Schwarz
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Schweden

besteht zunächst in Ausfällen
auf dem Gebiete des Denkens,
des Auffassens und der Auf-
merksamkeit, also des Verstan-
deslebens. Er greift aber auch
auf andere Scelische Gebiete
über, ist häufig verbunden mit
körperlicher Schwäche, Anfäl-
ligkeiten oder 80nstigen Abnor-
mitäten, mit anderen geistigen
Störungen wie Psychopathien
der verschiedensten Art oder
ausgesprochener Geisteskrank-
beit und bedeutet stets zugleich
eine Schädigung der Gesamt-
persönlichkeit. Der Schwach-
BINNIgGe iSt meist Schwer erzich-
bar. Jedoch wechselt der Grad
der Minderbegabung und der
Schwererzichbarkeit. Man un-
terscheidet daher zwischen der
leichteren Form der Debilität
und den schwereren der Imbe-
zillität und der Idiotie. Je nach
der Schwere der Störung woer-
den die Schwachsinnigen in
der Familie oder in besonderen
Anstalten untergebracht. Bei
den leichteren Graden getzt Sich
die Frzielung das Ziel, zu einem
Mindestmaß an Lebensbrauch-
barkeit zu erziehen. In den
schwersten Fällen ist jegliche
Erziehung unmöglich. -- L.:
1“. Dubitscher, Der Sch., 1937.
Schwarz, Priedrich Heinrich
Christiun, * 30. 5. 1766 Gießen,
T 3. 4. 1837 Heidelberg, '"Pheo-
loge und Pädagoge, war Geist-
licher und Lehrer in Oberhessen
und wurde i. J. 1804 Prof, der
Theologiv an der Universität
Heidelberg. Er war ein warmer
Förderer des Schulwesens, grün-
dete eine neuzeitliche Erzie-
hungsanstalt und Suchte Krzie-
hung, Unterricht und Lehrer-
bildung zu verbessern, In Seinen
Schriften das erzieherische Wol-
len Seiner Zeit zugammenſasg-
gend und bes. Anregungen der
Romantik fortführend, wurde
er gleichzeitig zum Mitbegrün-
der der pädagogischen Ge-
gchichtsSschreibung und zum
Anreger der IKinderpsychologie.
Schr.: Pestilozzis Methode,
1803; Erzicehungslehre, 4 Bde,,
1802--13; Lebrbuch der Fr-
zichungs- und Unterrichtslehre,
1805; Darstellungen, 2 Bäde.,
1833-34, -- L.: dJ. Martin,
F. H. CO. Sch., 1927; G. Politgeh,
PE. H. G. Sech., Diss., 1929.
Schweden, Das Schulwesen
Schwedens untersteht mit Aus-
nahme einer relativ großen Zahl
privater Schulen Staatlichen
Zentralbehörden unter starker
kirchlicher Beteiligung. Es be-
Steht eine Sechsjährige Unter-
richtspflicht, der in der öffent
lichen Volksschule genügt wer-
den kann. Diese umfaßt eine
zweijährige Iinderschule und
eine vierjährige eigentliche
Volksschule. Seltener ist ihr
ein fremdsprachlicher Oberkurs
(von 1 bis 2 Stufen) angeglie-
dert. Der Unterricht findet im
allgemeinen während 8 bis 9
Monaten im Jahre statt und ist
unentgeltlich. Die (cin- bis zwei-
jährige) verbindliche Fortbil-
dungsschule hat 8 bis 10 Wo-
chenstunden, die (bis vierJähri-
ge) höhere Volksschule vollen
Tagesunterricht. Die höhere
Schule gliedert sich in eine vier-
bis fünfjährige Realschnule, die
meisb auf dem 6. Volksschuljahr
aufbaut, und ein drei- bis vier-
jähriges Gymnasium, das gich
an die Realschnule anschließt.
Diesse bat nur neusprachlichen
(Deutsch, Englisch, Franzö-
SiSch), das Gymnasium in de?
einen Abteilung auch Jatoini-

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