Waisonpflege 4
8 Wandervoge]l

Sinnesorganc übermittelt, aber
woesentlich von zentralen Yak-
toren gostouert, Im Untor-
schied zu der -+ Empfin-
dung ist Sie durch den ganz-
heitlichen und gestalteten Qha-
rakter ihres Inhaltes ausge-
zeichnet. Im Angschluß an die
eidetischen Erscheinungen (>
Eidetik) entwickelte X. Jaensch
eine umfasgende Theorie der W.,
die als die ursprüngliche Fr-
Jebnisweise ein undifferenziertes
Totalerlebnis betrachtet, aus
welchem gich erst allmählich
Vorstellungen, eidetische Erleb
nisss und Wien heraugent-
wickeln. Im Gegensatz zu der
VYähigkeit, einzelnes LEmpfin-
dungen zu igolieren, bildet sich
die W.8s-Füähigkeit chon im
Kindesalter verhältnigmäßig
gut aus. Yür das kindliche
Scelenleben bezeichnend ist da-
bei die FErfasgung der Teil-
eindrücke als Zueinander ciner
Gegamtgestalt, auch wenn die
Vereinigung der Linzelbestand-
teile mehr zufällig als ginnvoll
ist. -+ Kidetik, Kindegalter. --
L.: X. Jaensch, Ueber den Auf-
bau der W.s-Welt, Bd. 1. 1923,
II, 1931; G. v. Allesch, W. des
Raumes als psych, Vorgang,
1941,
Waisenpflege, Die Gegschichte
der W. goht vor allem auf den
Pietismus (A. H. -+ FPFrancko)
und -+ Pestalozzi zurück, Aus
der vorwiegend karitativ goe-
richteten älteren kirchlichen
und privaten W. wurde nach
und nach eine staatliche oder
Staatlich geförderte Sorge für
die elternloss Jugend mit der
Verpflichtung, diess zu voll-
wertigen und gleichberechtigten
(itiedern im volklich-staatlichen
eben zu erziehen. Der W. dient
gegenwärtig eine große Anzahl
von Waisenhäugern hauptgäch-
lich des Staates und der Gemein-
den. Die Waisonanstalton gind
in Vorm von Lrziehungsheimeon
eingerichtet und verbinden die
Pflege der verwaisten Kinder
mit Erziehung und Untorricht,
Nach Möglichkeit wird jedoch
vergucht, mit der Pflege und
Erziehung elternloger Iinder
geeignete Familien zu betrauen.
-> Heimschulen, Militärwai-
genhaus,.
Waldschulten, zuerst i. J. 1904
in Charlottenburg von Neufert
und 1906 in Mühlhaugen i. I.
von K. König gegründete 80-
ziale Hilfseinrichtungen, die der
Erziehung und dem Unterricht
gehwächlicher und erholungs-
bedürftiger Kinder dienen, Sie
verbinden eine geregelte Unter-
richtstätigkeit mit umfang-
reicher Pflege und FYürgorge der
Großstadtkinder und gliedern
gich gegenwärtig den Aufgaben
der NSV. und der HJ. ein,
Wanderfage -> Lcehrwanderun-
gen,
Wandervogel, eine um das Jahr
1901 entstandene Jugend ver-
einigung, die von dem Gym-
nasiasten Karl Vischer in Steg-
litz gegründet wurde und Aus-
gangspunkt und ursprünglicher
'Präger der > Jugendbewegung
war. Der W. wollts die Jugend
in ihr gemäßer, natürlicher
Vorm zusammenführen und bil-
dete eine Gegenbewegung gegen
die Unnatur des großstädtischen
Lebens. Zuerst national, 80gar
völkisch gerichtet, verlor er
viele Seiner Mitglieder im Welt-
krieg. Später geriet er unter
den Einfluß zweifelhafter Füh-
rer (H. Blüher, G. Wync-
ken), zergspaltete aich 8chon

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