Vererbung
439
Vererbung

chen. Im Gegengatz zu der
mechanistischen FErzichungs-
auffassung der Vergangenheit
gnucht die Pädagogik den zu er-
ziehenden Menschen als orga-
nisSche Ganzheit und im Zu-
gammenhang mit der Gegamt-
kultur zu begreifen (Prinzip der
„Integration“). -- L.: PV. J.
Hauptmann, Kine wisgenschaſt-
liche Kritik des Standes deg
deutschen Unterrichts an den
High-Schools und Oolleges der
V. St., Diss. 1937.
Vererbung, die Uebertragung
körperlicher und Seelischor
Merkmale von der elterlichen
auf die folgenden Generationen
auf dem Wege der PFortpflan-
zung. Die Krforsehung der Erb-
lichkeit und ihrer Gesetzoe er-
folgte in planmäßiger Weiso
geit dem Ausgange des 19, Jhs.
Auf exakter Grundlage von
G. Mendel angebahnt, wurde
die Vererbungsforschung von
VP. Galton u, a, auf den Men-
chen und insbes. auf das sce-
liche Leben angewendet und
geit dem Beginn des 20. Jhs.
in immer umfassenderer Weise
ausgebaut., Führend waren in
Deutschland Schon geit der Zeit
des 1. Weltkrieges u. a, 14, Baur,
1. Vischer und IF. Lenz. Die
vorherrschende Methode war
bei Tieren und Pflanzen zu-
nächst das AZüchtungscxperi-
ment (z. B. Baur). Bei dem
Menschen traten an dessen
Stelle die Familien-, Sippen-
und Stammbaumforschung, die
vergleichende Statistik, die ->
Zwillingsforgchung und zuletzt
die - Rassenkunde und die ->-
Erbeharakterkunde,
Die Grundlage der Ver-
erbungsforschung bildet die Er-
kenntnis, daß gich die Brb-
ma886 aus zahlreichen paarigen
Erbeinheiten oder Erbfaktoren
zugammengetzt, die zur Hälfte
der väterlichen und zur Hälfte
der mütterlichen Erbmasse enb
stammen. Der Krbgang dieger
Kinheiten ist der Gegenstand
der Mendelschen Regeln (--
Mendel). Die FYaktoren „„men-
deln“ teils getrennt vonein-
ander, teils schließen gie Sich
durch „Genkoppelungen“ zu
bestimmten erblichen Kom-
plexen oder Erbstrukturen zu-
gammen. Die Gegebze der V.
gelten 80wohl im körperlichen
als auch im geisbig-Seelischen
Bereich. Der überwiegende Teil
aller körperlichen Merkmale
einschl. Rasse, Körperform,
Konstitufion, Leistungs- und
Krankheitsbereitschaften und
Anfälligkeiten wird vererbt. Auf
dem Gebiete der geistig-Secli-
chen Merkmale erstreckt gich
die V. u. a. auf das Feld der all-
gemeinen und Speziellen Be-
gabung, auf die Ansprechbar-
keit des Willens-, Gemüts- und
Verstandeslebens, auf den Be-
reich der Temperaments- oder
Ablaufseigenschaften, z. B. das
persönliche Tempo, den Rhyth-
mus des "Tuns und LKrlebens,
die Beweglichkeit, Beharrungs-
kraft usf. und gchließlich auf
die Richtungsansprechbarkeit
nach der Seite bestimmter Ppo-
litischer, künstlerischer, roeli-
giöger, Wigsenschaftlicher In-
haltlichkeiten, Jedoch nicht als
Vorherbestimmtheit einzelner
Leistungen oder Entscheidun-
gen. Sowohl die 80g. SsPpezifi-
Schen Rasgeneigenschaften als
auch individuelle Persönlich-
keitsausprägungen unterliegen
der Erblichkeit. Sie entfal-
ten gich im Verlaufe der Knt-

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.