Utopie
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Verbalismus

gtandpunkt; in der Frzielmng
die UVeberbetonungreinerZweck-
mäßigkeitgesichtspunkte u, die
Vernachlässigung der Kultur-
und Charakterwerte, Geschicht-
lich hervorgetreten ist der U.
bes. in der englischen Moral-
Pädagogik, aber auch gelegent-
ich in der deutschen Krzichung
(z. B. der Aufklärungszeit).
Utopie (griech. Nirgendheim,
Nirgendsland), im Anschluß an
das Buch „Utopia“ (1516) des
britischen Humanisten "Th. Mo-
rus übliche Bezeichnung für
anschauliche und konkrete
Schilderungen gesellschaftlich-
politischer Idealgebilde, viel-
fach verbunden mit pädagogi-
gehen Gedanken, Forderungen
und Phantagien oder überhaupt
aufgebaut auf der Voraug-
getzung, daß die Durchführung
gesellschaftlicher oder politi-
geher Reformpläne nur auf dim
Wege über eine Verbesgerung
der Erziehung möglich 806i. Ne-
ben golchen politischen U.n, die
gleichgam am Rande pädagogi-
gehe Gedanken mit enthalten
(außer Morus z. 33. Campanellas
Sonnenstaat, 1620, Andreacs
Christenstaat, 1619), hat die
Geschichte auch zahlreiche ei-
gentliche (romanartige und uto-
pische) Vrziehungsschriften
hervorgebracht, die teils den
Bildungs- oder Frzichungsweg
eines einzelnen Menschen (z. 13,
Rousscaus Bimile, 1762), teils
ideale Erziehungsgemeinschaf-
ten schildern (z. B. Govthes
Pädagogiecht Provinz), Den
äußeren Rahmen der pädaugogi-
chin UU, im Gegensatz zur
ernsthaſften erzieherischen Dar-
stellung oder Planung (Vgl. Z.
B. H. Lietz, Kimlohstobba) bil-
det die Losgelöstheit von den
Voraussetzungen und Gegeben-
heiten der Wirklichkeit und die
Plucht in die Welt des Gedan-
kens. Dahinter Sind jedoch vicl-
fach reale politische Kräfte
oder Zielstellungen verborgen,
In Deutschland erscheinen päd-
agogische U.n bes, in Zeiten
Poulitischer Ohnmacht oder ge-
gtalterischen Unvermögens wie
zur Zeit des Dreißigjährigen
Krieges oder des untergehenden
ersten Deutschen Reiches, ----
L.: G. Ritter, Machtstaat und
U., 1940?.
Verantwortung, Grundmotiv
charakterlichen Verhaltens;
Voraussetzung für ein gemein-
gchafts- u. Sachbezogenes Han-
deln unter selbständigem Kin-
Satz der eigenen Peorgon, V.
kamm betätigb werden im
Rahmen gemeinschaftlicher
oder autoritativer Bindung (z.
B. innerhalb des Führer-Ge-
folgschaft- Verhältnissts). Ihren
existentiellen Grund findet, ic
in dem eigenen V.8-Bewußtscin
oder V.s-Gefühl, Das V.s-Bc-
wußtsein sclbst und die Fäühig-
keit, V,. zu übernehmen, ist an
die Voraussctzung bestimmten,
rasStzch hochwertigen Men-
Schentums gebunden. Sie ist
nur dort möglich, wo bei den
Cliecdern einer Gemeinschaft
ein hoher Grad von Selbständig-
keit entwickelt worden ist, und
wo Sich der Wille zum Einsatz
mit. dem Wisszen um Aufgahb«,
Ziel und Möglichkeit des Han-
delns verbindet, -- Die Yrzic-
hung zur V. bzw, zur Fähigkeit
verantwortlichen Handelns i:41
ein wichtiger Bestandteil des
-+ Charaktererzichung,
Verbalismus (von lat. Wort), dio
Veberbetonung des Wortwis-
60118 und die gedankenloso KLin-

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