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Fane
ver Carlsberg-Fonds, der Rask-Ürsted-Fonds
und der Letterstedtsche Fonds zur Förderung
der Wiſjenſchaft, Kunſt und Induſtrie in den drei
nordijchen Ländern.
- 9. Die polytechniſche Lehranſtalt, die in naher
Verbindung mit der Univerſität ſteht, wurde im
Jahre 1829 nach dem Vorſchlag von H. C. Ör-
jted gegrimpet. Es ijt die einzige techniſche
Hochſchule des Landes, welche Ingenieure und
andere techniſche Wiſſenſchaſtler ausbildet. Es
findet ein umfaſſender Unterricht in mathema-
tiſchen und naturwiſſenſchaftlichen Fächern ſtatt;
ſeit 1894 treten die techniſchen Fächer mehr in
den Vordergrund. Zum Studium an dieſer
Lehranſtalt wird nur zugelaſſen, wer das ma-
thematijch - naturwiſſenſchaftliche Abiturienten-
examen oder eine vamit gleichgeſtellte beſondere
Aufnahmeprüfung beſtanden hat. Das Stu-
dium dauert vorſchrift3mäßig 4% Jahre, und es
werden Ingenieure in vier verſchiedenen Fä-
chern ausgebildet: Bau-, Maſchimen-, Elektro-,
und Fabrikingenieure. |
10. Die kgl. tierärztliche und landwirtſchaft-
liche Hochſchule wurde im Jahre 1858 eröffnet.
Hier werden zukünftige Tierärzte, Landmeſſer
und Förſter ausgebildet und geprüft. Bis dahin
exiſtierte nur eine unzulängliche tierärztliche
Schule auf Chriſtianöhavn, die über 80 Jahre
vorher von einem Arzte gegründet worden war.
- Durch Erweiterungen im Laufe der Jahre ſind
neue Abteilungen für Molkereiweſen, Garten-
bau und Landwirtjchaft hinzugekommen. Die
Anſtalt verfügt über einen großen Baukomplex
mit zahlreichen Laboratorien und Verſuchs-
ſtationen und über au8gedehnte Gartenanlagen.
Um als Studierender an dieſer Anſtalt auf-
genommen zu werden, muß ver Betreffende
mindejtens 16 Jahre alt jein und entweder das
Abiturientenexamen oder das allgemeine Vor-
bereitungöexamen (Realſchule) beſtanden haben.
Der Unterricht iſt in den meiſten Fächern ſowohl
theoretiſch als auch praktiſch.
11. Lehranſtait der Pharmacenten. Seit 1892
haben die Pharmaceuten ihre eigene Lehr-
anſtalt. Das Gebäude und die ganze Einrichtung
wurde dem Staate von dem Apotheker D. A.
Hanjen geſtiſtet. Der Unterricht, der praktiſch
und theoretijch iſt, iſt obligatoriſch. Die Aus8-
bildung der Kandidaten an der Lehranſtalt
dauert 18 Monate.
- 12. Die kgl, Akademie der ſchönen Künſte hat
die Auſgabe, für die Ausbildung der Künſtler
und Architefien zu ſorgen. Jn den aus8gedehnten
Räumen des Schloſjes Charlottenborg beſißt
ſie bedeutende Sammlungen und eine umfaſſen-
de Fachbibliothek, die in ihrer Art die einzige im
Norden iſt..
43. Das Mutſikkonjervatorinm in Kopenhagen
wurde 1861 von einem Privatmanne, Juwelier
P. W. Moldenhauer, geſtiftet und fing 1867
Sch warß, Päd. Lexikon.
Dänemark uſw. --- Darſtellender Unterricht

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jeine Tätigkeit an. E38 hat ein eigene3 großes und
vornehmes Gebäude. Breede.
Darbietung des Lehrſtoffes |. Lehrverfahren.
Darmkrankheiten ſ. Krankheiten ves Schulalters,
Anſte>ende Krankheiten.
Darſtellender Unterricht. 1. Der bloß dar-
ſtellende Unterricht: a) Weſen, b) Wert.
2. Der entwickelnd darſtellende Unter-
richt: a) Weſen, b) Wert. 3. Gemeinſames
und Unterſc Arten des darſtellenden Unterrichts. 4.
Anwendbarkeit des darſtellenden Unter-
Lichts. |
1. Der bloß darſtellende Unterricht. a) Weſen.
Der Ausdruck „bloß darſtellender Unterricht" iſt
von Herbart geprägt (Umriß Teil 11, Abſchn. 2,
Kap. 7 und Allg. Pädag., Buch 11, Kap. 5). Er
führt aus: „Der Gang de3 Unterrichts iſt ent-
weder ſynthetiſch oder analytiſch. Man kann im
allgemeinen jeden Unterricht ſynthetiſch nennen,
im welchem der Lehrer ſelbſt unmittelbar die
Zuſammenſtellung deſſen beſtimmt, was gelehrt
wird; analytiſch hingegen denjenigen, wobei der
Schüler zuerſt feine Gedanken äußert, und dieſe
Gedanken, wie ſie nun eben ſind, unter An-
leitung des Lehrer3 auseinandergeſeßt, berich-
tigt, vervollſtändigt werden." „Da dem Unter-
richte die Erfahrung des Lehrling8 zu Grunde
liegt, ſo ſtellen wir diejenige Syntheſis voran,
welche die Erfahrung nachahmt, und bezeichnen
jie mit dem Namen bloß darſtellender Un-
terricht".
Herbart unterſcheidet alſo Erfahrung und
nachgeahmte Erfahrung. Erſtere wird durch un=-
mittelbare Anſchauung, 3. B. der näheren oder
weiteren Umgebung (Heimatkunde und heimatl.
Naturkunde) gewonnen. Die Objekte aber, die
nicht durch unmittelbare Anſchauungen gewon-
nen werden, wie die der nicht heimiſchen Erd-
kunde und Naturkunde, der bibliſchen und pro-
ſanen Geſchichte uſw., müſſen mittelbar durch
ſprachliche Darſtellung, alſo phantaſiemäßig „er-
ſahren"werden, und dieſenachgeahmte Erfahrung
wird erzielt durch den bloß darſtellenden Unter-
richt. Dieſer ſoll den durch Erfahrung und Um-
gang gewonnenen Vorſtellungsjchaßz der Schüler
durch anjc ſtellungen anknüpfende, zuſammenhängende
Schilderung des Lehrers erweitern. „Der Vor-
trag joll ſo wirken, als ob der Schüler in unmittel-
barer Gegenwart das Erzählte und Beſchriebene
hörte und jähe. Alle Hilfsmittel durch Abbil-
dungen müſſen hinzukommen.“ „Jhrer Natur
nach hat dieje Lehrart nur ein Geſet: ſo zu be-
jchreiben, daß der Zögling zu ſehen glaube. So
gibt es Gemälde fremder Städte, Länder, Sit-
ten, Meinungen mit den Farben der bekannten;
es gibt hiſtoriſche Schilderungen, die durch eine
Art von Gegenwart täuſchen, weil ſie die Züge
der Gegenwart entlehnen".
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