Rom
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Rom

für die Lchrer (Handbuch in
katechetischer Yorm für Lehrer,
1783) und arbeitete mit Hilfe
von Geistlichkeit und Lehrer-
gehaft an der Aufklärung Seines
Landvolkes. Seine pädagogi-
gehen Schriften waren getragen
von der Sorge um das Wohl der
niederen Stände. Sie betonten
die Notwendigkeit rechten Ge-
brauchs der Muauttersprache,
zweck- und mnutzbringenden
Denkens und gleichzeitig der
Beschränkung des Unterrichts
auf nützliche, dem Kinde aber
verständliche Dinge.
Schr.: Vom Nationalcharak-
ter durch Volksschulen, 1779;
Geschichte meiner Schulen,
1795. -- L.: KX. Vahlbruch, Das
Soziale Lebenswerk Pr, .v.R.3,
1928.
Rom. Die Erzichung im alten
R. entsprach zunächst der
bäuerlich-kriegerischen Lebens-
form des Römers. vie voll-
zog gich fast ausschließlich in-
nerhalb der FVamilie, in welcher
der Haugsvater beinahe unum-
gehränkt herrschte und auch
Leben und Erziehung bestimm-
te. Das erzicherische Ziel war
die Prägung eines lcebenstüch-
tigen und kriegsgeübten Nach-
wuchses (der vir yere romanus).
Yrsbseitdem 5. Ih. v.d. Ztr. wur-
den auf Straßen und Plätzen
yon Schreib!lchrern (literatores)
die Kunst des Legens, Schrei-
bens und Rechnens 80wie ei-
nige Gesetzeskenntnisss und
Sittensprüche gelehrt. Vom 3.
Jh. ab konnte man in privaten
Grammatikschulen oder von
griech. Sklaven und Preigelasse-
nen („Pädagogen“) die griech,
Sprache und Literatur erlernen,
die bald als wichtigster Veil der
Allgemeinbildung galt. Später
KTA 94/21
wurde daneben und im An-
gchluß an das Griechische die
Kenntnis der cigenen Sprache
gepflegt. Sie bildete dann einen
Hauptgegenstand der Rhetoren-
gehulen, die als eine Art höherer
Schulen die zur Acmterlaufbahn
notwendige politische Rede-
kunsb vermittelten (Cicero,
-> Rhetorik). Kine staatliche
Schule oder ein öffentliches Er-
ziehungswesen 1L. e. 5. bildete
gich erst allmählich in der spä-
teren Kaigerzoit.
Mit der Ausbreitung Roms
zum Weltreich entwickelte sich
auch eine lat, Weltkultur, Der
fortschreitenden rassischen Ver-
mischung entsprach zugleich
eine Auflösung des alten LKrzie-
hungsideals. Die ursprüngliche
römische Erziehung verlor ihre
nationale Kigenart und ihre
typusprägende Wirkung. Das
Bildungswegen wurde weithin
von der griech. Literatur und
Sprache bestimmt. Die helleni-
Stischen Sieben hohen -> Künste
(artes liberales) gewannen den
Charakter eines den ganzen Be-
reich menschlicher Bildung nor-
mierenden Kanons. Als höch-
8tes Bildungsideal bezeichnete
man gehließlich die ->+ Hu-
manität (humanitas), die als
überstaatlich und allgemein
gültig betrachtet wurde. --
In den Schriften Ciceros, in
der Institutio oratoria -> Quin-
tilians, in den AuslasSungen
Senecas, Plutarchs, KEpiktets
und Mare Aurels gind die
erzieherischen Anschanmnngen
der gpätrömischen Zeit nic-
dergelegt.
Im Sinne der Tdce des alten
römischen Woltreiches ist der
Name R, für das ſaschistische
-> Ttalieon zum Ppolitisch-mili-

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