Schreibunterricht
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Schulalter

rond der Barockzeit häufig
phantagicvoll ausgestaltete und
mit vielen Verzierungen ver-
schene Duktus wurde schema-
tischer und paßte gsich gscit der
Erfindung der Stablfeder im
19. Ih. deren Bedingungen an.
Scit dem 18. Jh. wurde dem
Sch. auch in der Schule größere
Aufmerksamkeit gewidmet. Er
wurde nach feststehendem, aber
in den einzelnen deutschen Län-
dern unterschiedlichem Duktus
erteilt, der zudem unkindlich
u. unhygienisch (Handhaltung,
Körperhaltung) war. Erst mit
Beginn des 20. Jhs. setzten Ver-
guche ein, den Sch. nach natür-
lichen u. kindesgemäßen Grund-
gützen umzugestalten, Diese 13c-
wegung fand ihre Portführung
in der Schrift Sütterlins und
einer neuen, der Entwicklungs-
stufe des Schülers Rechnung
tragenden Methode des Sch.8.
Nach dem Vorgang Preußens
und anderer Länder bildete scit
1934 eine der -- Sütterlinschrift
angeglichene Schrift die Aus-
gangsform für den Sch. aller
dentschenSchulen. Durch Rund-
Kr]. d. REM. vom 1. 9. 1941
wurde als einheitliche Schrift
die deutsche „Normalschrift“
(die früher 80g. latein, Schrift)
in einer aus der vütterlinschrift
entwickelten Vorm vorgeschric-
ben. Auf ihrer Grundlage soll
die Handschrift in natürlicher
Weise weiterentwickelt werden,
ür die ersten vier Volksschul-
jahre werden regelmäßige, in
den weiterführenden ISlassen
gelegentliche Stunden fir den
Sch. nach Bedarf angesectzt,
Am vwechluß des vierten Schul-
Jahres Sollen die Schüler im Ge-
brauch der Schrift sicher s8ocin,
Die Ausgestaltang der Sehrift
zu einer persönlichen Hand-
Schrift wird angestrebt, ohne
daß die Schreibzucht vernach-
lässigt werden darf. Ziel ist die
Krreichung einer natürlichen,
deutlichen, geläufigen und ge-
fälligen Handschrift,
L.: M. Gallmeier, Ueber die
LBntwicklung der Schülerschrift,
Diss., 1934; I. Lomeko, Der dt.
och., 1940*?.
Schulalter, im Unterschied von
dem > Rloinkindegalter
einerseits und dem -+ Jugend-
alter anderergeits der Abschnitt
der kindlichen Entwicklung
etwa vom 5. oder 6. Lebens-
Jahr bis zur beginnenden Puber-
tät; von der -> Jugendkunde
in einer Yülle von BLinzelar-
beiten hinsichtlich des körper-
lichen und des geistigen Wachs-
tums 8o0wie der Kntwicklung
einzelner Funktionen u, Fähig-
keiten untersucht, Das Sch.
kennzeichnet 8ich im ganzen
genommen durch 1. größere In-
haltlichkeit des Erlebens gegen-
über mchr funktionaler Be-
tätigung im frühen Kindes-
alter; 2. einen zuersb naiven,
gpäter mehr reflektierenden Re-
aligmus unter Ausdehnung des
Erfalwrungsbereiches und der
Aufnahmefähigkeit (Kroh); 3.
die Scheidung von Spiel und
Arbeit unter Bildung eines
Ziel- und Werkbewußtseinss;
4. Stärkere HKinordnungs-, aber
auch Begeisterungsfähigkeit u.
5. die Herausdifferenzierung der
einzelnen Sceclischen Funktio-
nen, die für die Schularbeit Be-
deutung gewinnen. Die Ent-
wicklung der einzelnen VYähig-
keiten geht nicht gleichmäßig
vorwärts, gondern jede hat
eine bestimmte Aeib ihrer größ-
ton Entfaltung,

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