VUnterrichtslehre
die „JJementarpunkte“ (Zahl,
Yorm, sprachliche Bezeich-
nung). Herbart zergliederte den
geistigen Aneignungsprozeß des
Lernens, erkannte in ihm die
wechselnde Yolge von Ver-
tiefung und Besinnung und
leitete hieraus die -+ Vormal-
stufſen ab. Im 19. Jh. wurde
unter dem Linfluß zunächst
Pestalozzis und später auch
Herbarts hauptsächlich die Me-
thodik der Vinzelfächer aus-
gebaut, und zwar zuerst unter
weilgehender Anlehnung an die
den Vachgebieten innewohnen-
de Sachlogik, später unter zu-
nehmender Berücksichtigung
der kindlichen Entwicklungs-
gfufen und vielfach in Anlch-
nung an die Auffassung von der
-> Parallelität der Entwick-
lung. Mit der - Schulreform-
bewegung zu Beginn des 20.
Jhs. erfolgte unter der Logung:
Los von der Lernschule und
dem Schema! eine weitgehende
Ablehnung jeder unterrichts-
methodischen Systematik und
in einzelnen Schulen häufig eine
vollständige Auflögung des plan-
mäßigen Unterrichts zugunsten
eines Gelegenheitsgunterrichts.
Demgegenüber entwickelte die
Arbeitsschulpädagogikeine neue
V., die an dem Arbeitsprozeß
ansetzte und diesen in eine
Reihe von Arbeitsstufen glie-
derte, Die Unterrichtsmethode
Setzte die SclbstHätigkeit des
Schülers voraus und verband
mit der Forderung, zu größt-
möglicher Selbständigkeit zu er-
ziehen, die planmäßige Kinschu-
lung auf bestimmte (geistige und
manuelle) Arbeitsverfahren.
Die U. der Gegenwart be-
trachtet den Unterricht als
geistige, Scelische und leibliche
435
VÜtilitarismus
Prägung der jungen Generation,
gleichzeitig aber auch als eine
der Formen, in welchen das ge-
gehichtliche und kulturelle Le-
ben eines Volkes in seiner Vort-
führung gewährleistet wird, und
endlich als einen Weg, das Den-
ken und Wollen des Volkes in
einheitlicher Weise auszurich-
ten, und damit als Dienst an
der Volkwerdung. Die Auswahl,
Gliederung u, methodische Ver-
arbeitung der unterrichtlichen
Inhalte erfolgt ebenso im Hin-
blick auf das geschichtlich-
politische Gesamtzicl als auch
mit Rücksicht auf den Ent-
wicklungsstand und die Reife
des Schülers auf den verschie-
denen Altersstufen. -- 1L.:
1. Otto, Allgemeine U., 1933.
Urteil, Denkakt, eigene den-
kende Stellungnahme, Akt des
Anerkennens oder Verwerfens,
wird im Kindesalter zunächst
mehrinnerhalbdesindividuecllen
Interesgenkreises vollzogen und
besteht häufig in bloßer Wieder-
gabe fremder Meinungen oder
beziehungslosger Reihung von
Wahrgenommenem. Analytische
(zergliedernde) Urteile 80wie die
Auffasgung nursächlicher und
Jogischer Verknüpfungen treten
erst im gspäteren Schulalter
auf, BSchlußverfahren gehen
meist weder induktiv noch de-
duktiv vor gich, Sondern bil-
den YVolgerungen von Linzel-
urteilen auf andere BSBinzel-
urteile. Die Urteilsbildung und
die Erziehung zur Urteilsfähig-
keit geschicht zu einem erheb-
lichen Teil im Laufe des Schul-
alters und ist als eine Haupt-
aufgabe des Unterrichts anzu-
Schen. -> Denken.
Dtililtarismus (von lat. branch-
bar, nützlich), Nützlichkeits-
28*

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