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Ausdruck, wie weit ſich die beiden unterſuchten
Merkmale parallel miteinander ändern, woraus
mit einer gewiſſen Wahrſcheimlichkeit Schlüſſe
auf einen ſumktionalen Zuſammenhang beider
gezogen werden können. Die Wichtigkeit de3
Korxrelationskoefſizienten für die Entwicklung
von Verſahren der Intelligenzprüfung liegt
Darin, daß eine Gruppe von VerſuchöSperjonen,
deren Jntelligenzrangordnung auf Grund ge-
nauer Kenntnis ihrer geſamten Entwicklung,
ihrer Leiſtungen, ihrer Eigenart ujw. mit einiger
Sicherheit ſeſtgeſtellt werden kann, nachher mit
den als Intelligenzproben in Ausſicht genom-
menen Verſahren geprüft und nac dem CEx-
gebnis erneut rangiert werden; je höher dann die
zweite Rangreihe mit der erſten korreliert, um
jo „beſſer“ ſind die angewandten Verfahren ſür
den Zwe der JIntelligenzprüfung geeignet. --
Genauere Korrelationskoeſſizienten ergeben ſich
dann, wenn man nicht Rangreihen ſondern
„Maßreihen“ zueimander in Beziehung jeßt.
Auf die Formeln für die Berechnung der Koeſſi-
zienten in beiden (und einigen anderen) Fällen
kann hier nicht eingegangen werden.
Bei der oben ſchon erwähnten amerikaniſchen
Heeresprüſung iſt eine Form der Gruppen-
prüfung entwickelt worden, die nicht nur bei der
Heeresprüfung ſelbſt, jondern weit darüber
hinaus Bedeutung erlangt hat, das ſogenannte
„Teſtheftverſahren". (E3 beſteht im wejentlichen
Darin, daß den Mitgliedern der zu prüfenden
Gruppe ein Heft vorgelegt wird, das die zu
löjenden Auſgaben in einer Form enthält, die
das Schreiben bei der Löſung ſowohl wie die
Arbeit bei der Auswertung der Ergebniſſe auf
ein Minimum einſchränkt. Bei der Heeresprü-
ſung wurden folgende Teſts verwandt: 1. Aus-
führen von Aufträgen (z. B.: Streichen Sie
von den gegebenen Zahlen alle die aus, die
größer als 20, aber kleiner als 30 ſind -- 12 Auſ-
gaben). 2. 20 eingefleidete Rechenaufgaben. 3.
16 Fragen mit je 3 Antworten, von denen die
beſte anzuſtreichen iſt. 4. Von 30 gegebenen
Wortpaaren angeben, ob ihre beiden Glieder
etwas Ähnliches oder etwas Gegenſäßliches be-
zeichnen; Gefahr -- Sicherheit, Neid -- Ciſexr-
ſucht. 5. Durcheinander geworſene Wörter eines
Saße3 ſind (in Gedanken) zu ordnen, und es iſt
feſtzuſtellen, ob der Saß richtig oder falſch iſt.
6. Zahlenreihen (3. B. 12, 14, 13, 15, 14,16, ...,
. - .) find um zwei Glieder ſortzuführen. 7. Zu
3 gegebenen Begriffen iſt aus 4 vorgeſchlagenen
derjenige herauszuſinden, der ſich zum dritten
verhält wie der zweite zum erſten (3. B. Meer:
Teich -- tief: klein, flach, See, rund). 8. Kennt-
nisprüfſung in folgender Art: der Topas iſt ge-
wöhnlich rot, grün, gelb, blau -- das Richtige iſt
zu unterſtreichen. -- Für jede Gruppe iſt eine be-
ſtimmte Zeit ſeſtgeſeßt, nach deren Verlauf die
Arbeit abgebrochen wird, jo daß das Tempo des

Intelligenzprüfungen

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Arbeitens auſ die Punktzahl von Einfluß iſt.
Das gejamte Material (auch der Vorverſuche) iſt
von der Heere3verwaltung amtlich veröffentlicht
worden; leider iſt das Werk vergriſſen. Cine
furze Darſtellung in deutſcher Sprache hat Bober-
tag gegeben (Pjychologiſjche Prüſungen uſw.,
|. Lit.). In methodiſchem Anſchluß an dieſe
Verfahren jind in den Vereinigten Staaten Teſt-
heſte für Intelligenzprüſungen zu verſchiedenſten
Zweden und ſür verſchiedenſte Alteröſtufen und
Menſc unter anderem Teſts für die noch nicht Schul-
pflichtigen, die bejonder3 de3wegen intereſſieren,
weil man bei ihnen troß „ſchriſtlichen“" Ver-
ſahren3 ohne eigentliches Schreiben und Leſen
aus8zufommen verſtanden hat, und weil die Teſt-
heſte ſelbſt (abgejehen von der Anleitung zur
Durchführung) ohne weiteres auch für deutſche
Finder verwendbar ſeim würden, ſerner Teſthefte
für die 10- bis 16jährigen, die zum Teil ſo an-
gelegt ſind, daß ſie auch alle Erläuterungen, An-
weiſungen, Beiſpiele uſw. geben, daß alſo bei
ihrer Anwendung kaum ein Wort geſprochen zu
werden braucht, weiter Prüfungsheſte für nicht
engliſch jprechende Cinwanderer, bei denen die
erſorderlichen Erläuterungen und Aufgaben (wie
übrigens ſchon bei einem beſonderen Teile, dem
für Analphabeten und nicht engliſch Sprechende
beſtimmten, der Heere3prüfung) durd) Gebärden
gegeben werden, endlich ſolche für Schüler mit
dem Abgang3zeugnis der höheren Schule, die um
Auſnahme in ein Kolleg nachſuchen uſw.
In Deutſchland ſind Teſtheſfte dieſer Art aus-
gearbeitet und in größerem Umfange verwendet
worden von Bobertag und Hylla (ſ. Lit.)
als eines unter den Hilfsmitteln zur Ausleſe der
ſür die höhere Schule geeigneten Schüler, dex
Bewerber um einen Platz im Berliner Abend-
gymnaſium und zu manchen anderen Zwecken.
6. Zufkunftsaufgaben. Die Auſgabe det
nächſten Zukunft wird es ſein, die Lehrerſchaft
in ihrer Geſamtheit davon zu Überzeugen, daſ:
die Jntelligenzprüſung mit Hilfe von Teſtver-
jahren eim wichtiges, ja unentbehrliches Mittel
zur Erkennung der Eigenart der Schüler alle1
Schulen und Stuſen iſt, nicht etwa das Mitte]
jelbſtverſtändlich, jondern eines unter anderen
und neben anderen (wie 3. B. der ſogenannten
„bloßen“ Beobachtung, die de8wegen nicht etwa
aufgegeben, jondern dadurch angeregt und ver-
feinert werden ſoll). Ferner werden -- haupt-
jächlich durch ſorgfältige Crfolgskontrollen -- die
Grenzen abzuſte>en ſein, innerhalb deren det
Jntelligenzprüſung Wert und Bedeutung zu-
kommt. Drittens wird verſucht werden müſſen,
die Lehrerſchaft in weitem Umfange zur Durch-
jührung von Intelligenzprüfungen zu befähigen,
vor allem Methoden au3zuarbeiten und ſie den
Lehrern vertraut zu machen, die ſich in den
Unterricht der verſchiedenen Stufen und Klaſſen

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