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Kurſe, 793 Doppelkurſe und 11680 Einzelvorträge. Die
2530 Kurſe verteilten ſich folgendermaßen:
Kurſe in Deutſc) 190, Screiben 80, Nechnen 1282,
Kurzſchrift 261, Zeichnen 41, Engliſch 386, Italieniſch 23,
Ungariſd) 24, Latein 8, Gſperanto 4, Ruſſiſch 20, Spaniſch
24, Algebra 61, Geometrie 31, kaufmänniſche Grund
lehre 156, Literatur 252, Philoſophie 270, Kunſtpflege 108,
Mulikfunde 137, Volkswirtſchaſtslehre 137, Recht8- 11d
GStaatsſehre 31, Geſchichte 87, Naturwiſſenſchaft 137. --
Literatur. Für dieſe Darſtellung de3 bayeriſchen
Bildung3weſens, die angeſichts der Fülle des Stoffes bei
dem zugeteilten Namm nicht erſjd)öpfend jein kann,
wurden folgende Quellen und Hilfsmittel benükt:
Das amtliche Statiſtiſche Jahrbuch für den Freiſtaat
Bayern vom Jahre 1924, 16. Jahrgang; Mündener
Jahrbuch 1927; Bayeriſches Philologeniahrbuch 1926;
Die bayeriſchen Fortbildungsſchulen von Johann Lex
(SonverabdruF aus! Das deutſche Schulweſen, Jahr-
bud) 1925); Das Schulweſen in Bayern nach dem Stande
vom 1. April 1922 (Sonderabdruck aus der Zeitſchrift de8
bayeriſchen Statiſtiſchen Landve3amts. Heft 3 und 4,
Jahrgang 1924); Blätter für Schulzählungen (Beilage
zur Allgemeinen Deutſchen Lehrerzeitung vom Sep-
tember 1926, Nr. 3, 18. Jahrgang). --
Abgeſchloſſen im Dezember 1926.
Nachtrag: Auf die inzwiſchen erſchienene Lehxr-
ordnung für die bayriſchen Voltksöſchulen (K.M.B. 1926,
Nr. 16) und auf das reiche ſtatiſtiſche Mitteilungen ent=
haltende K.M.Bl. Nr. 2 vom 2. 2. 1927 darf ebenſo ver-
wieſen werden wie auf die Min.-Bek. vom 7. 4. 1927 und
vom 27. 7. 1927 über Änderungen im höheren Echul-
wejen für Mädchen (K.M.Bl. Nr. 6., S. 91 ff., bzw.
Nr. 12, S. 216 f.)» Wichtig iſt auc die Min-.Bek. vom
25. 7. 1927 (K,M.Bl., Nr. 12, S. 213 ff.) über „die
Berechtigungen, die mit dem Sclußzeugnis eines
Mädchenlyzeums und einer höheren Mädchenſchule,
ferner mit einem zum Vorrücken berechtigenden Jahre8=
zeugniſſe von Schülerinnen der 6. Klaſſe einer höheren
Lehranſtalt verbunden ſind.“
Hingewieſen ſei auch auf die neuen Lehrpläne der
höheren Lehranſtalten: für den evangeliſchen Neligions3-
unterricht in Bayern rechts des Jheins (M. A. Bl. 1924,
Nr. 8, S. 83 ff.); für den Unterricht in den neueren
Fremdſprachen (K. M. Bl. 1923, Nr. 2, S. 21 ff. und
M. A. Bl. 1925, Nr. 4, S. 25 ſſ.); für ven Unterricht in
Mathematit an den höheren Lehranſtalten für Knaben
(K. M. Bl. 1927, Nr. 4, S. 79 ff.); für den Unterricht
in Chemie (K. M. Bl. 1926, Nr. 17, S. 193 ff.); für die
Erweiterung de3 Geographieunterricht8 (K. M. Bl. 1918,
Nr. 17, S. 297 ff.); für den Zeichemmterricht (K. M.
Bl. 1923, Nr. 1, S. 15). -- Endlich ſei nvc< erwähnt die
Min=.Cntſchl. vom 22. 12. 1925 über Jugendwandern
(K. M. Bl. 1926, Nr. 1, S. 1 ff.) und vie Min.-Bek. vom
14. 4. 1927 über den Unterricht im Turnen an den höheren
Lehranſtalten für Knaben ſowie an den Lehrer- und
Lehrerinnen-Vildungsanſtalten (K. M. Bl., Nr. 7,
S. 142 fj. bzw. S. 147 ff.). Heim (München).
Betkedorfi, L. vy. |. Altenſtein, Frh. v.
