Rousscau
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Rumänien

R. wandte zich gegen den ver-
derblichen Kinfluß der Zivili-
gation und der zeitgenösgischen
Gegellschaft (Zurück zur Na-
tur!) und entwarf in geinem Fr-
ziehungsroman „Emile“ das
Bild einer natürlichen, aber in-
dividnualistischen Yrziehung, die
von der Voraussetzung ausgeht,
daß das Kind von Natur aus
gut isb. Sie gucht dieses daher
den schädlichen Kinwirkungen
der Kultur zu entziehen und
geine eigene Wesengarb zur
Entfaltung zu bringen.
Der von ihm geschilderte
Zögling Bmile wird aus dem ge-
gellschaftlichen Leben heraus-
genommen u, auf dem Lande im
Zusanmmenleben mit. geinem
Hofmeistererzogen, der für diese
Aufgabe geine besten Jahre op-
fert. Dive Aktivität des Kindes
bemächtige gich gelbstüändig
aller notwendigen IFrfahrungen,
Der Vrzicher habe nur gchäd-
liche Kinflüsse fernzuhalten und
das natürliche Wachstum zu
überwachen („negative FYrzie-
hung“). Auch Strafen geien
überflüsgig und werden im all-
gemeinen durch die natürlichen
Volgen schädlicher Handlungen
ergetzt („natürliche Strafen“).
Vrei von Zwang beslimmt das
Kind nach geinen eigenen Be-
dürfnisszen den Beginn des
Legenlernens, des Rechnens
uswW. Jede Entwicklungsstufe
wird zur vollen Ausreite ge-
bracht, kKünstliche Begehleuni-
gung vermieden. Am spätesten
getzt die religiöse Erzichung ein,
die aber nicht ein bestinmtes
Bekenntnis vermitteln, 80ndern
zu einer vernunftgemäßen Welt-
anschauung im Sinno des Deis-
mus führen solle.
Der Jeidenschaffliche Kampf
R.8 gegen die Ueberkultur sei-
ner Zeit und gegen die herr-
gehenden gesellschaftlichen Le-
bensformen zog ihm die heftig-
sten Anfeindungen des damali-
gen Frankreich zu, fand aber
bes. in Deutschland weiten
Widerhall und wurde von
zahlreichen Zeitgenossen begei-
tert bejaht. Seine Wirkung
beruhte u. a. auf der eigen-
tümlichen Verbindung von west-
lichen Reform- und Vernunft-
ideen miteiner schwärmerischen
Naturverchrung. Durch geine
individualistische Staats- und
Erziehungsauffasgung hat er
das europäische Denken bis in
das 19. Jh. hinein mitbestimmt.,.
Viele seiner Anschauungen wer-
den erst in der jüngsten Zeit
langsam überwunden.
Schr. : Ueber den Grund der
Ungleichheit unter den Men-
gehen, 1754; Die neuo H6loisc,
1761; Gesellschaftsvertrag,
1762; Kmil3 oder über die Er-
ziehung, 1762; Angwahl geiner
Werke u. d. Titel: Die Krisis
der Kultur, hg. von Sakmann
(UCTA., Bd. 85), 1981, --1,: H,
Höffding, R., 19234; P. Sak-
mann, R,., 1923*?,
Rumänien, Das rumänische
Schulwegen befindet gich noch
im Aufbau, Die scit 1864 bc-
gtehende Schulpflicht wurdo
1. J. 1924 von vier auf gicben
Jahre ausgedehnt, ohne «anß
zunächst der Ausbau der Volks-
gehulen überall Schritt gehalten
hätte. Seit 1939 erfährt das
Volksschulwesen eine stärkere
Vörderung bes. im Hinblick auf
die bäuerlichen Bedürfnissr,
Vür 7 bis jährige Kinder ist der
Besuch des Kindergartens ver-
bindlich. Die sgicbenjährice
Volksschule gliedert zich auf

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