussetzung des Erziehens bei
und bedingte weitgehend die
Yorm des pädagogischen Ver
fahrens und Denkens in den
letzten Jahrhunderten, =>
Pädagogik.
Ratke, Wolfgang (Jat. Rati-
chius), * 15. 10. 1571 Wilster
(Holstein), | 17. 4. 1635 Erfurt,
Unterrichtsreformer und Be-
gründer der Didaktik i. e. 8.,
legte 1612 den in Frankfurt
versammelten BReichsständen
eine Denkschrift mit geinen
Erziehungsgrundsätzen vor,
machte Unterrichtsversuche in
Angsburg, Köthen und Magde-
burg, gelangte aber wegen
Persönlicher Zwistigkeiten zu
keinem praktischen BHLrfolg.
Seine Änzgichten wurden jedoch
teilweises (von Kromayer, Co-
menius, Herzog Ernst von Go-
tha) übernommen und forbt-
gebildet.
R. wollte eine Spracblehr-
methode gschaſlfen, die die Er-
Jernung einer Sprache in kürze-
Ster Zeit gewährleistet, gleich-
zeitig aber im ganzen Reich
eine „einträchtige Sprache, cine
einträchtige Regierung und end-
lich auch eine einträchtige Reli-
gion“ einführen (Denkschrift
von 1612). Die wichtigsten
Seiner Forderungen für den
Gang des Unterrichts lauten:
alles nach der Methode der
Natur; nur einen Gegenstand
auf einmal; häufiges Wieder-
holung desselben; Beginn mit
der Muttersprache, erst danach

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