Begabtentlaſjen und ſchulen. 1. Begabung
und Klaſſenunterricht. 2. Begabten-
klaſſen. 3. Begabtenſchulen. 4. Bedenken
und Wünjc 1. Begabung und Klaſſenunterricht. Der Maſſen-
und Klaſſenunterricht hat unzweiſelhaſt ſür die
erzieherijchen Auſgaben einen bedeutenden Vor-
zug vor dem Einzelunterricht, aber bei dem Un-
terrichten ſelbſt iſt er ein Nachteil. Da kann der
Einzelunterricht die Zeit ganz ander3 ausnußen,
eine dauernde Fühlung zwiſchen Lehrer und
Schüler ſchaffen und die Selbſttätigkeit viel nach-
'drücflicher fördern. Hingegen ein Hauſe, ja die
beſtdi3ziplinierte Truppe marſchiert immer viel
Bayern uſw. -- Begabtenklaſſen und -ſchulen

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langſamer als der normale einzelne und vollends
als derjenige, deſſen Gehfähigkeit über dem Durch-
ſchnitt liegt (A. Rehm). Jedenſall8 wird durch
Zeiten des Wartens und Langſamgehens, die
nicht durch das eigene Bedürfnis geboten ſind,
das Tempo der Tüchtigſten beeinträchtigt und
die Geſahr herauſbeſchworen, daß ſie ſich lang-
weilen oder gar an das Bummeln gewöhnen,
Da ſie doch) ohne ernſthafte und andauernde An-
ſtrengung „mitkommen“. Die allſeitig Begabten
leiden unter der mittleren Höhenlage, auf die ſich
der Klaſſenunterricht wohl oder übel einſtellen
muß, ebenſo wie die für ein oder das andere Fach
einſeitig Begabten. Und ein großer Teil der in
Graſs Schülerjahren (1912) hervorbrechenden
Anklagen gegen die damaligen Schulen erklärt
ſich gerade daraus, daß ſich beſondere Naturen
gegen den harten Zwang der amtlichen Lehr-
pläne auflehnten und ſich nach ſreierer Betäti-
gung ihrer Sonderanlagen im Unterricht ſehn-
ten, damit nicht Durchſhnitt3menſchen heran-
gezüchtet würden, ſondern ein wirtlicher Auſſtieg
der Begabten zum Wohle des Ganzen ſtattſände.
Natürlich hat es auch früher nicht an Müglich-
feiten geſehlt, dieſen Auſſtieg zu ſördern: hoch-
begabte Schüler der Volk8ſchuten auf dem Lande,
wo mehrere Jahrgänge gemeinſam unterrichtet
wurden, durchliefen vielfach die Klajjen in
raſcherem Tempo und konnten, durch) ſremd-
ſprachlichen Privatunterricht geſördert, ohne
Zeitverluſt in die entſprechende Klajje der
höheren Schule umgeſchult werden. Anderer-
jeit8 gab es 3. B. in den ſiebziger Jahren des
vorigen Jahrhunderts, wo an den höheren Schu-
len zu Oſtern und Herbſt verſeßt wurde und
manche Klaſſen kleinerer Schulen gemeinjam
unterrichtet wurden, auch an dieſen ſolche
„Springer“, die das Jahrespenſum in einem
Halbjahr bewältigten und ſo ihrer Beſähigung
entſprechend raſcher zum Ziel kamen. Und der
alte Gedanke dex Bewegungsfreiheit fand zu
Beginn des neuen Jahrhunderts unter Adolf
Matthias' kluger und tatkräftiger Förderung
Eingang in das Leben der höheren Schulen und
war geeignet, durch Zuſammenſchluß der ein-
ſeitig Begabten zu Arbeitsgruppen in einzelnen
Fächern bei dieſen raſchere Fortſchritte und
größere Selbſtändigkeit zu ermöglichen, die
Freude an der Schule zu erhöhen und ſo die
flafſende Kluft zwiſchen der Gebundenheit der
höheren Lehranſtalten und der vollen Unter-
richtöfreiheit der Hochſchulen in etwas auszu-
gleichen.
2. Begabtenklaſjen. Aber nur recht zaghaſt
und allmählich iſt man an eine grundſäßliche
Löſung des Problems des Auſſtiegs der Be-
gabten herangetreten. Beſondere Verdienſte
darum hat ſich der ſeit 1895 mit der Leitung des
Mannheimer Volksſchulweſens betraute Sik-
finger erworben. Wenn Herbart grundſäßlich

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