Roformgymnasium
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Regulative

landesrechtlich geregeltes Schul-
wegen, dessen Neuaufbau durch
eine Reihe von Schulordnungen
festgelegt wurde, Den vereinten
Bemühnngen -+ Luthers und
geiner Mitarbeiter gelang nach
mannigfachen Rückschlägen die
Hebung der Volksbildung und
des Gelchrtenschulwegens, das
allerdings weiterhin von der
humanistischen, ja z. T. auch
der Bcholastischen Ideenwelt
getragen wurde. -> Bugenhagen
gestaltete das Schulwesen meh-
rerer Länder neu, -+ Melanch-
thon wandte sich der Reform
der Lateinschule und des Uni-
vergilätgunterrichtes zu. Die
neue prot. Univergität erhielt
durch ihn ihre Prägung. Die
-> Kirchen- und Schulordnun-
gen des 16, Jhs. gsind der Aus-
druck 80wohl der prot. als auch
einer weltlich-humanistischen
Geisteshalbung. Sie enthalten
Zz. 'U. ausgedehnte Anweisungen
für die Schulorganisation der
Länder, für die Neugründung
von deutschen und lat, Schulen
und für den Anfbau des Unter-
richts. Durch die Verbindung
der R. mit dem Humanismusg,
teils auch mit dem gocholasti-
schen Schulgut, wurde eine
Reihe neuer Angsätze im Schul-
und Bildungsloeben jedoch schon
nach kurzer Zeit wieder ver-
gehüttet oder umgebogen.
Reformgymnagium, auf Grund
des Frankfurter Schulplanes
geit dem Jahre 1892 entstan-
dene gsecltene Sonderform des
Gymnagiums mißt Jat. und
griech, Unterricht, in der 1La-
tein ersb vom 4. Jahre ab er-
teilt wurde und der fremd-
8prachliche Unterricht statt
dessgen mit einer noueren
Vremdspracho begann. Seit der
Neuordnung der höheren Schule
im Jahre 1938 bestehen Re-
formgymnagien nicht mehr,
Reformrealgymnasgium, geit
dem Jahre 1878 entstandene
Sonderform des -+ Realgym-
naSiums, in welcher Latein-
unterricht erst vom 4. oder
6. Jahre ab erteilt wurde, der
fremdsprachliche Unterricht
auf der Unterstufe mit einer
neueren Vremdsprache begann
und auf der Oberstufe eine dritte
neueres PFremdsprache Hhinzu-
trat, Das R. wurde durch die
Neuordnung der höheren Schule
vom Jahre 1938 aufgehoben.
Regulative, drei preuß., von
dem konservativen Referenten
für das Volksschulwesen Stichl
verfaßte Wrlasse des Mini-
gteriums Raumer vom Jahre
1854, die das Volksschul- und
Lehrerbildungswegen im Geiste
der kirchlichen Orthodoxie ecin-
heitlich regelten. Sie gingen von
der einklassigen Landschule als
der Regelform aus, getzten für
die Lohrerausbildung einen drei-
jährigen Seminarbesuch fest
und überließen die Vorbereitung
für den Seminarbeguch (in Prä-
parandenanstalten) privater
Yürgorge. Den Kernpunkt des
Seminarunterrichtes bildete die
praktisgche Arbeit in der
Vebungsschule. Die Lehrpläne
enthielten eine Absage an jeden
intellcktualistischen ÜUnter-
richt, aber auch (in den Semi-
naren) an jede Form wissen-
gchaftlicher und g8onstiger freier
Betätigung (Verbot der Klas-
gikerlektüre!) und machten das
»„praktische Leben und geine
Bedürfniss8“ zur alleinigen
Norm. Die geforderte „,Ge-
mütsbildung“ glaubten zie
durch einen umfangreichen Re-
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